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Brandenburg/Havel Ein frischer Verdi-Klang
Lokales Brandenburg/Havel Ein frischer Verdi-Klang
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12:26 19.01.2015
Das Cottbuser Staatstheater mit „La Traviata“ auf der Bühne des Brandenburger Theaters. Quelle: J. Steiner
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Brandenburg an der Havel

Das Cottbuser Staatstheater inszenierte „La Traviata“, eine der berühmtesten Opern Giuseppe Verdis, und zeigte sie im Rahmen des brandenburgischen Orchester- und Theaterverbundes am Wochenende im Brandenburger Theater. Beteiligt waren wieder die Brandenburger Symphoniker. Diesmal musizierten sie unter der Leitung von Evan Christ, dem Chefdirigenten des Staatstheaters Cottbus.

Christ suchte nicht nur die ätherische Schönheit der Verdi'schen Kantilenen und die sanfte Pianissimo-Verzauberung, sondern orientierte die Musik am dramatischen Geschehen und folgte damit den Intentionen des Komponisten. Das Tempo unterstrich die untergründige Spannung, das Getriebensein der Menschen auf der Bühne. Das Orchester hatte hörbar seine wahre Freude und offerierte einen frischen Verdi-Klang. Das große Opernensemble wusste sich von Evan Christ und den Symphonikern bestens getragen.

Violetta Valery ist „La Traviata“, die vom rechten Weg Abgekommene, eine Edelkurtisane in Paris um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Verdi komponierte die Oper nach dem Roman „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas dem Jüngeren. „Amore e morte“ – Liebe und Tod – wollte er sie ursprünglich nennen. Die Liebe, von der die an Tuberkulose erkrankte Violetta träumt, bleibt Utopie, weil sie innerhalb des Wertesystems der Gesellschaft zum Scheitern verurteilt ist. Verdis Musik jedoch verweist mit transzendenter Kraft über den Tod hinaus auf ein besseres Dasein. Emotionen, die Violetta Valerys Schicksal beim Zuschauer immer wieder auslösen sollen, ist für Regisseure eine Herausforderung.

Für die Cottbuser Inszenierung wurde Manfred Schweigkofler verpflichtet. Gespielt wurde vor einem großen ovalen Bilderrahmen, in dem Bühnenbildner Walter Schütze symbolische Hinweise auf die Geschichte projizierte: einen Totenkopf oder Kamelien, verästelnde Zweige, die auch grünen, oder eine blutrote Fläche. Es gab kaum Spiel, wenn man von den klischeehaft dargestellten übermütigen Festen der Pariser Halbwelt absieht. Konzeptionell war zwar alles richtig, aber althergebracht, Überraschungen waren nicht angesagt.

Die tieftraurige Geschichte berührte in der Inszenierung durch die Musik Verdis, deren Wiedergabe durch die Symphoniker, dem präzis und singenden Chor des Staatstheaters (Einstudierung: Christian Möbius) und vor allem über die Solisten. Cornelia Zink verlieh der Violetta einen ausdrucksvollen, klangreichen Sopran. Die Spitzentöne kamen ohne Schärfe. In elegischen Abschnitten ließ die Sängerin feine Nuancen hören. Der gut aussehende Tenor Alexander Geller war wunderbar passend besetzt als Alfredo Germont: Er spielte den leicht entflammbaren Jüngling, welcher aus der Provinz in die Großstadt kommt, staunend und naiv, leicht unbeholfen und mit bezauberndem Charme.

Seine Erregung über die Begegnung mit der schönen Lebedame Violetta machte er auch stimmlich hörbar. Mit einem imponierenden Volumen, sicherem Fokus sowie einer biegsamen Stimmführung wartete der Bariton Günter Papendell als Gast von der Komischen Oper Berlin als steifer, sturer Patriarch Vater Germont mit dem weichen Herzen auf. Sie und die anderen Mitwirkenden wurden vom Brandenburger Publikum lang anhaltend gefeiert.

Von Klaus Büstrin

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