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Ein großes Geschenk: 65 Jahre verheiratet

Eiserne Hochzeit in Michelsdorf Ein großes Geschenk: 65 Jahre verheiratet

Sie stehen zueinander – auch noch nach 65 langen Ehejahren. Margarete und Helmuth Neue begehen an diesem Mittwoch das seltene Jubiläum der Eisernen Hochzeit. Beide haben ihre Partnerwahl nie bereut. Die Neues feiern dort, wo sie schon 1952 ihre Hochzeitsgäste empfingen – im Wohnzimmer. Was ihr Geheimnis einer glücklichen Ehe ist.

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Margarete und Helmuth Neue in ihrem Wohnzimmer, wo vor 65 Jahren auch die Hochzeitsfeier stattfand.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Michelsdorf. Beide fassen sich an den Händen, lächeln sich an. Er über sie: „Mit meiner Frau hat mir das Leben ein großes Geschenk gemacht.“ Und sie schwärmt von ihm: „Wir haben uns immer gut verstanden.“ Weil Liebe auch durch den Magen geht, bewundert Helmuth Neue (88) noch nach 65 Ehejahren die Kochkünste seiner Gattin. Ehefrau Margarete (89) weiß dagegen über lange Zeit die handwerklichen Fähigkeiten ihres Angetrauten zu schätzen: „Wenn es um Haus und Hof geht, sind goldene Hände immer von Vorteil.“ So sind sie zusammen alt geworden – und glücklich geblieben.

Das Michelsdorfer Ehepaar begeht an diesem Mittwoch das seltene Jubiläum der Eisernen Hochzeit. Ein Ehrentag, der in der schnelllebigen Gegenwart wie Lichtjahre voller Treue, Zuwendung und Beistand anmutet. Meinungsverschiedenheiten inbegriffen. „Aber wir haben uns immer ausgesprochen. Das war wichtig“, erinnert sich Margarete Neue, die sich jetzt mehr um ihren Mann kümmern muss. Nach einigen Erkrankungen mutet sich Helmuth Neue keine längeren Wegstrecken mehr zu. Deshalb wird das 65. Ehejubiläum im heimischen Wohnzimmer begangen. Und zwar genau in dem Raum, wo schon am 8. November 1952 das frischgetraute Paar seine Hochzeitsgäste empfing.

Margarete und Helmuth Neue als Brautpaar vor ihrem Haus in Michelsdorf

Margarete und Helmuth Neue als Brautpaar vor ihrem Haus in Michelsdorf.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Der erste Schnee war gefallen, als die jungen Leute nach dem Jawort die Michelsdorfer Kirche verließen. Sie im langen weißen Brautkleid, geschneidert von einer Bekannten. Er im dunklen Zweireiher, den ihm ein Lehniner Meister auf den Leib schneiderte. „Es war eine schöne Feier mit fast 40 Gästen. Die Zeiten waren nicht einfach. Aber es gab Schmorbraten, Kaffee, Kuchen und zum Abendbrot belegte Stullen“, weiß Margarete Neue. Ein Zimmer in ihrem Elternhaus wurde zum ersten gemeinsamen Zuhause für das junge Paar. Helmuth Neue war in der Familie schon lange kein Unbekannter. „Unsere Eltern, alles alte Michelsdorfer, waren befreundet. Die Margarete kenne ich seit Kindertagen, wir gingen zusammen zur Schule“, berichtet der Hausherr.

Richtig gefunkt hat es zwischen beiden jedoch erst auf dem Tanzboden eines Lehniner Lokals. Das war um 1950. Zwei Jahre später wurde geheiratet. Sohn Udo kam auf die Welt, 1958 wurde Tochter Christina geboren. Das Haus in der Kietzstraße wurde den Bedürfnissen angepasst. Margarete Neue kümmerte sich um die Kinder und Landwirtschaft. Erdbeeren und Spargel wurden angebaut. Ehemann Helmuth hatte bei Brennabor den Beruf des Spitzendrehers erlernt, sattelte später auf Tischler um, verdiente sein Geld auch als Fußbodenleger. Die Jahre vor der Rente arbeitete er für das Wohnungsbaukombinat Potsdam (WBK), baute Fenster und Türen in Neubauten ein.

Urlaub hat sich das Ehepaar kaum gegönnt. In der Freizeit rief der Acker. Nach 13 Jahren Wartezeit kam der erste Trabi ins Haus. Ein Kombi, wie man ihn auf dem Lande gut gebrauchen konnte. Helmuth Neue gehörte dem Männergesangsverein und der Feuerwehr an. Inzwischen ist die produktive Zeit vorbei. Die Neues genießen ihren Lebensabend. Vier Enkel und eine Urenkelin gehören zur Familie. Mit Oliver wohnt ein Enkel unter ihrem Dach. Er kümmert sich um Einkäufe und schaut bei den Großeltern nach dem Rechten. 65 Ehejahre sind eine lange Zeit. Helmuth und Margarete haben sie mit Liebe bestanden.

Von Frank Bürstenbinder

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