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Ein Hauch von Big Apple an der Havel

New York Gospel Stars Ein Hauch von Big Apple an der Havel

Wie in einem Hexenkessel konnten sich am Dienstagabend die etwa 500 Konzertbesucher im Brandenburger Paulikloster fühlen. Mit Musik, Gesang und Ekstase brachten die New York Gospel Stars von der ersten Minute an die Stimmung im Kirchensaal zum brodeln.

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Da muss man einfach mitsingen: Das Publikum hält es nicht lange auf den Plätzen im Brandenburger Paulikloster.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Wie in einem Hexenkessel konnten sich am Dienstagabend die etwa 500 Konzertbesucher im Brandenburger Paulikloster fühlen. Mit Musik, Gesang und Ekstase brachten die New York Gospel Stars von der ersten Minute an die Stimmung im Kirchensaal zum brodeln. Lauwarme Reaktionen des Publikums akzeptierte Moderator und Sänger Craig Wiggins nicht. „Are you ready...“ – „seid ihr bereit für die New York Gospel Stars?“ fragte er so lange, bis das Publikum lauthals „Yes“ oder „Yeah“ schrie und dabei frenetisch klatschte, kreischte, pfiff.

Erst dann intonierte der New York Import – die vier Sängerinnen Matia Washington, Alison Mitchell, Latoya Duggan und Keesha Gumbs und die drei Sänger Craig Wiggins, Tyrone Flowers und Ahmed Wallace den Eröffnungssong mit dem Titel „Are your ready for the New York Gospel Stars“. Begleitet wurden sie von Eugene Reid am Keyboard und Jermaine Allen am Schlagzeug.

„Seid ihr bereit für die New York Gospel Stars?“

Schlag auf Schlag ging es zwei Stunden lang ohne Pause weiter. Mal als Solo, mal als Chorgesang präsentierten die New York Gospel Stars mit herrlichen Stimmen die altvertrauten Songs wie „Joshua Fit The Battle Of Jericho“ oder „O When The Saints Go Marching In“.

Doch die Gospels klangen ganz anders als gewohnt. Sie waren neu arrangiert und teils kaum wieder zu erkennen. Die einzelnen Teile der Songs wurden rhythmisch mehrfach variiert und immer und immer wiederholt, so dass ein einzelner Song durchaus zehn Minuten und länger dauern konnte.

Meisterin ihres Fachs

Meisterin ihres Fachs.

Quelle: Maloszyk

Improvisationen sind ja auch bei herkömmlichen Gospelkonzerten nicht unbekannt. Aber da entspringen sie einer sich steigernden Lust am Singen und Lobpreisen. Fröhlichkeit kommt auf und der Funke der Begeisterung reißt die Zuhörer mit.

Die Darbietung der New York Gospel Stars hingegen wirkte wie eine höchst professionelle Show - und das war sie ja auch. Und die Zuhörer im Paulikloster riss auch nicht die Begeisterung mit, zumindest nicht am Anfang, sondern sie wurden dazu animiert, ihre Reaktion wurde praktisch aus ihnen rausgekitzelt.

Eine höchst professionelle Darbietung

Und so blieb es auch. Nach einigen Songs fragte Craig Wiggins, ob dem Publikum – es dominierte übrigens die Generation Silber - das Programm gefalle. Höflicher Applaus. Damit war Wiggins natürlich nicht zufrieden. „Gospel music is happy music“ – „Gospelmusik ist glücklich machende Musik“, belehrte er und forderte das Publikum auf, aufzustehen, zu klatschen und mitzusingen: „Sing yeah“. Von da an musste er nur streng gucken, da standen die Leute schon von alleine auf. Manche setzten sich erst gar nicht wieder hin.

Es gab auch sehr anrührende Momente, wenn auch selten. So, als Matia Washington von Whitney Houston den Titel „I Will Allways Love You“ sang. Meistens dominierte aber der laute, ekstatische Gesang, der sich bis zu schrillem Gekreische steigern konnte, so dass man sich wunderte, wie die Sänger bei ihrem nächsten Auftritt am folgenden Tag überhaupt noch einen Ton herausbringen können.

Das müssen sie aber, denn seit Mitte Dezember touren sie in achtzig Tagen durch Deutschland und haben jeden Tag einen Auftritt in einer anderen Stadt. Sie kamen aus Goslar und fuhren weiter nach Mühlhausen, Ahlen, Coesfeld und weiter und weiter. Mit „O Happy Day“ ließen sie es zum Schluss noch einmal heftig im Paulikloster brodeln.

Von MAZonline

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