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Brandenburg/Havel Einsatz gegen Raser: Blitzer-Falle an der Autobahn 2
Lokales Brandenburg/Havel Einsatz gegen Raser: Blitzer-Falle an der Autobahn 2
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07:38 17.11.2018
Peter Palm baut ein Messgerät an der A2 auf. Quelle: Julian Stähle
Netzen

„Die Hauptunfallursache auf der A2 sind Geschwindigkeitsübertretungen“, berichtet Peter Palm, während er fast 100 Meter Kabel am Rande der A2 verlegt.

Der 57-jährige Polizeibeamte und sein Kollege sind am Morgen zu einer Messstelle bei Netzen bei Brandenburg an der Havel gefahren, um an einer der meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands Geschwindigkeitsübertretungen zu dokumentieren. An dieser Stelle gibt es eine Begrenzung auf 120 Stundenkilometer, weil sich der Fahrbahnzustand sich in jüngster Zeit rapide verschlechtert hatte. Experten sprechen von „Versetzungen in den Betonplatten“ der Autobahn.

Polizisten sind im Einsatz an der A2 bei Brandenburg, um Raser zu erwischen. Die Messungen sollen die Unfallzahlen verringern. Für die Beamten ist der Aufbau der Geräte ein lebensgefährlicher Job.

„Wir machen den Job hier, um Unfälle zu vermeiden“, sagt Peter Palm. Er ist ein erfahrener Autobahnpolizist. „Einige hassen uns sicher dafür, aber wir dokumentieren die Übertretungen nur, ahnden tun es später andere.“

Die beiden Beamten haben ihren grau lackierten, etwas unscheinbaren VW-Bus am Waldrand abgestellt. Gut getarnt ist auch die Messtechnik, die die beiden hinter einer Notrufsäule aufbauen. Ein Messsensor, drei Kameras und drei Blitzgeräte zählen zu der nicht ganz preisgünstigen Ausrüstung, die mit zahlreichen Metern Kabel an den Messcomputer im Fahrzeuginneren angeschlossen wird. „Das kostet schon mal so viel wie ein Einfamilienhaus“, erklärt Peter Palm.

Bevor die Polizisten in der Dienstelle losfahren, erledigen sie den Papierkram, kontrollieren Fahrzeug und Technik. „Vor Ort prüfen wir erst die Beschilderung und fahren dann über die Dörfer zu der Messstelle von außen an die Autobahn heran“, berichtet Peter Palm.

Drei Kameras und dazugehörige Blitze

Zu der Anlage gehören der Sensor und die Rechnereinheit im Fahrzeug, dann drei Kameras und die dazugehörigen Blitze. „Der Rechner wird mit allen Komponenten verbunden und dann können wir messen.“

Ist alles aufgebaut, müssen die Beamten noch die Neigung der Straße messen und dokumentieren, damit die Ergebnisse möglichst präzise sind. „Es soll ja später alles vor Gericht verwertbar sein“, erklärt Peter Palm die akribischen Vorbereitungen.

Dann ist es so weit, der Computer im Fahrzeug ist hochgefahren und die Messtechnik einsatzbereit. Mit einem Klick auf den Bildschirm startet der Polizist die Messung. „Ich habe den Computer auf 135 Stundenkilometer eingestellt, hier ist eine 120er-Zone, sodass abzüglich der Toleranz bei der Bußgeldstelle dann 10 Stundenkilometer übrig bleiben“, erklärt Peter Palm

Kaum aufgebaut, rasen die ersten Autofahrer in die Falle

Und schon piepen die Geräte. Die ersten Fotos erscheinen auf dem Bildschirm. „Im Schnitt fahren fünf Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell“, sagt Palm. Das weiß er aus jahrelanger Erfahrung.

Auch sonst hat Peter Palm in seiner Dienstzeit schon so einiges erlebt: „Einige Autofahrer rasen auch schon mal mit 200 bis 250 Stundenkilometer durch eine 120er-Zone“, berichtet er. „Auch das können wir messen, das Gerät zeichnet bis 250 Stundenkilometer auf, aber die Fotos gibt es bis 399 Stundenkilometer. Auch wer mit mehr als 250 hier vorbeirast, bekommt also Post von der Bußgeldstelle“,so der Polizist. Für solche Raser habe er aber keinerlei Verständnis. „Die Schilder sind deutlich sichtbar.“

Lebensgefährlicher Einsatz

Der heute 57 Jahre alte Peter Palm hat vor ein paar Jahren am eigenen Leib erfahren, wie schnell wegen Raserei und Unachtsamkeit ein Unfall passieren kann. Genau an diesem Messplatz hatte Palm gerade einen Akku getauscht, als ein Transporter mit Anhänger direkt in die Stelle krachte und alle Messgeräte platt walzte.

„Wäre ich 30 Sekunden später mit dem Akkutausch fertig gewesen, stände ich heute hier nicht mehr“, sagt der noch immer sichtlich geschockte Beamte. „Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich hierher komme!“

Den eigenen Sohn geblitzt

Aber die Polizisten erleben auch mal Dinge, die ein bisschen zum Schmunzeln sind: „Vor einiger Zeit habe ich beim Kontrollieren der Fotoergebnisse plötzlich ein Nummernschild erkannt. Als ich das Foto genauer anschaute, entdeckte ich meinen eigenen Sohn darauf. Auch wenn es nur eine geringe Übertretung war, gab es dann zuhause eine kleine Standpauke“. Dann schaut er wieder auf den Bildschirm. Und irgendwann an diesem Tag bauen er und sein Kollege die ganze Technik wieder ab und verstauen sie im Auto, das sie zurück zur Wache bringt.

Von Julian Stähle

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