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Eine unmögliche Liebe im Stasi-Knast

Brandenburger Theater Eine unmögliche Liebe im Stasi-Knast

„Zwölf heißt: Ich liebe dich.“ Dieses Stück von Jochen Gehle hat das Theater der Altmark Standal am in Brandenburg auf die Bühne gebracht. Doch es scheitert nicht an seinem Thema, einer Liebe zwischen Stasi-Opfer und Stasi-Offizier, sondern an der Dramaturgie der Darbietung.

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Das Stasi-Opfer und der Stasi-Offizier im Stück „Zwölf heißt: Ich liebe dich.“ Es ist ein Gastspiel des Theaters der Altmark Stendal im Brandenburger Theater.
 

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H.  „Zwölf heißt: Ich liebe dich“. Jochen Gehle hat ein Theaterstück geschrieben über eine unmögliche Liebe. Zumindest sehen das die Opferverbände so, Menschen also, die die Gräueltaten der Stasi, die Folter, die Isolation in DDR-Gefängnissen wie Hohenschönhausen erlitten haben. Was nicht sein kann, das nicht sein darf. Weil das so ist, kann die authentische Geschichte von Regina Kaiser, einst Dissidentin, und Uwe Karlstedt, ehemals Vernehmer in Hohenschönhausen, einfach nicht wahr sein. Wer Hohenschönhausen erlebt hat, der weiß, dass eine Liebe zwischen Peiniger und Opfer niemals passiert sein kann.

Carolin Wiedenbröker spielt die junge Gefangene im Stasigefängnis  Hohenschönhausen

Carolin Wiedenbröker spielt die junge Gefangene im Stasigefängnis Hohenschönhausen.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Die Dissidentin und den Stasi-Offizier hat es aber wirklich gegeben. Regina Kaiser und Uwe Karlstedt sind sich in dieser unmenschlichen Situation begegnet. Beide behaupten, es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen. Zwölf Jahre nach der Wende sind sie sich wieder begegnet. Inzwischen sind sie verheiratet. Sie haben ein Buch über ihre Liebe geschrieben. Einen Sturm der Entrüstung hat 2008 die Verfilmung des Buches mit Claudia Michelsen und Devid Striesow ausgelöst. Kaiser und Karlstedt wird vorgeworfen, dass sie die Schrecken verharmlosen. Das Theaterstück von Gehle ist in Stendal uraufgeführt worden. Am Freitagabend wurde das Stück „Zwölf heißt: Ich liebe dich“ als Gastspiel in der Brandenburger Studiobühne aufgeführt.

Gegenwart und Vergangenheit in einem Bühnenbild

In seiner Inszenierung vereint Regisseur Yaron Goldstein Gegenwart und Vergangenheit in einem Bühnenbild. Da fällt es schwer, Isolation nachzuvollziehen. Dafür ist auf der Bühne zu viel los. Rechts symbolisieren eine Pritsche und ein Waschtisch Christianes Zelle. Auf der linken Seite ist das Verhörzimmer nachgestellt. In der Mitte die junge Anwältin Hanna (Michaela Maxi Schulz). Sie soll Christiane vor dem Arbeitsgericht vertreten. Denn der frühere nDissidentin, die nun Besucher durch die Gedenkstätte führt, wurde gekündigt. Vorwurf: Durch ihre Liebe zum einstigen Stasi-Offizier verhöhne sie die Opfer.

Die Rolle Christianes ist doppelt besetzt. Carolin Wiedenbröker ist die junge, Michaela Fent die spätere Christiane. Als Stasi-Offizier wird Jens von Carsten Faseler verkörpert, den reiferen Jens spielt Autor Jochen Gehle selbst. Zu ihren Gesprächstexten kommen jeweils noch innere Monologe dazu. Der spannende Bühnenstoff wird durch zu viel Betriebsamkeit bis zur Bedeutungslosigkeit zerfasert.

Von Ann Brünink

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