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Brandenburg/Havel Kriminalstatistik: Einbrecher haben es zunehmend schwer
Lokales Brandenburg/Havel Kriminalstatistik: Einbrecher haben es zunehmend schwer
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18:25 13.03.2019
Peter Meyritz, Leiter der Polizeidirektion West, stellt in einer Pressekonferenz die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2018 vor. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Die Zahl der Straftaten in Brandenburg/Havel sowie im Raum Bad Belzig/Beelitz und Werder ist ebenso gesunken wie das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden. Das ergibt sich aus der polizeilichen Kriminalstatistik für 2018, die Polizeiinspektionsleiter Mathias Tänzer am Mittwoch erläutert hat.

Tänzers Fazit: „Wir haben den rückläufigen Trend halten können und eine insgesamt stabile Sicherheitslage.“ Natürlich hätten betroffene Opfer von Straftaten eine andere Sicht der Dinge.

Wohnungseinbrüche

In einer Pressekonferenz in Brandenburg/Havel haben Peter Meyritz als Leiter der Polizeidirektion und Kripochef Sven Mutschischk Tendenzen für das gesamte westliche Land Brandenburg vorgestellt. Insgesamt ist dort ein leicht steigender Anstieg von Straftaten um 0,25 Prozent festzustellen.

Die erfreulichste Entwicklung ist für Peter Meyritz und seine Kollegen, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche zurückgeht und vor allem, dass fast die Hälfte – nämlich 44 Prozent – im Versuch stecken bleibt.

Meyritz: „Die Verbesserung technischer Einrichtungen, sichererer Fenster und Türen aber auch das Befolgen einiger wichtiger Regeln können einem Dieb wertvolle Minuten kosten, die entweder dazu führen, dass er den Einbruch abbricht oder bestenfalls von der Polizei geschnappt wird.“

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Während im Gebiet der Polizeidirektion Brandenburg-West die Aufklärungsquote mit 54,6 Prozent stabil ist, ist sie in der Polizeiinspektion Brandenburg auf 55,3 Prozent und in Brandenburg/Havel sogar auf mehr als 60 Prozent gestiegen.

Inspektionsleiter Mathias Tänzer umreißt wesentliche Entwicklungen der Kriminalität 2018 in Brandenburg/Havel. Demnach ist Folgendes festzustellen.

Die Zahl der insgesamt erfassten Fälle ist von rund 6700 auf knapp 6600 gesunken.

Die Zahl der Diebstähle ist um rund 250 Fälle auf gut 1800 gesunken. Jeder vierte Diebstahl wurde aufgeklärt. Im Vorjahr war es noch fast jeder dritte.

Die Zahl der Gewaltdelikte ist von 177 auf 171 leicht gesunken. Knapp 80 Prozent der Fälle wurden aufgeklärt.

Die Zahl der Rauschgiftdelikte ist von 462 auf 507 gestiegen. „Weil wir mehr Verkehrskontrollen vornehmen, stoßen wir dabei auch auf Drogenfahrten und somit auf Fälle von Rauschgiftkriminalität“, erklärt Polizeichef Tänzer den Anstieg, der innerhalb der Stadt Brandenburg/Havel stärker ausfällt als auf dem Land.

– Die Zahl der Betrugs- und anderer Vermögensdelikte ist von knapp 1250 auf fast 1100 gesunken.

Die Zahl der Sexualdelikte ist deutlich höher als vor einem Jahr. 47 Fälle waren es 2017, 73 im Jahr 2018. Das hängt wesentlich damit zusammen, dass seit 2016 der Tatbestand der sexuellen Belästigung existiert. War beispielsweise das Begrapschen einer Frau zuvor eine Beleidigung., so wird es seither als Sexualstraftat verfolgt.

Wer schlägt, der geht

Mathias Tänzer erklärt die hohe Aufklärungsquote von rund 80 Prozent. Sexualstraftaten finden zumeist in Beziehungen statt oder zwischen Ex-Partnern. Die Beteiligten seien also in aller Regel bekannt. Tänzer: „Wir haben jede Woche mehrere Fälle, in denen Lebensgemeinschaften betroffen sind. Oft handelt es sich um Milieu-Straftaten, meist spielt Alkoholgenuss eine Rolle.“

Die Polizei kann den Angreifer zehn Tage lang der Wohnung verweisen nach dem Motto: „Wer schlägt, der geht.“ Tänzer: „Überwiegend sind das die Männer, wir haben aber auch schon Frauen mitgenommen.“

Männlichen Geschlechts sind im Bereich der Polizeiinspektion in drei von vier Fällen diejenigen, die die Polizei als Tatverdächtige ermittelt hat. Knapp 80 Prozent der 2500 ermittelten Tatverdächtigen waren schon erwachsen, 3,8 Prozent (95) waren noch Kinder.

16 Prozent der verdächtigen keine Deutschen

17,5 Prozent waren im Alter zwischen 14 und 21 Jahren, also Jugendliche oder Heranwachsende. Etwas mehr als 16 Prozent der Verdächtigen, welche die Polizeiinspektion Brandenburg ermittelt hat, sind keine Deutschen.

In bestimmten Deliktgruppen ist der Ausländeranteil höher. Das gilt auf das gesamte westliche Land Brandenburg bezogen für Sexualdelikte, wo der Anteil bei rund 20 Prozent liegt, für Gewaltkriminalität (30 Prozent) und für Diebstähle (30 Prozent).

Regionale Unterschiede können übrigens bei bestimmten Delikten groß sein, wie sich an der Entwicklung der Fahrraddiebstähle zeigen lässt. Die Polizeiinspektion Brandenburg mit den Dienststellen in Brandenburg/Havel, Werder und Beelitz verzeichnet dort einen Rückgang. In der Stadt Potsdam dagegen wurden 40 Prozent mehr Fahrraddiebstähle abschließend bearbeitet als im Jahr zuvor.

Von Jürgen Lauterbach

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