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Ja-Wort im geborgten Brautkleid

Eiserne Hochzeit Ja-Wort im geborgten Brautkleid

Vor 65 Jahren haben sich Edith und Helmut Bock in Brandenburg an der Havel das Ja-Wort gegeben. Weil sie damals nicht viel hatten, musste sich die Braut Hochzeitskleid und Schleier von einer Kollegin borgen. Kennengelernt hat sich das eiserne Ehepaar beim Tanz im Frühjahr 1947.

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Edith und Helmut Bock sind seit 65 Jahren verheiratet.

Quelle: Norman Giese

Brandenburg/H. Der 11. November ist nicht nur für Narren und Jecken ein besonders Datum, sondern auch für Edith und Helmut Bock. Vor 65 Jahren haben sich die beiden Brandenburger an diesem Tag das Ja-Wort gegeben. „Karneval gab es damals noch gar nicht in Brandenburg“, erinnert sich die 85-jährige Edith Bock, die am Mittwoch mit ihrem Mann eiserne Hochzeit feiert.

Kennengelernt hat sich das Paar beim Tanz im Volkshaus (heute Klubhaus „Philipp Müller“) in der Steinstraße. „Das war im Frühjahr 1947 nach dem strengen Winter von 1946/47“, erzählt Helmut Bock. „Da war ich noch nicht mal 17 Jahre alt“, sagt seine Frau Edith. Die gebürtige Brandenburgerin und der Flüchtling aus Ostpreußen trafen sich anschließend immer öfter und zogen schließlich in ihre erste gemeinsame Wohnung in der Werderstraße.

Hochzeit in der Katharinenkirche

„Das war die Vier-Zimmer-Wohnung meiner Eltern. Da haben wir zwei Zimmer gehabt“, so Helmut Bock, der im Dezember 90 Jahre alt wird. Im November 1950 folgte die Heirat, erst im Standesamt und dann in der Katharinenkirche. „Weil wir nicht viel hatten, habe ich mir das Hochzeitskleid und den Schleier von einer Kollegin geborgt“, sagt Edith Bock, die viele Jahre als Näherin bei der Brandenburger Kinderbekleidung gearbeitet hat. Ehemann Helmut war unterdessen bis zu seiner Rente 39 Jahre lang beim Wohnungsbaukombinat in der Abteilung Plattenwerk tätig.

Zwischen 1951 und 1963 bekamen die Bocks zwei Töchter und einen Sohn. Gemeinsam lebten sie weiterhin in der Wohnung in der Werderstraße, die sie ab 1965 für sich allein hatten, nachdem Helmut Bocks Eltern Brandenburg verlassen hatten. Bis 1994 wohnte das Ehepaar in der Vier-Zimmer-Wohnung, dann zog es in die Altstädtische Fischerstraße. „Dort habe ich von meiner Tante ein Haus geerbt, das wir aber erst wieder aufbauen mussten“, erzählt Edith Bock.

Jubiläumsfeier mit der Familie

Noch heute leben die beiden Rentner in dem Haus in der Altstadt, in dem auch eine ihrer Töchter eine Wohnung hat. Auch ihr 64-jähriger Sohn wohnt nach wie vor in der Havelstadt. Die jüngste Tochter hat es indes nach Rostock verschlagen. „Sie haben wir erst im August eine Woche lang besucht“, sagt Edith Bock.

Gemeinsam mit der Familie wird nun am Wochenende auch die eiserne Hochzeit gefeiert. Neben den drei Kindern kommen dann auch die vier Enkel, die zwischen 28 und 37 Jahre alt sind, zu den Großeltern. Am Nachmittag ist eine Kaffeerunde geplant und am Abend geht es zum Essen in ein Restaurant.

Von Norman Giese

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