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Brandenburg/Havel Ein Haus voller Erinnerungen
Lokales Brandenburg/Havel Ein Haus voller Erinnerungen
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18:57 03.05.2013
BRANDENBURG/H.

. „Man sagt, dass jemand dann im Himmel ist“, erklärt die 71-Jährige, „ich möchte ihn bei mir haben.“

In ihrem Haus in Klein Kreutz ist Emil Spiess, der kein Langweiler und kein Blümchenmaler war, allgegenwärtig. Nur nach frischer Farbe riecht es nicht mehr. Bilder über Bilder – aufgehängt, gestapelt, angelehnt. Sein Atelier nutzt der ältere Sohn Marc, ein Musiker, die ehemalige Küche der Großeltern nebenan der jüngere Jan, ein Maler und Grafiker. Das Wohnzimmer mit Möbeln verschiedener Stile, Bildern von ihm und Kleinplastiken von ihr hat Monika Spiess so gelassen, wie es war als ihr Mann noch lebte. Einzige Veränderung ist eine Schlafmatratze. Auf dem Boden Kartons mit Post und Unterlagen. „Das müsste mal aufgearbeitet werden“, überlegt sie. Der Tisch neben dem Sofa unter dem „Abstich“-Gemälde, wo sie früher gemeinsam Kaffee getrunken und Gäste bewirtet haben, ist jetzt ihr Arbeitstisch. Mit Fotos von ihm und „allen möglichen Sachen, die ich brauche und nicht wegwerfen will“. Sich von etwas zu trennen, fällt schwer, weil Erinnerungen daran hängen. Die Familie sei für sie als Frau und Mutter immer das Wichtigste gewesen. „Noch vor der Kunst, aber es musste Zeit dafür bleiben“, blickt sie zurück. Ihrem Mann, der vor allem für seine expressiv gemalten Stahlwerksbilder und Stadtansichten, aber auch für seine Landschaften und Wandbilder bekannt ist, habe sie später den Rücken freigehalten.

Beide hatten sich 1961 an der Kunsthochschule Dresden kennen gelernt. Er studierte Malerei, sie machte ihr künstlerisches Abi an der Arbeiter- und Bauernfakultät. Zwei Jahre später heirateten sie, zogen nach Brandenburg. „Die Stadt suchte damals einen Künstler“, sagt Monika Spiess, die als Kulturfunktionärin beim Rat des Kreises arbeitet. Erst wohnten sie über dem Reisebüro am Katharinenkirchplatz, 1977 kaufte sich die Familie das Haus in Klein Kreutz. Zwischendurch studierte sie Plastik in Dresden, ihr Mann zog mit, war Assistent an der Hochschule. In Brandenburg teilten sich beide erst ein Atelier im alten Getriebewerk – in dieser Zeit entstand ihr „Ruderer“ für die Regattastrecke – dann hatte sie auf dem Hof ihr eigenes. Auch die Plastiken „Mutter mit Kind“ und die Menschensäule, die heute am Bürgerhaus Hohenstücken stehen, gehören zu ihren Werken. Mit der Wende musste sie ihr Atelier aufgeben, hatte seither nur zwei Aufträge – für einen Berliner Privatmann und das Hospiz in der Bauhofstraße. Sie bemühte sich um ABM. War erst Sozialarbeiterin im Frauen- und Familienzentrum, dann an der Rochow-Schule, hatte mit Kindern und Keramik zu tun. Auch als Rentnerin hatte sie Projekte mit Jugendlichen und „keramikt“ mit Älteren.

Inzwischen modelliert Monika Spiess wieder in einem gemieteten Arbeitsraum in der Stadt. Sie widmet sich der Kleinplastik, vorwiegend Frauenfiguren, da sie spannende Formen hätten, wobei sie mit der einfachen Form etwas aussagen will. Auch nach dem Undine-Wettbewerb arbeitet sie weiter an ihren Ideen. „Jede freie Minute bin ich im Atelier“, sagt die zierliche Frau. „Denn ich brauche viel Zeit und Ruhe, um mich künstlerisch auszudrücken.“ Ansonsten besucht sie Ausstellungen, liest Lektüre über große Kulturen dieser Welt, pflegt Freundschaften. „Mir bleibt nicht mehr viel Zeit für meine künstlerische Arbeit. Das treibt mich“, sagt sie. (Von Claudia Nack)

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