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Brandenburg/Havel Elas letzter Wille ist ihr Vermächtnis
Lokales Brandenburg/Havel Elas letzter Wille ist ihr Vermächtnis
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16:52 12.08.2016
Ela Wagner (1984-2016) mit ihrer besten Freundin Mareike (r.). Quelle: privat
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Brandenburg/Rathenow

„22 830 Euro Danke liebe Ela“. Das kann man seit Mittwoch auf der Facebookseite von Ela Wagner lesen. Die beliebte Mitarbeiterin der MAZ verstarb vor vier Wochen im Alter von 32 Jahren an den Folgen einer Leukämie-Behandlung. Kurz vorher hatte sie noch einen Aufruf verfasst, in dem sie appelliert, für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) Geld zu geben. 40 Euro kostet es, eine Speichelprobe zu typisieren. Die DKMS ist ständig auf Spenden angewiesen.

Gänsehautgefühl bei den DKMS-Mitarbeitern

Der Aufruf wurde zum Nachruf, der Appell ist das Vermächtnis. „Wir hatten Gänsehaut“, sagt Simone Henrich, die bei der DKMS das Sonderkonto betreut. „Und wir haben immer wieder Tränen in den Augen, weil die junge Frau in dieser schweren Situation an andere Leukämie-Kranke gedacht hat.“ Für Ela selbst stand übrigens ein Knochenmarkspender bereit – der eigene Bruder. Doch dazu kam es nicht mehr.

Kampf gegen Leukämie

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei DKMS wurde 1991 gegründet. Inzwischen ist sie in mehreren Ländern vertreten, unter anderem USA, Polen, Spanien und Großbritannien.

Das Ziel der Organisation ist es einerseits, eine möglichst umfangreicher Knochenmarkspenderdatei aufzubauen. Außerdem unterstützt man viele Projekte, um die Krankhei Leukämie irgendwann zu besiegen.

Ela Wagner hat kurz vor ihrem Tod im MAZ-Gespräch alle Brandenburgerinnen und Brandenburger und alle Menschen in der Region aufgerufen, die Deutsche Knochenmarkspenderdatei – DKMS – mit einer Spende zu unterstützen. Die Märkische Allgemeine unterstützt den Aufruf und bittet alle Leser, zu spenden.

40 Euro kostet es, eine Speichelprobe zu typisieren und zu registrieren. Bei der DKMS treffen viel mehr Speichelproben ein, als registriert werden können. Es fehlt das Geld.

Die DKMS hat ein Konto für die Aktion, das weiterhin offen ist. IBAN: DE64 6415 0020 0000 2555 56; BIC SOLADES1TUB; Verwendungszweck (sehr wichtig, unbedingt angeben) DKMS-ELA.

Das Spendenergebnis war bereits zum Tag der Urnenbeisetzung erstaunlich. Rund 9700 Euro vermeldete die DKMS. Der erneute Spenden-Schub kam zustande, weil die Lieblingsband von Ela Wagner, die Gruppe Mia, einen anrührenden Post in den sozialen Netzwerken verbreitete. Ela hatte die Band stets begleitet, war mit den Musikern befreundet und gilt als „Mia-Begleiterin der ersten Stunde“, wie in dem Facebook-Beitrag zu lesen war.

Kommentare von der Familie

Nachdem am Mittwoch bekannt wurde, welche Spendensumme da zusammengekommen war, meldeten sich auch umgehen Freunde und Familie von Ela Wagner zu Wort. „Unglaublich“, sagt Tobias Wagner, mit dem Ela seit Frühjahr 2014 verheiratet war. „Total beeindruckend“, kommentierte Elas beste Freundin Mareike Lange, die zusammen mit Tobias täglich am Krankenbett von Elas Wagner war.

DKMS will die Geschichte bekannt machen

Für Familie und Freunde ist es ein kleiner Trost, dass dieses Vermächtnis von Ela so überwältigend ausgefallen ist. Für die DKMS und Simone Henrich ist das Ergebnis ein Anlass, das gute Beispiel von Ela Wagner noch bekannter zu machen. „Wir haben eine eigene Zeitschrift, in der wir das veröffentlichen wollen“, sagt die DKMS-Mitarbeiterin. Mit Blick auf die Spenden sagte Simone Henrich, dass sowohl kleine Einzelbeiträge als auch größere Beiträge von Firmen auf dem Konto eingegangen sind.

570 potenzielle Lebensretter

Insgesamt 570 Speichelproben können bei der DKMS nun typisiert werden. Mit der Summe aus Ela Wagners Aufruf haben nun 570 weitere Leukämie-Kranke die Chance, einen geeigneten Knochenmarkspender zu finden.

Von Joachim Wilisch

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