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Ein Fundus unentdeckter Werke

Sommermusik im Brandenburger Dom Ein Fundus unentdeckter Werke

Das Kölner Ensemble Concert Royal hat zwei seiner Mitglieder, Karla Schröter, Barockoboe, und Willi Kronenberg nach Brandenburg an der Havel entsandt. Barockes und Frühromantisches stand auf dem Programm. Dabei haben die Musiker aus dem umfangreichen Fundus unentdeckter Werke aus der Barockzeit so manches Kleinod gefunden.

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Ausverkauftes Konzert von „Les Brünettes“

Willi Kronenberg und Karla Schröter.

Quelle: privat

Brandenburg/H. Recht großzügig ging man mit der Titelbezeichnung der jüngsten Sommermusik im Brandenburger Dom um. „Musik aus sächsischen Schlosskirchen“ lässt vermuten, dass Werke von Komponisten musiziert werden, die Kantoren oder Hofmusiker am kurfürstlichen und königlichen Hof in Sachsen waren. Das war kaum der Fall. Mag man sich über die Ungenauigkeit gewundert haben, so zählte letztendlich die Qualität des Dargebotenen. Und die konnte sich weitgehend hören lassen.

Das Kölner Ensemble Concert Royal schickte zwei seiner Mitglieder, Karla Schröter, Barockoboe, und Willi Kronenberg, Orgel, nach Brandenburg an der Havel. Barockes und Frühromantisches stand auf dem Programm. Dabei haben die Musiker aus dem immer noch umfangreichen Fundus unentdeckter Werke aus der Barockzeit und der Frühklassik so manches Kleinod gefunden.

Iris Rieg bei Sommermusik am 17. August

Die Kölner Organistin Iris Rieg gibt am Mittwoch, 17. August, ab 19.30 Uhr ein Konzert im Brandenburger Dom. Sie tritt in der Reihe Sommermusik auf. Die mehrfach preisgekrönte Kirchenmusikerin arbeitet auch als Dozentin an der Kölner Universität und an der Erzbischöflichen Musikschule des Domchores Köln. Sie wird Werke der Renaissance und des Barock spielen.

Auf dem Programm stehen unter anderem Stücke von Georg Muffat (1653-1704), Nicolaus Bruhns (1665-1697), Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621), Vinzent Lübeck (1656-1740) und Johann Sebastian Bach (1685-1750).

Der Eintritt zu dem Konzert ist frei. Eine Spende zugunsten der Dommusik wird erbeten.

Vor allem Charmant-Liebenswertes kam zur Aufführung. Doch blieb die Musik vom Hauch des Beliebigen nicht verschont, schließlich ist ihre Form einem unveränderlichen Schema unterworfen und ihre Tonsprache wenig revolutionär. Aber das war wohl kaum der Anspruch der Komponisten. Sie wollten mit ihrer Musik vor allem gefallen. Das gelang ihnen auch im Brandenburger Dom, denn in Karla Schröter und Willi Kronenberg fanden sie Interpreten für ihre Werke, die sich ihnen auf äußerst angenehme Art zu eigen machen. Die Historische Aufführungspraxis geht ihnen völlig unakademisch von der Hand. Ihr Zugang zu der Musik ist insgesamt frisch, unprätentiös und kraftvoll.

Karla Schröters schöner instrumentaler Gesang bedient sich eines wohlgeformten Tonfalls. Doch die Oboistin ist jedoch nicht permanent mit der Umsetzung klanglicher Schönheit beschäftigt. Obwohl in den höheren Lagen des hell klingenden Instruments der Ton sehr spitz war, weiß sie mit überzeugenden Phrasierungen und vielfältigen Artikulationsmöglichkeiten auf der Barockoboe Wirkung zu erzielen. Besonders gelangen ihr die Choralvorspiele „Allein zu dir, Herr Jesu Christ“ und „Vater unser im Himmelreich“ von Gottfried August Homilius, der Musikdirektor an den drei Dresdner Hauptkirchen war (jedoch nicht an der Hofkirche). Mit viel Sensibilität hat sie den inhaltlichen Geist der Choräle den Zuhörern nahegebracht. Doch auch die anmutigen Partiten in F-Dur und C-Dur des „Hof- und Capell-Compositeur“ von Mecklenburg-Schwerin, Johann Wilhelm Hertel, machten Eindruck. Ob lyrisch, tänzerisch oder dramatisch: Die Werke decken vieles ab, was der Zuhörer gern vernimmt. Der Komponist gehörte zu einem der Hauptvertreter des sogenannten „empfindsamen Stils“, den der „Meister“ dieser Musik, Carl Philipp Emanuel Bach, als „den großen Mecklenburger“ bezeichnete.

In Willi Kronenberg konnte sich Karla Schröter eines Musikers versichern, der die Farben der historischen Wagner-Orgel bestens ins Licht brachte und immer mit großer Aufmerksamkeit als Duo-Partner fungierte. Seine beiden solistischen Orgelbeiträge von Johann Sebastian Bach (Präludium und Fuge C-Dur BWV 566) und dessen Sohn Carl Philipp Emanuel (Sonate B-Dur) waren mehr als eine obligate Verschnaufpause für die Oboistin, sondern prägende Darbietungen der Sommermusik. Zum Finale musizierten Schröter und Kronenberg das Chorvorspiel „Nun danket alle Gott“ von Christian Gotthilf Tag: herzbewegend und jubilierend.

Von Klaus Büstrin

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