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Ein Wachmann für die Ortsteilverwaltung

Kirchmöser und Plaue Ein Wachmann für die Ortsteilverwaltung

Voraussichtlich vom 13. November an soll die Ortsteilverwaltung für Kirchmöser und Plaue wieder an vier Tagen pro Woche geöffnet sein. Zum Schutz der Mitarbeiterin wacht ein Sicherheitsmann darüber, dass alles ruhig verläuft. Der bewachte Bürgerservice soll nur für eine Übergangszeit gelten. Der Beigeordnete Michael Brandt strebt eine weiter reichende Regelung an.

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Reihenweise parkten Bürger am Dienstag nahe der Ortsteilverwaltung, um dort einen der raren Termine wahrzunehmen. In Kürze sollen wieder die alten Öffnungszeiten gelten.

Quelle: Carsten Eichmüller

Kirchmöser/Plaue. Zurück auf Anfang, das Brandenburger Rathaus rudert zurück. Voraussichtlich vom 13. November an sollen wieder die früheren Öffnungszeiten der Ortsteilverwaltung für Kirchmöser und Plaue gelten - also vier Öffnungstage pro Woche, wie der Beigeordnete Michael Brandt (CDU) mitteilt.

Zum Schutz der Mitarbeiterin wacht dann ein privater Sicherheitsmann darüber, dass während der Öffnungszeiten alles ruhig verläuft. Der eigens bewachte Bürgerservice soll aber nur für eine Übergangszeit gelten. Brandt strebt eine umfassende Lösung an. Die kostet allerdings zusätzlich Personal.

Der SPD-Stadtverordnete Carsten Eichmüller hatte am Dienstagnachmittag einen regen Bürgerandrang in der Ortsteilverwaltung für die beiden Ortsteile beobachtet. Als Momentaufnahme zählte er 25 wartende Frauen und Männer im Warteraum und auf dem Flur. Weitere sieben Bürger hätten verärgert abgedreht.

Eichmüller fordert bürgerfreundliche Lösung

Für den Ärger hat Eichmüller Verständnis, denn von vier Tagen in der Woche hatte das Rathaus die Sprechzeit am Nordtor zuletzt auf anderthalb Stunden am Dienstagnachmittag reduziert. Die von allen gelobte Mitarbeiterin überzog so ihre Dienstzeit, um wenigstens niemanden unerledigt nach Hause zu schicken. Eichmüller fordert eine schnelle und bürgerfreundliche Lösung, die nun tatsächlich kommen soll.

Der Ordnungsbeigeordnete Brandt bestätigt Eichmüllers Situationsbeschreibung. In Absprache mit seinem Parteifreund, Bürgermeister Steffen Scheller, wird die jüngste Anordnung der Ex-Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann außer Kraft gesetzt, dass die Ortsteilverwaltung aus Sicherheitsgründen nur an Dienstag von 16 bis 17.30 Uhr öffnet, wenn auch der Revierpolizist zugegen ist.

Eichmüller soll bürgerfreundliche Lösung bekommen

Stattdessen wird die Anlaufstelle für die Bürger in Kirchmöser und Plaue wie gehabt geöffnet: außer mittwochs an vier ersten Werktagen. Für die Sicherheit (s. Infokasten) soll der vom Ordnungsamt engagierte Wachmann eines Privatunternehmens sorgen. Ab welchem Tag das gilt steht noch nicht fest. Die Verwaltung muss die neue Marschrichtung nun erst umsetzen, indem sie den Wachdienst beauftragt.

Die Wachmann-Lösung stellt der Beigeordnete Brandt sich als Übergangsregelung vor, zumal sie etliches Geld kosten wird. Auf mittlere Sicht soll eine große Lösung her, von der auch die andere Ortsteile etwas haben. Sie besteht aus mehreren Elementen.

Für den Bürgerservice in Kirchmöser und Plaue soll die Verwaltung einen Ausweichstandort finden, zum Beispiel ein Ärztehaus, in dem Publikumsverkehr herrscht, kein Mitarbeiter allein arbeitet, die Türen zum Nachbarbüro aufbleiben können. Ein solcher Ort ist noch nicht gefunden. Brandt will aber bis Ende November einen Vorschlag unterbreiten.

Beschwerdemanagement für die Ortsteile

Der Kommunalpolitiker spricht sich dafür aus, für den Bürgerservice eine zusätzliche Kraft zu beschäftigen – über den Bedarf hinaus, weil die Fallzahlen eine zusätzliche Stelle nur für diesen Zweck nicht rechtfertigen würden. Doch die Zusatzkraft könnte die neue Aufgabe „Bürgerbüro/Bürgerbus“ mit übernehmen, für die sich Bürgermeister Scheller jüngst stark gemacht hatte.

Christdemokrat Michael Brandt geht aber noch einen Schritt weiter. Er weiß um den Bedarf von Ortsbürgermeistern, während ihrer Bürgersprechstunde fachlich begleitet zu werden. Dort könnte daher ein „Anliegen-/Beschwerdemanagement“ eingeführt werden.

Brandt beschreibt das Konzept: „Dann könnten Anliegen beim Ortsbürgermeister vor Ort vorgetragen werden. Diese werden in die Verwaltung kommuniziert. Dort wird eine Lösung erarbeitet. Diese wird vor Ort vom Ortsbürgermeister kommuniziert. So könnte die Rolle der Ortsbürgermeister gestärkt werden.“

Ein solches Weg würde erneut zusätzlich Personal erfordern. Der Beigeordnete räumt denn auch ein, dass eine solche Lösung nicht kostenneutral zu haben sein wird.

Ausländerbehörde und Bürgerservice in Gefahr

Die Brandenburger Stadtverwaltung erkennt eine erhöhte Gefährdung ihrer Beschäftigten in der Ausländerbehörde und im Bürgerservice. Sie folgt der Einschätzung ihres Sicherheitsbeauftragten, dass die Beschäftigten dort Schutz benötigen.

Beigetragen haben dazu jüngere Erscheinungen wie die „Reichsbürger“, aber nach Brandts Worten auch zum Teil hohe Erwartungshaltungen von Ausländern und Einheimischen.

Die Polizei wird nur tätig, wenn konkret eine Gefahr besteht oder sich ankündigt. Vorsorglich für die Sicherheit ihrer Beschäftigten ist die Verwaltung selbst zuständig.

 

 

Von Jürgen Lauterbach

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