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Ein Konzert der tausend Emotionen

Brandenburg an der Havel Ein Konzert der tausend Emotionen

Die Brandenburger Symphoniker spielten am Osterwochenende die großen Filmmusiken des 20. und 21. Jahrhunderts im hiesigen Theater. Die Besucher bekamen dabei viele wohl bekannte Stücke zu hören. Die Veranstaltung war der Auftakt zu einer neuen Konzertreihe, die die Brandenburger längerfristig begeistern soll.

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Dirigent Jürgen Bruns zeigt vollen Einsatz bei Filmmusik pur ohne bewegte Bilder.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Es geht ein Raunen durchs Publikum. Hach, der Film war es, na klar. Gerade hat es die Musik aus dem Western-Film „Die glorreichen Sieben“ von 1960 gehört. Die Melodie kam sehr bekannt vor, auf den Film kam man trotzdem nicht.

Dieses Gefühl hat das Publikum im Großen Haus des Brandenburger Theaters am Samstagabend nur zwei Mal. Zu allen anderen Stücken, das die Brandenburger Symphoniker während ihres Konzertes „Hollywood an der Havel“ unter der Leitung von Dirigent Jürgen Bruns spielen, gibt es eine Anmoderation vom Schauspieler Manfred Callsen.

Das Konzert ist der Auftakt zu einer neuen Konzertreihe der Symphoniker. Einmal im Jahr, um Ostern herum, soll es ab sofort ein Filmmusikkonzert geben. Im nächsten Jahr ist ein Tribute an den amerikanischen Filmkomponisten John Williams geplant.

Von dem war am Samstagabend aber auch schon einiges zu hören. Immerhin gehört er zu den bekanntesten und beliebtesten Vertretern seiner Zunft. Aus seiner Feder stammten Werke für Filme wie „Star Wars“, „Der Weiße Hai“, „Indiana Jones“, oder „Harry Potter“.

Andere Filmmusiken, die die Brandenburger Symphoniker am Samstagabend spielen, wurden für Filme geschrieben wie „Die fabelhafte Welt der Amélie“, „Das Leben der Anderen“, Wer die Nachtigall stört“ oder „Psycho“. Thema des Abends sind die Helden und Schurken der Leinwand.

Das Konzert ist sicher mal etwas anderes. Nur die Musik zu hören, ohne den Film dazu zu sehen, lässt den Zuhörer die Werke der Filmkomponisten ganz anderes wahrnehmen. Der Zuhörer ist nur der Musik ausgesetzt und kann sich voll und ganz auf sie konzentrieren. Ein Beispiel, wie intensiv diese Erfahrung sein kann, bietet die Musik zum Film „Forrest Gump“. Live und ohne Bilder wird dem Zuhörer erst bewusst, wie wunderschön diese Komposition ist.

Die Filmmusik vermag es wie kaum ein anderes Medium, Emotionen zu transportieren. Während eines Filmes sind wir gerührt, trauern oder gruseln uns zu einem großen Teil aufgrund der Musik, die im Hintergrund läuft. Diese Emotionen, ließen sie auch am Samstagabend im Brandenburger Theater spüren.

So etwa als die Musik zum Film „Wer die Nachtigall stört“ anschwoll. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller und erzählt die Geschichte eines Anwaltes, der im südlich US-Bundesstaat Alabama für Toleranz und gegen Rassismus eintritt. Diesen Charakterzug, Gutes tun zu wollen, transportiert auch die Musik. Mehr noch: der Zuhörer selbst verspürt das Bedürfnis, sich für seine leidenden Mitmenschen einzusetzen.

„Von Anfang an wurden Film und Musik miteinander verbunden, schon zu Stummfilmzeiten“, sagt Orchesterdirektorin Victoria Tafferner. „Weil Musik etwas transportieren kann, das über das bloße Wort hinausgeht. Unsere Wahrnehmung der Welt ist ohne einen Soundtrack undenkbar.“ Musik transportiere schlicht etwas, das wir alle verstehen.

Etwas, das die Filmmusik von vielen anderen Genres ebenso unterscheidet, ist der massive Einsatz der Blechbläser. Ein Beispiel dafür bietet John Williams mit seinem Hauptthema im Film „Star Wars“. „Für die Blechbläser ist Filmmusik eine Chance, zu zeigen, dass sie auch da sind“, sagt Tafferner. „Vor der Mitte des 19. Jahrhunderts war diese Instrumentengruppe ja eher beschränkt in den großen klassischen Werken vertreten. Die Filmmusik aber bietet ihnen dramatische Töne.“

Dass da gut ankommt, beweist der zehnjährige Alba Blome. In der Pause ist er immer noch nervös. „Ich freue mich am meisten auf die Musik von Star Wars“, sagt er. Er ist ein großer Fan der Filmreihe und hört sich mit seinem Bruder Anton das Filmmusikkonzert an. Beide sind selber Musiker. Alba singt im Kinderchor der Deutschen Oper in Berlin. Der 20-jährige Anton spielt Cello. Sie waren begeistert von der Auswahl der Werke. „Es ist von jedem etwas dabei“, sagt Anton.

Von Annika Jensen

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