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Brandenburg/Havel Eine Michaela zum Kuscheln
Lokales Brandenburg/Havel Eine Michaela zum Kuscheln
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00:31 13.06.2015
Michaela lässt sich von Karin Christoph kraulen. Quelle: J. Steiner
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Gräben

„Mutter Biene hatte das Zwergzebu-Baby nach seiner Geburt nicht angenommen. Wahrscheinlich, weil es ein Frühchen war“, sagt Karin Christoph. „Wir mussten es mit der Flasche aufziehen.“ Als Sohn Mario das erst wenige Stunden alte Kälbchen eines Morgens auf der Weide entdeckte, lag es kalt, klamm und fast regungslos da. Dem Tod nahe.

In der Küche wurde das nur aus Haut und Knochen bestehende Leichtgewicht massiert, in Tücher gehüllt, mit Rotlicht bestrahlt. „Ihre erste Nahrung war ein Becher Muttermilch, die wir bei Biene melken konnten“, erzählt Karin Christoph. Diese so genannte Kolostralmilch ist sehr fetthaltig und reich an Abwehrstoffen, also ein Immunschutz fürs Baby. „Wir hatten ja keine Ahnung, dass Biene kalbt, denn an ihr waren nicht die typischen Anzeichen zu sehen“, berichtet sie. „Vermutlich, weil Michaela ein Siebenmonatskind war.“

Wie beim Menschen beträgt die Tragezeit bei Zebu-Kühen normalerweise neun Monate. Für die zwölfjährige, ansonsten fürsorgliche Buckelrinddame war es die siebente Geburt. Das ist jetzt etwa ein Vierteljahr her.

Die Christophs haben sich für Michaela, die damals nur acht Kilo wog, von einem anderen Landwirtschaftsbetrieb extra Ammenmilch besorgt und sie sechsmal täglich mit der Flasche aufgepäppelt. In der Küche im Laufgitter auf Pampers gebettet nahm die Kleine, die am dritten Tag stehen konnte, am Familienleben teil. Später bekam sie Babysan für Kälber. Das kriegt sie heute noch, frisst aber auch frisches Gras, Heu, Pellets, Haferflocken.

„Sie hat sich prächtig entwickelt, sucht aber nach wie vor die menschliche Nähe und kuschelt gern“, sagt die Ersatzmama. Es kommt öfter vor, dass die sehr anhängliche Michaela den Kopf auf Karin Christophs Schoß legt und sich Streicheleinheiten abholt. Für die Urlauberkinder vom „Birkenhof“ sind das rotbraune Zebu-Kälbchen und die erst vier Woche alte Zwergziege Fritzi die liebsten Spielgefährten.

Rind mit Buckel

Zwergzebus sind kleine Rinder. Ein Bulle kann rund 550 Kilogramm wiegen, eine Kuh etwa 280 Kilo. Durch das geringe Gewicht verursachen sie kaum Flurschäden. Der Buckel bei Männchen ist stärker ausgeprägt.
Ursprünglich stammen diese Rinder aus Südasien, sind heute aber auch in Europa verbreitet. Die Lebenserwartung kann bei fast 20 Jahren liegen. Ihr feinfaseriges Fleisch mit leichtem Wildgeschmack gilt als Delikatesse.
In Deutschland gibt es seit 1999 einen Bundesverband von Zwergzebuzüchtern und -haltern.

Derzeit ist Michaela noch nicht in die aus vier Tieren bestehende Zebu-Herde integriert, zu der die 2007 ebenfalls mit der Flasche aufgezogene Mona Lisa gehört. „Sie lässt sich durch den Zaun aber schon beschnuppern“, erzählt Karin Christoph. Während sich Vater Bruno interessiert zeige, sei Mutter Biene sehr reserviert.

Die ursprünglich aus Südasien stammenden Bucklerinder sind die Exoten auf dem „Birkenhof“ in Gräben, der als Landwirtschaft mit Nebenerwerb gilt und wo man auch Urlaub auf dem Bauernhof machen kann. In dem geschichts trächtigen Anwesen, das seit 1840 in Familienbesitz ist, leben drei Generationen unter einem Dach.

Sechseinhalb Hektar Grünland sind für die eigenen Tiere und zum Heumachen da. Zur tierisch-bunten Gesellschaft gehören Pony Molly, Hofhund Oskar, die Katzen Berta und Paulchen, Kaninchen, Meerschweinchen, Vögel, Fische und Hühner. Esel Spocki sei inzwischen an eine Esel-Großfamilie im Berliner Umland abgegeben worden, damit er nicht länger ein Einzelgänger ist.

In diesem Jahr nimmt der „Birkenhof“, der im Sinne des 2013 verstorbenen Senior-Chefs Ewald Altenkirch weitergeführt wird, nicht an der Landpartie teil. „2016 wieder, dann wollen wir zum 20-jährigen Bestehen unserer Pension ein großes Fest feiern“, kündigt Tochter Karin an.

Von Claudia Nack

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