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Brandenburg/Havel Eine Krone für die Landwirtschaft
Lokales Brandenburg/Havel Eine Krone für die Landwirtschaft
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14:27 20.09.2016
Die Landfrauen sind aus dem Radeweger Dorfleben nicht wegzudenken. Hier mit Helga Ullrich, Ursula Breite, Vera Lohse, Eva Mitzkat, Hedwig Ranke und Jutta Strachardt (v.l.). Quelle: Volkmar Maloszyk
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Radewege

Gerste, Roggen, Weizen, Hafer – wenn sich jemand außer den Bauern mit den heimischen Getreidesorten auskennt, sind es die Radeweger Landfrauen. Für ihre prächtigen Erntekronen sind die Damen berühmt. Seit der Gründung des Vereins vor 17 Jahren darf bei Erntedankfesten keines der Kunstwerke aus Radewege fehlen. Und eine Kunst ist das Binden einer Erntekrone tatsächlich.

Vier Nachmittage brauchen die Landfrauen, bis aus bunten Bändern, einem zusammengeschweißten Eisengestell und den vom Feld geholten Getreidehalmen eine fertige Krone entsteht. „Dazu bedarf es viel Geschick und Sinn für die Schönheit der akkurat angeordneten Ähren. Wichtig ist, dass keine Lücken entstehen“, sagt Eva Mitzkat. Mit Bindedraht befestigt sie die aus acht bis zehn getrockneten Ähren bestehenden Sträuße am Kronengestell. Immer gern mit dabei ist Vera Lohse, die mit ihren 90 Jahren fleißig Ähren zu kleinen Sträußen bindet. Rot-weiße Stoffbänder stehen in diesem Jahr für die Farben Brandenburgs. Traditionell schmückt die Radeweger Krone den Erntedankgottesdienst auf dem Vielfruchthof in Mötzow. So wird es auch an diesem Sonnabend ab 10 Uhr auf dem Domstiftsgut der Fall sein.

Vor dem Binden muss das Getreide getrocknet werden. Quelle: Volkmar Maloszyk

Das Binden der Erntekrone gehört zur Traditionspflege, der sich die Radeweger Landfrauen unter Vorsitz von Helga Ullrich unter anderem verschrieben haben. Doch damit nicht genug. Traditionell vertreten sie die heimische Landwirtschaft auf der Grünen Woche in Berlin, wo sie sich mit anderen Ortsgruppen am Gemeinschaftsstand des Landesverbandes abwechseln. „Wir gestalten Strohpuppen zu besonderen Anlässen, werben für regionale Produkte, besuchen Schulen, unterstützen die Rentnerweihnachtsfeier im Ortsteil und treffen uns mit Landfrauen aus anderen Regionen wie zum Beispiel in der Uckermark“, berichtet Vorsitzende Helga Ullrich.

Landfrau ist längst keine volkstümliche Berufsbezeichnung für Bäuerinnen mehr, sondern ein Lebensgefühl. Anschließen kann sich jeder, der sich dem Leben auf dem Lande in besonderer Weise verbunden fühlt. Die Mitglieder kommen nicht nur aus Radewege. Auch Frauen aus Butzow, Ketzür, Mötzow und Hohenferchesar sind dabei. Nicht einmal weiblich muss man sein, um bei den Radeweger Landfrauen mitzumachen. Mit Thomas Findeisen und Hinrich Ranke aus Ketzür hat der 2000 gegründete Verein gleich zwei Herren in seinen Reihen.

In der Radeweger Begegnungsstätte verfügen die Landfrauen über ihren eigenen Treffpunkt. Zwei Räume im Erdgeschoss stehen nach umfangreicher Sanierung seit vier Jahren für Vereinsaktivitäten zur Verfügung. Einmal im Monat gibt es einen festen Stammtisch, kleine Feste und Vorträge werden ausgerichtet. Nur zum Binden der Erntekrone und zum Trocknen des Getreides nutzen die Landfrauen Räume in der ehemaligen Kartoffelsortieranlage der Brielower Agrar GmbH, auf deren Feldern auch die Halme geschnitten werden. Als Dank gebührt dem Unternehmen jedes Jahr eine Miniaturausgabe der Radeweger Erntekrone.

Von Frank Bürstenbinder

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