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Brandenburg/Havel Einfach miteinander reden: Projekt bringt Deutsche und Flüchtlinge zusammen
Lokales Brandenburg/Havel Einfach miteinander reden: Projekt bringt Deutsche und Flüchtlinge zusammen
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13:28 11.10.2018
Marie Offermanns (Mitte) mit den Teilnehmern des Projekts "zu Hause, eine Bank im Grünen". Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H

Ängste und Vorurteile abbauen – zu diesem Zweck brachte das Projekt „zu Hause, eine Bank im Grünen“ der Potsdamer Stiftung für Engagement und Bildung alteingesessene Bürger des Stadtteils Hohenstücken in Brandenburg an der Havel und Flüchtlinge zusammen, die seit kurzem in der Havelstadt leben.

Am Mittwoch präsentierte das Projekt die Ergebnisse der Zusammentreffen im Café Miteinander im Bürgerhaus in der Walther-Ausländer-Straße. Vor allem eins wurde schnell offensichtlich: so unterschiedlich die Teilnehmer auch sein mögen, sie alle verbindet, dass sie Brandenburg an der Havel ihr zu Hause nennen.

„Unser Ziel war es, dass sich Deutsche und Flüchtlinge treffen, und über ihre Vorstellungen vom Zusammenleben sprechen“, sagt Marie Offermanns (25), Projektleiterin und Referentin der Stiftung für Engagement und Bildung in Potsdam. „Dafür ist das Café Miteinander ein super Anlaufpunkt, da hier bereits Leute in Kontakt kommen.“

Interview mit den Teilnehmern

Für das Projekt wurden vier Interviews zwischen neun Teilnehmern über einen Zeitraum von vier Monaten geführt. Die Teilnehmer sprachen über ihr Leben und ihre Wünsche für die Zukunft. Für Offermanns ein voller Erfolg: „Die Gespräche haben gezeigt, dass viele Berührungspunkte zwischen den alten und neuen Bürgern existieren“, erklärt die Projektleiterin. „Allerdings ersetzen die Gespräche keinen langfristigen Prozess, der nötig ist, um ein gemeinsames Miteinander zu fördern.“

Ähnlich sieht es auch Steffen Paetznick. Der 35-Jährige ist Vorsitzender des Vereins Arbeiten und Wohlfühlen in Hohenstücken und backt im Café Miteinander jede Woche frischen Kuchen. Im Rahmen des Projekts „zu Hause, eine Bank im Grünen“ sprach er mit einem syrischen Flüchtling, der ebenfalls mit seiner Familie in Hohenstücken lebt.

Empfehlenswerte Dialoge

„Solche Dialoge sind absolut empfehlenswert“, so Paetznick. „Es sollte bundesweit mehr solcher Projekte geben, denn nicht alle Flüchtlinge sind Gewaltverbrecher, wie es in den Medien oftmals dargestellt wird.“ Paetznick plane bereits, bald auch syrische Gerichte und Gebäck auf die Speisekarte des Cafés zu setzen.

Für eine andere Perspektive sorgte unter anderem Ammar Bshir. Bshir wohnt seit zwei Jahren in der Havelstadt und flüchtete vor dem Krieg in seiner Heimatstadt Damaskus aus Syrien. „Ich habe in Syrien Kaufmann im Einzelhandel gelernt, und möchte die Tätigkeit gerne in Deutschland weiterführen“, so der 24-Jährige. „Zu diesem Zweck lerne ich momentan Deutsch.“

Gemeinsamer Besuch einer Moschee

Gemeinsam mit seiner Deutschlehrerin besuchte Bshir die Moschee in der Bahnhofsvorstadt, um über die Bräuche des Islams zu sprechen. Unterschiede zwischen den Menschen bewerte er kulturunabhängig: „Es gibt überall gute und schlechte Menschen.“

Zusätzlich zum Projekt werden den Bürgern des Stadtteils drei Parkbänke gestiftet. Diese werden ab 2019 im Schulgarten der Städtischen Grundschule „Gebrüder Grimm“ in Hohenstücken stehen. „Diese Bänke sollen auch in Zukunft einen Ort der Begegnung darstellen“, schließt Offermanns ab.

Von Tobias Wagner

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