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11:51 20.09.2015
Die Symphoniker eröffneten am Wochenende die neue Spielsaison. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg an der Havel

Mozarts Werke altern nicht, trotz ihrer über 200 Jahre. Obwohl sie zum Standard des Konzert- und Opernrepertoires gehören, sind sie keinem Verschleiß unterworfen. Das zumeist überaus hohe künstlerische Format lädt Interpreten immer wieder zu Auseinandersetzungen mit dem Werk ein. Auch zu den Kompositionen des Jugendlichen. Mit Siebzehn schrieb er die sogenannte kleine g-Moll-Sinfonie KV 183, die die Zeit des Sturm und Drang nicht verleugnen kann. Mit ihr begegnet der Zuhörer manch expressive Musik.

Mit Mozarts Sinfonie, der Fantasie, die der Engländer Ralph Vaughan Williams über ein Thema von Thomas Tallis schrieb, sowie der 4. Sinfonie von Johannes Brahms wurde am Wochenende die neue Sinfoniekonzertreihe der Brandenburger Symphoniker gestartet. Ursprünglich standen Werke von Haydn und dem polnischen Komponisten Witold Lutoslawski auf dem Programm. Doch es musste kurzfristig geändert werden. Peter Gülke sagte seinen musikalischen Einstand als Chefdirigent der Symphoniker aus gesundheitlichen Gründen ab. Nun warten das Orchester und das Publikum gespannt auf das Oktober-Sinfoniekonzert, das von Gülke geleitet werden soll.

Gülke krankheitsbedingt nicht dabei

Dankenswerterweise konnte für den Saisonauftakt der junge Wiener Dirigent Philipp Pointner gewonnen werden, der bereits im Frühjahr dieses Jahres mit den Symphonikern zusammenarbeitete. Man spürte das insgesamt gute Einvernehmen zwischen Pointner und den Orchestermusikern, doch nicht alle Interpretationen konnten überzeugen. So ließ Pointner die pointierten Rhythmen des ersten Satzes von Mozarts g-Moll-Sinfonie scharf spielen, jedoch zu knallig. Man spürte, dass er die Kontraste zu dem milden zweiten und dem dritten pastoral gefärbten Satz deutlich hervorheben wollte, doch wenn man die plakativ und im rasanten Tempo dreinfahrenden Akzente des Kopfsatzes und teilweise des Finalsatzes als einziges Ausdrucksmittel betrachtet, ist das für eine Mozart-Interpretation zu wenig.

Der Engländer Ralph Vaughan Williams, der die Krönung der Queen Elizabeth II. vor 62 Jahren mit festlicher Musik umrahmte, hat über ein Thema seines Landsmanns, des Renaissancekomponisten Thomas Tallis, eine Fantasie geschrieben. Das stimmungsvolle Werk ist eigentlich für einen Kathedralraum geschaffen, bei dem sich drei Klanggruppen gegenüber stehen: zwei Streichorchester und ein Streichquartett Egal, wie sich die Musiker platzieren, die an die Renaissance angelehnte Mehrchörigkeit ist so geschickt in der Komposition angelegt, dass sie in jedem Fall hörbar wird. Ein wenig vom Orchester nach hinten versetzt saß eine kleinere Formation, Konzertmeister sowie Stimmführer bildeten das homogene Quartett. Seidig und geschmeidig klang das poetische Werk. Die Musiker im Hintergrund, so schien es, wurden vom Dirigenten etwas lax behandelt, so dass der Klang nicht immer präzise die Zuhörer erreichte.

Durchweg straffe Tempi

Höhepunkt des Konzerts war die Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98 von Johannes Brahms. Eine süffige Wiedergabe, wie man sie aus früheren Brandenburger Interpretationen her kennt, war bei Philipp Pointner nicht zu erwarten. Durchweg straffe Tempi, konsequente Linearität bei einem aufmerksamen Blick für Registerfarben, knapp abgezirkelte Phrasen waren Kennzeichen seiner Konzeption. Doch eine gewisse dramatische Zündkraft vermisste man im Passacaglia-Finale, insbesondere in der Coda, wenn die bis dahin fest stehenden Strebungen der Form kreuz und quer in sich zusammenstürzen. Gerade diesem Blick in den Abgrund fehlte es noch an temperamentvoller Eruption. Vielleicht hatte Pointner dafür am Freitag nicht mehr genügend Reserven. Das Publikum dankte dem Dirigenten und den Symphonikern für ihr engagiertes Musizieren mit herzlichem Applaus.

Von Klaus Büstrin

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