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Brandenburg/Havel Ein Unfallwrack gammelt vor sich hin
Lokales Brandenburg/Havel Ein Unfallwrack gammelt vor sich hin
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18:03 08.04.2016
Das Wrack eines Wohnmobils liegt seit Wochen neben der B 102 bei Paterdamm. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Mittelmark

Zigtausende Autofahrer staunen seit drei Wochen über diesen Anblick: Ein völlig zerstörtes Wohnmobil liegt seit dem 21. März direkt neben der dichtbefahrenen Bundesstraße 102 nahe Paterdamm Fahrbahn auf dem Seitenstreifen. Ein rot-weißes Flatterband ist der einzige Hinweis, das sich jemand zumindest kurz um den Haufen Schrott gekümmert hat mit einer wenigstens notdürftigen Absperrung. Es sieht aus wie ein Auto auf dem Sperrmüll, was dort liegt. Kaum zu glauben ist, dass der 37 Jahre alte Pole, der am 21. März um 18.35 mit seinem Fahrzeug angeblich von einer Windböe gegen den Baum gedrückt worden ist, lebend aus dem Blechhaufen herausgekommen ist. Tatsächlich kam der Mann mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus. Für 20 Minuten wurde damals die B 102 voll gesperrt und wieder freigegeben. Das Unfallfahrzeug ragt nicht in den Verkehrsraum hinein.

Das Innere des Wohnmobils hat sich auf das Feld neben der Landstraße ergossen. Quelle: Volkmar Maloszyk

Zu erkennen ist die eingedellte Fahrgastzelle. Verstreut daneben die umgestürzten Wände des Wohnmobils, eine Küchenspüle liegt mit dem Abfluss nach oben im Gras. Handtücher und Bettlaken, Töpfe und Polster, bieten ein Bild, als wäre eine Windhose über einen Campingplatz gezogen. Der gesamte Inhalt des mobilen Heims hat sich auf die Wiese ergossen. Zwischen aufgeklappter Fahrertür und den Scheibenwischen ragen eine Matratze mit braunem Bezug und eine Tischplatte in den Himmel.

Polizeisprecherin: „Dafür ist man versichtert.“

„Ein kurioser Anblick“, sagt Andrea Metzler, Pressesprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark. „Und offensichtlich ein komplizierter Fall.“ Metzler verweist an das Ordnungsamt der Gemeinde Kloster Lehnin. Das sei wohl zuständig für die Beräumung. Dort heißt es in dürren Worten: „Wir prüfen den Fall.“

Normalerweise werden Unfallfahrzeuge noch am selben Tag vom Unglücksort abgeschleppt. „Es sei Sache des Halters, für die Beräumung der Unfallstelle finanziell aufzukommen, sagt Polizeisprecher Oliver Bergholz. Seine Kollegin Jana Birnbaum ergänzt: „Dafür ist man versichert. Eigentum verpflichtet.“

Landwirt fürchtet mögliche Kosten

Doch offensichtlich ist der Pole an seinem Eigentum, das nur noch Schrottwert und Entsorgungskosten birgt, nicht mehr interessiert. Möglicherweise ist das Fahrzeug, ein Kleintransporter mit Wohnaufbau, gar nicht versichert. „Wir haben die zuständige Straßenbaulastträger informiert“, sagt Jana Birnbaum.

Der Verkehr rollt an der Unfallstelle vorbei. Dieses Bild bietet sich an der Bundesstraße 102 zwischen der Autobahnabfahrt Brandenburg der A 2 und Paterdamm seit fast drei Wochen. Quelle: Volkmar Maloszyk

Olaf Kabelitz, Landwirt aus Prützke, gehört der Acker, auf dem ein Teil des Schrotthaufens liegt. „Mein Acker ist nicht schuld an dem Unfall“, wettert Kabelitz. „Verantwortlich ist ein Hindernis an der öffentlichen Straße.“ Kabelitz spielt auf den Baum an neben der Bundesstraße, um den sich das Wohnmobil gewickelt hat. Kabelitz fürchtet nun für die Beräumung finanziell aufkommen zu müssen. „Dann komme ich mit den Radlader und schiebe alles ein paar Zentimeter weiter“, kündigt er für diesen Fall an. Wenig Verständnis habe er aber freilich auch dafür, dass nun vermutlich der Steuerzahler herangezogen werden muss, weil der Fahrzeughalter sich nicht um seinen Schrott kümmert.

Ungläubige Blicke der Autofahrer

Cornelia Mitschka, Sprecherin des Landesbetriebes für Straßenwesen, kündigte für nächste Woche eine Stellungnahme an. Peter Reck, Chef des Tiefbauamtes in Brandenburg an der Havel, kann ebenfalls nur mit dem Kopf schütteln: „Erstaunlich, dass das Wrack dort noch liegt, aber wir sind nicht zuständig.“ Würde der Straßenverkehr gefährdet oder die Umwelt, würde man von Amts wegen den Schrotthaufen sofort beseitigen, sagt Reck. Doch der Verkehr rollt ohne Beeinträchtigung an der Unfallstelle vorbei – abgesehen von den ungläubigen Blicken der Autofahrer.

Von Marion von Imhoff

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