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Eine Weinbergkönigin für Brandenburg

Versorger verwandelt Wasser in Wein Eine Weinbergkönigin für Brandenburg

Sie hat eine Turbo-Karriere hingelegt: Ausbildung verkürzt, dann gleich Unternehmenssprecherin der Brawag. Zu ihrem Abschied in Richtung Nordrhein-Westfalen bekommt Madlyn Weber auch noch Krone und Schärpe als Weinbergkönigin. Den Titel selbst lässt die deutsche Bürokratie allerdings nicht zu.

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Standesgemäß ausgestattet: Madlyn Weber.

Quelle: André Wirsing

Brandenburg an der Havel. Die Stadt hat nun auch eine Weinbergkönigin, zwar wird der Titel noch nicht offiziell verliehen, dafür aber stilecht mit Schärpe und Krönchen. Bekommen hat dies alles Madlyn Weber, bislang Sprecherin der Brawag und Assistentin der Geschäftsführung. Die 28-Jährige verlässt allerdings nun das Unternehmen in Richtung Nordrhein-Westfalen, wo ihr Lebenspartner wohnt und arbeitet. „Mein neuer Vertrag ist noch nicht unterschrieben, deshalb rede ich noch nicht konkret darüber, aber in jedem Fall dreht es sich wieder um Unternehmenskommunikation.“

Ein gutes Zeugnis wird ihr Geschäftsführer Uwe Müller geschrieben haben. Schließlich hat die junge Frau es vermocht, das Unternehmen in ein positives öffentliches Licht zu rücken – nicht zuletzt durch das Buga-Engagement der Brawag, die einen Weinberg auf dem großen Hochbehälter angelegt und das Schieberhaus des ältesten Behälters zum Schmuckkästchen saniert hat.

Abschied nach NRW

Madlyn Weber hat 2007 eine Lehre zur Marketing-Fachfrau bei den Stadtwerken begonnen, diese wurde erfolgreich verkürzt, Anfang 2010 erfolgte der Wechsel zur Tochter Brawag. „Das war für eine Berufsanfängerin nicht einfach, so schnell im Unternehmen Fuß zu fassen und alle Arbeitsbereiche kennenzulernen, um sie öffentlich zu ,verkaufen’“, lobt Müller.

Besonders engagiert habe sich Madlyn Weber bei der Pflege des Weinbergs gemeinsam mit dem Lebenshilfeverein sowie bei der ganzen Bürokratie drumherum. So war es ein monatelanger Kampf um den Namen des neuen Weines, bis am Ende „Marienbergwasser“ feststand. Der Prüfer habe darauf bestanden, dass „Marienberg“ kein ausgewiesenes Anbaugebiet ist. Erst als der Name als eine Handelsmarke eingetragen war, ließ er sich darauf ein. Somit darf der Wasserversorger Brawag nun offiziell Wasser in Wein auf seinem Wasserbehälter verwandeln.

Marienberg kein ausgewiesenes Anbaugebiet

Noch lagert der vergorene Traubensaft in alten Fässern im Kaiserstuhl-Weingut der Familie Johner, doch wird Müller sechs Flaschen an Madlyn Weber abtreten, das hat er ihr per Gutschein versprochen. Sie hatte beim Lesen der rund 1,4 Tonnen Trauben selbst mitgeholfen. Es war eine Superernte angesichts der Tatsache, dass auch Buga-Besucher immer wieder genascht haben und mehr als die Hälfte der Reben in der so genannten „Grünen Lese“ von den noch jungen Stöcken unreif geschnitten wurden, um diese zu entlasten. Doch der neue Wein wird Spitze, ist sich Müller sicher.

Schließlich hatten die Trauben der Sorte Solaris ein Mostgewicht von 118 Grad Öchsle erreicht. Und eine Art Kostprobe gibt es bereits – allerdings mit Johners Trauben – die analog zum „Marienbergwasser“ im Verhältnis von zwei Dritteln Johanniter-Trauben zu einem Drittel Solaris-Trauben gemischt wurde. Die Sechser-Kiste bekommt die junge Frau nachgeschickt, aber spätestens zum Heino-Konzert beim Havelfest am 17. Juni 2016 besucht sie auch wieder ihre Heimatstadt.

Von André Wirsing

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