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Brandenburg/Havel Abriss: Alte Stärkefabrik verschwindet
Lokales Brandenburg/Havel Abriss: Alte Stärkefabrik verschwindet
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16:44 11.03.2018
Mittlerweile fast komplett beräumt ist die 40.000 Quadratmeter große Brache der alten Stärkefabrik – im Hintergrund ist die mobile Brechanlage zu sehen. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Endspurt für die Firma Isarkies: Die Besitzerin des Areals der ehemaligen Stärkefabrik an der Neuendorfer Straße will die Vier-Hektar-Fläche „besenrein“ an die neuen Besitzer übergeben.

Annähernd 15.000 Tonnen Schutt und Müll waren von der vier Hektar großen Brache der einstigen Stärkefabrik in Brandenburg an der Havel zu beräumen, drei Viertel der Fläche waren versiegelt. Im Frühjahr beginnt der Bau eines Rewe-Centers mit 3600 Quadratmetern Verkaufsfläche. Daneben entstehen fast 150 Miet- und Eigentumswohnungen an der Neuendorfer Straße.

Möglichst Ende März/Anfang April soll das Gebiet geteilt und verkauft werden – an die Handelskette Rewe, die ein Rewe-Center mit 3600 Quadratmetern Verkaufsfläche plus 250 Parkplätze errichtet. Für das Projekt läuft bereits das Baugenehmigungsverfahren, nachdem im vorigen Jahr der Bebauungsplan nach mehr als acht Jahren Streitrechtskräftig geworden ist.

Das andere Baugebiet geht an den Wandlitzer Investor Stephan Skalda, der bis zu 150 Wohnungen errichten will. Hier laufen gerade die Planungen durch die S&P Sahlmann Planungsgesellschaft.

„Wir sind mit dem Abreißen und Beräumen so gut wie durch, in drei Wochen ist alles erledigt“, sagt Otto Hien, verantwortlicher Projektchef von Isarkies, eine auf das Entwickeln von Gewerbeflächen spezialisierte Unternehmensgruppe, welche die Fläche vor Jahren von Unilever erworben hatte.

Mittlerweile fast komplett beräumt ist die 40.000 Quadratmeter große Brache der alten Stärkefabrik. Quelle: Rüdiger Böhme

Unter anderen 6500 Tonnen Betonschutt und mehr als 6000 Tonnen Ziegelschutt galt es abzutragen – am Ende waren es an die 20.000 Tonen, einschließlich Erdreich und Gehölz.

Das grobe Abrissmaterial wurde in einer mobilen Brechanlage auf maximal 45 Millimeter „Korngröße“ zerkleinert und überprüft, ob es unbelastet von Giftstoffen wie Kohlenwasserstoffe (PAK, LCKW) ist. Danach wurde entschieden, ob es auf die Deponie gebracht und teuer entsorgt werden muss. Ein Teil verbleibt auf der Baustelle und wird für die neuen Bauten wiederverwendet. Einen Teil des Bruchgutes kann man auch verkaufen – Betonschutt als Unterbaumaterial für Straßen, Ziegelschutt als Zuschlagstoff für Beton.

„Alles, was auf der Baustelle bewegt wird, muss auch beprobt werden“, sagt Liane Krupa von der Umweltbehörde der Stadt. Sie hat regelmäßig an den Bauberatungen teilgenommen und auch die Probennahmen überwacht. „Alle 500 Kubikmeter muss mindestens eine Probe erfolgen“, sagt Klaus-Peter Schulz vom Abbruchunternehmen SBR Görlitz GmbH. Von den 40.000 Quadratmetzern Fläche seien drei Viertel versiegelt gewesen, entweder mit Gebäuden oder mit Wegen und Plätzen.

„Jetzt ist nur noch eine kleine Teilfläche übrig, die dann auch noch zu beproben ist“, sagt Hien. „Wir haben nichts Nennenswertes an Belastungen gefunden, das war auch nicht zu erwarten bei einer ehemaligen Lebensmittelfabrik.“ Etwa 40 Proben würden noch ans Labor geschickt, dann sei man fertig.

Kampfmittelräumer und Archäologen haben nichts gefunden

Auch die Kampfmittelräumer und die Archäologen um Denkmalpfleger Stefan Dalitz zogen ergebnislos wieder ab – zum Glück für die Besitzer: Wären sie länger geblieben, wäre es teurer geworden.

So werden jetzt an den Rändern des Baugebietes noch Materiallager angelegt, ordentlich sortiert nach Korngrößen. Dann könnten die Bauleute mit den Zukunftsprojekten loslegen.

Auch wenn Rewe gleich loslegen würde, sobald es die Fläche gekauft und die Baugenehmigung bekommen hat, wird es nichts mit einem Eröffnen zum Weihnachtsgeschäft. Nicht nur, dass die meisten Baufirmen randvolle Auftragsbücher und wenige freie Kapazitäten haben. Es fehlt auch in der Zulieferindustrie, weiß Bauexperte Hien aus seiner Erfahrung: „Auf ein großes Trapezblech habe ich ein paar Wochen gewartet, auf eine Innentür bis zu drei Monate. Das hatten die Firmen früher faktisch ,auf Lager’. Doch zwischenzeitlich hatten sie die Kapazitäten so weit runtergefahren, dass sie jetzt nicht mehr nachkommen.“

Von André Wirsing

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