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Brandenburg/Havel Eine Stadt feiert im Geiste von Ela Wagner
Lokales Brandenburg/Havel Eine Stadt feiert im Geiste von Ela Wagner
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07:16 31.01.2017
Ela Wagner (Mitte) mit Freunden. Quelle: Foto: privat
Brandenburg an der Havel

„Froh, dabei zu sein“ – dieses Lied von Philip Poisel hat Ela Wagner nur zu gerne gehört. Die ehemalige Mitarbeiterin der MAZ verstarb im vergangenen Jahr an den Folgen von Leukämie. Kurz zuvor appellierte sie in einem öffentlichen Aufruf an die Menschen in der Stadt Brandenburg an der Havel, die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zu unterstützen. Für viele Leukämie-Patienten ist eine Knochenmarkspende die letzte Rettung. Den Erfolg ihres Appells hat Ela nicht mehr miterleben dürfen. Bis zum Ende des Jahres 2016 kamen auf dem Sonderkonto der DKMS ungefähr 25.000 Euro zusammen.

Die Band Mia veröffentlichte einen rührenden Facebook-Post

Und das soll noch längst nicht alles gewesen sein. „Froh, dabei zu sein“ – mit diesem Motto starten einige Freunde von Ela zu ihrem 33. Geburtstag eine große Benefizparty in der Werft. Der Gesamterlös wird auf das Konto der DKMS überwiesen. Zugleich rufen die Freunde in einem Brief an Unternehmer und Dienstleister in der Region zu Spenden für die DKMS auf.

Das Spendenergebnis war bereits zum Tag der Urnenbeisetzung erstaunlich. Rund 9700 Euro vermeldete die DKMS. Der erneute Spenden-Schub kam zustande, weil die Lieblingsband von Ela Wagner, die Gruppe Mia, einen anrührenden Post in den sozialen Netzwerken verbreitete. Ela hatte die Band stets begleitet, war mit den Musikern befreundet und gilt als „Mia-Begleiterin der ersten Stunde“, wie in dem Facebook-Beitrag zu lesen war.

Trotz ihrer Krankheit hat Ela an andere Leukämie-Erkrankte gedacht

Noch immer erinnert sich Simone Henrich an den Fall. „Wir hatten damals Gänsehaut“, sagt Henrich, die bei der DKMS das Sonderkonto betreut. „Und wir haben immer wieder Tränen in den Augen, weil die junge Frau in dieser schweren Situation an andere Leukämie-Kranke gedacht hat.“ Für Ela selbst stand übrigens ein Knochenmarkspender bereit – der eigene Bruder. Doch dazu kam es nicht mehr.

Spenden gehen direkt an die DKMS

Die Benefizparty unter dem Motto „Froh, dabei zu sein“ beginnt am 25. Februar um 20 Uhr in der Werft in Brandenburg an der Havel. Einlass ist ab 19 Uhr.

Karten gibt es im Vorverkauf in der Ticketeria der MAZ in der Sankt-Annen-Galerie. Der Eintritt kostet im Vorverkauf 15 Euro plus Vorverkaufsgebühr, an der Abendkasse 20 Euro.

Die MAZ-Ticketeria wird die Einnahmen aus der Vorverkaufsgebühr an die DKMS auf das Benefizkonto spenden.

Die Organisatoren haben rund 250 Briefe an Unternehmer in der Region geschickt. Sie bekommen für die Benefizparty gegen eine Spende ab 150 Euro zwei Eintrittskarten und pro Person ein Begrüßungsgetränk. Die Organisatoren hoffen, dass möglichst viele dieser Benefizpakete verkauft werden.

Der Vorverkauf hat am Montag begonnen.

Alle 15 Minuten erhält ein Mensch in der Bundesrepublik Deutschland die Diagnose Blutkrebs. Oft ist eine Knochenmarkspende die einzige Chance, Heilung zu erhoffen.

Das ist das Spendenkonto: DKMS Spende Mathias Vogt, IBAN: DE 60 1605 0000 4266 5857 00 Verwendungszweck (bitte unbedingt angeben) DKMS ELA, außerdem Name des Spenders und Adresse für Spendenbescheinigungen.

Am Beisetzungstag im Juli vergangenen Jahres versprachen sich einige von Elas Wegbegleitern fest, das Andenken an die junge Frau nicht nur in Ehren, sondern ganz hoch zu halten. „Die Idee, ihren Geburtstag zu feiern, hatten wir ja schon damals“, sagt heute Beatrice Fritsch, die zu dem Freundeskreis gehört, der die Party veranstaltet.

Für viele ist es immer noch schwer zu realisieren, was passiert ist

Allerdings musste erst einmal ein wenig Zeit vergehen. Noch immer tun sich viele Freunde von Ela Wagner schwer, zu realisieren, was im vergangenen Jahr passiert ist. „Wir waren neben der Spur“, sagt Beatrice Fritsch. Aber eine Party ganz im Sinne von Ela, die nie eine tolle Sause ausgelassen hat? Das war genau das Richtige, befanden die Freunde und machten sich ans Werk.

Und nun sollen die Brandenburger Elas Geburtstag feiern. „Sie hätte aus dem Schnapszahl-Geburtstag bestimmt ein tolles Fest gemacht“, sagt Beatrice Fritsch. Darum wird am Vorabend in der Werft gefeiert. Auf der Bühne stehen die Bands Patchwork und The Rubix. Außerdem legt DJ Fabi auf. Natürlich die Musik, die Ela gerne gehört hat. Philip Poisel – und Titel der Gruppe „Mia“, zu der Ela ein ganz besonderes Verhältnis hatte.

Einnahmen der Party werden der DKMS gespendet

Inzwischen sind die Kosten für die Party (Gema, Sicherheit, Technik, Steuern) weitgehend von Sponsoren übernommen. Die Organisatoren gehen davon aus, dass sich auch für den Restbetrag noch Sponsoren finden. Die „Werft“ stellt den Saal kostenlos zur Verfügung, die Getränke gibt es zu einem günstigen Preis, wovon ebenfalls ein Teil in den Spendentopf fließt. Das gilt auch für die Einnahmen aus dem Ticketverkauf. Der Vorverkauf hat an diesem Montag begonnen (siehe Infokasten).

Auch die Märkische Allgemeine Zeitung und das MAZ-Stadtmagazin Brandenburg wollen dabei sein. Deshalb hat sich die Ticketeria der MAZ in der Sankt-Annen-Galerie dazu entschlossen, die Vorverkaufsgebühr für die Tickets an die DKMS zu spenden. Und das Stadtmagazin veröffentlicht ein großes Inserat, das für die Party wirbt.

Konfetti als Andenken

Am Abend des Festes werden Bilder von Ela gezeigt. Ihre Wegbegleiter kommen zu Wort, sie erinnern daran, wie viele ihrer Freunde zum Andenken an die Verstorbene an ihren Urlaubsorten Konfetti verstreut hatten. In Dänemark, entlang der deutschen Ostseeküste, auf ostfriesischen Inseln, in den USA, in Andalusien und Holland und in vielen Ländern mehr zog sich eine bunte Spur.

In Erinnerung an Ela, die selbst lustig und bunt war. Und die immer für andere da war und an andere gedacht hat. „Ich hoffe echt, dass die DKMS-Aktion ein Erfolg wird“, sagte sie kurz vor ihrem Tod. „Das würde mich wieder ein Stück vorwärts bringen“.

Brandenburg an der Havel feiert mit Ela und in Erinnerung an Ela Wagner eine rauschende Party. Eine ganze Stadt ist froh, dabei zu sein.

Von Joachim Wilisch

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