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Eine neue Taufmuschel für die Dorfkirche

Trechwitz Eine neue Taufmuschel für die Dorfkirche

Viele Menschen fühlen sich eng mit der Trechwitzer Dorfkirche verbunden. Natürlich ist das Pfarrerin Christiane Klußmann. Zu ihnen gehören aber auch Christine Scheibel, die neben der Kirche aufgewachsen ist und die Flensburger Bildhauerin Luise Harfmann. Sie hatte von der Lukas-Gemeinde einen ganz besonderen Auftrag.

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Die Flensburger Bildhauerin Luise Harfmann hält ihre Taufmuschel neben dem Trechwitzer Taufengel.

Quelle: privat

Trechwitz. Die Trechwitzer Kirche, die wegen ihres schwebenden besonders schönen Taufengels weit ins Land bekannt ist, erhält ein neues Taufbecken. Die Flensburger Bildhauerin Luise Harfmann hat das Becken im Auftrag der Evangelischen Lukas-Kirchengemeinde nach Vorlage einer Postkarte aus dem Jahr 1925 als Muschel gestaltet. Eng abgestimmt hat sie dies mit dem Amt für Denkmalschutz. Das neue Taufbecken ersetzt eine Zinnschüssel, die zuletzt für Taufen benutzt worden ist. Die Restauratorin Annett Xenia Schulz wird in ihrer Berliner Werkstatt die Taufschale mit Goldfarbe überziehen.

Der Turm der Trechwitzer Kirche, erbaut 1750

Der Turm der Trechwitzer Kirche, erbaut 1750.

Quelle: Marion von Imhoff

Es war Pfarrerin Christiane Klußmann, die die historische Postkarte entdeckt hatte und so die treibende Kraft war, das Taufbecken wieder nach diesem Vorbild gestalten zu lassen. Möglich war das auch durch eine Großspende. „Ich bin total dankbar“, sagt Christiane Klußmann. Der Taufengel stammt vermutlich auch aus dem Baujahr der Kirche, also von 1750. Ob die Postkarte das Original-Taufbecken zeigt, ist offen.

In Trechwitz leben rund 70 Kirchengemeinde-Mitglieder

Eine der rund 70 Kirchengemeindemitglieder in Trechwitz ist Christiane Scheibel. Sie ist es gute Nachricht. Die 43-jährige Grafikdesignerin und Bauzeichnerin wandert häufig über den Friedhof und den angrenzenden parkähnlichen kleinen Garten rund um die Trechwitzer Kirche. Sie ist dort aufgewachsen. Neben der Kirche steht ihr Elternhaus, in dem die 43-Jährige noch immer wohnt.

Christine Scheibel an der Trechwitzer Kirchentür

Christine Scheibel an der Trechwitzer Kirchentür. Häufig besucht die Grafikdesignerin das Gotteshaus, das direkt neben ihrem Elternhaus liegt.

Quelle: Marion von Imhoff

„Wir sind als Familie mit der Kirche verbunden und sie ist präsent in unserem und in meinem Leben“, sagt die Trechwitzerin. „Die Kirche ist kein toter Ort für mich, sondern ein Ort für den Lebensbeginn des Lebens mit der Taufe und auch für den Endpunkt.“ Es sei ein Ort, „um Ruhe und Kraft zu finden und manchmal ist es ein netter Ort der Kommunikation.“ Dann, wenn Trechwitzer sich bei der Grabpflege treffen, dort auf dem beschaulichen Friedhof, der hinter einer Feldsteinmauer den Blick weit über Felder eröffnet.

Kunst am Trechwitzer Denkmal

Am Dienstag trafen sich die Künstlerin und Vertreter des Denkmalschutzamtes für die Feinabstimmung der Abschlussarbeiten an der Taufmuschel. Diese ist zwar ein besonders wichtiges, aber nur ein Projekt im Rahmen der baulichen Verschönerung und der Erhaltung der Dorfkirche. Als nächstes wird die Tür „in Ordnung gebracht“, berichtet Christiane Klußmann. Ein weiteres Projekt ist auch die Bekämpfung des Holzwurmbefalls im Kircheninnern. Doch die Behandlung kostet etwa 15 000 Euro. Langfristig müsse das Dach neu eingedeckt werden, „aber dicht ist es noch“, sagt die Pfarrerin.

Die Trechwitzer Kirche liegt umgeben von einem Friedhof am Rande des Dorfes

Die Trechwitzer Kirche liegt umgeben von einem Friedhof am Rande des Dorfes. Von dort geht der Blick weit in die Feldmark hinaus.

Quelle: Marion von Imhoff

Am 25. September feiert die Gemeinde mit Generalsuperintendentin Heilgard Asmus die neue Muschel des Trechwitzer Taufengels.

Die Lukas-Gemeinde Jeserig

Christiane Klußmann ist seit 2011 Pfarrerin der Lukas-Kirchengemeinde, zu der Jeserig, Deetz, Schenkenberg und Trechwitz gehören. In den vier Dörfern betreut die 44-Jährige rund 850 Gemeindemitglieder. Rund 70 von ihnen leben in Trechwitz.

1750 ließ Ludolf Ehrenreich von Rochow die Trechwitzer Kirche erbauen. Ein Jahr später starb er. Bestattet wurde er in der Gruft unterhalb des Altars.

Jährlich finden in der Trechwitzer Kirche etwa drei Taufen statt. In diesem Jahr konnte Pfarrerin Klußmann noch keine Taufe dort feieren. Im vorigen Jahr waren es 15 Taufen insgesamt in der Kirchengemeinde, auch durch Konfirmanden, die sich vor der Konfirmation taufen ließen.

Von Marion von Imhoff

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