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Brandenburg/Havel Ein Spatz in der Hand: Skaterpark statt eigener Halle
Lokales Brandenburg/Havel Ein Spatz in der Hand: Skaterpark statt eigener Halle
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17:44 26.10.2018
So ideal wie im Paulikloster beim Skateboardworkshop des Rollklubs Brandenburg werden die Voraussetzungen wohl nie wieder. Das Hallenprojekt ist gestorben. Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H

„Nun ist die Katze aus dem Sack: Die seit vielen Jahren geforderte Skater-Halle kommt nicht – zu schwierig, zu teuer“, klagt Alfredo Förster, Lokalpolitiker der SPD. Das sei „schwer zu verstehen“, wo doch bei den BUGA–Projekten „einst die Millionen nur so flossen.“

In der Tat ist die mehr als elf Jahre lang geforderte Halle, die die CDU bereits im vorletzten Wahlkampf versprach, vom Tisch. Neuerdings bevorzugen die Sportler des „Rollclubs“ angeblich den Ausbau der Skateranlagen in Hohenstücken zum „Skatepark Hohenstücken“. In der SVV hatte OB Steffen Scheller (CDU) Mittwoch über den Stand zum Thema informiert und betont, die Stadt stehe zu ihrer Verantwortung und wolle bessere Bedingungen für die Skater.

Skater selbst sind nicht unschuldig

Was er unerwähnt ließ: Offensichtlich sind die Skater nicht unschuldig daran, dass ein bereits in trockenen Tüchern zu sein scheinendes Projekt den Bach herunterging. Trotz der schwierigen Förderkulisse hatte sich die Stadt per Hauptausschussbeschluss bereit erklärt, 60.000 Euro in den Ausbau einer anzumietenden Halle am Industriegelände in Nord zu investieren. Das sei „unsere letzte Chance, eine Halle zu bekommen“, sagte Christian Heise, der damalige Vorsitzende des Rollklubs. Skateboarder, BMX-Fahrer, Inliner und Mountainbiker hatten zuvor vergeblich versucht eine Halle zu finden, die bei schlechtem Wetter zu befahren ist. Doch dann hielt der Vorstand des Vereins den Vermieter der Halle hin.

Halle anders vermietet

Offenbar spekulierten einige darauf, einen Vertrag für das Straßenbahndepot zu bekommen. Das ging, wie Mitglieder des Clubs berichten, in die Hose. Am Ende hatte der Besitzer der Halle in Nord die Nase voll und vermietete anders. Seither herrscht im Verein Frust. Ein neuer Vorstand hat sich ohne Christian Heise gebildet. Und wenn die Taube auf dem Dach nicht zu haben sei, soll es der Spatz in der Hand in Hohenstücken richten. Förster hält es für verkehrt, Kosten für den Park aus dem Fördertopf „Soziale Stadt“ zu nehmen: ein „soziales Alibi“.

Vor dem Hintergrund großflächiger Abrissplanungen für Hohenstücken und der sozialen Problemlagen dort, „hat die Vorankündigung des Baus eines Skateparkes für mich etwas mit Symbolpolitik zu tun.“

Versprechen an die Jugend

Mit dem Bau lasse sich zwar ein Versprechen an die Jugend erfüllen. Doch das sei kein Unterfangen, das die in Hohenstücken herrschende, überdurchschnittlich hohe Kinderarmut entschärft.

Finanzausschusschef Ralf Weniger (CDU) rät zur Mäßigung. Die Suche nach der Halle sei vom Verein und der Stadt vorangetrieben worden. Da bereits über Mietverträge verhandelt wurde, treffe der Vorwurf der Blockade nicht. Dass es nicht zur Umsetzung komme liege nicht an den Stadtverordneten. Um die zugesagte Förderung nicht anders auszugeben, habe man einen Kompromiss gefunden, der Skatern und BMXern zu Gute komme.

Das kann man gut finden oder traurig über das misslungene Projekt sein, meint Weniger. Ein Grund zu meckern sei es nicht.

Von Benno Rougk

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