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Elf Prozent der Dreijährigen haben Karies

Brandenburg an der Havel Elf Prozent der Dreijährigen haben Karies

Eltern sollten schon mit ihren halbjährigen Babys das erste Mal zum Zahnarzt gehen, sobald die Milchzähne kommen. Das sagt Gudrun Rojas vom Zahnärztlichen Dienst der Stadt Brandenburg. Elf Prozent der Dreijährigen haben unbehandelte Karies. Bei den Fünfjährigen sehe es noch düsterer aus, so Rojas.

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Ein Kind beim Zahnarzt.

Quelle: DPA

Brandenburg/H. Anlässlich des Tages der Zahngesundheit appelliert Gudrun Rojas an Eltern von Kleinkindern, die Gesundheitsfürsorge für ihre Söhne und Töchter ernst zu nehmen. Die Leiterin des Zahnärztlichen Dienstes der Stadt Brandenburg äußert sich besorgt, dass elf Prozent der Dreijährigen unbehandelte kariöse Zähne hätten. Das sei zwar ein Rückgang um vier Prozent im Vergleich zu 2009, aber dennoch nicht zufriedenstellend. Die Kinderzahnärztin rät dringend, Kinder regelmäßig zum Zahnarzt zu bringen, mindestens zwei Mal im Jahr. Kinder im Alter von sechs Monaten sollten zum ersten Mal zum Zahnarzt vorgestellt werden. Diese Untersuchungen bezahlten auch die Krankenkassen.

Als wichtigste Ursache für Karies im Kleinkindalter sei die Gabe von Fläschchen, insbesondere in der Nacht. Gudrun Rojas rät dringend davon ab, Babys und Kleinkindern über Nacht Fläschchen ins Bett mitzugeben, egal ob mit Milch, Tee, Saft oder Wasser. All diese Flüssigkeiten schadeten der Zahngesundheit. „Das ständige Verführen zum Trinken stört die Zahngesundheit. Der kleine Mund muss nachts zur Ruhe kommen“, so Gudrun Rojas. Verlange ein Kind dennoch nachts nach einem Getränk, sollten die Eltern aufstehen und dem Kind ein Glas Wasser bringen. Auch sonst gelte die Regel, dem Kind, sobald es sitzen und aus einer Tasse trinken könne, kein Fläschchen mehr zu geben. Naschen sei erlaubt. Es sei lebensfremd, es zu verbieten, aber lieber ein paar Süßigkeiten und dann Zähneputzen als mehrere Süßigkeiten über den Tag verteilt zu essen. „Dann sind die Zähne ständig von der Säure, die sich dann bildet, genervt.“

Generell sei es um die Zahngesundheit bei Kindern besser bestellt als noch vor Jahren. „Wir haben eine leicht positive Entwicklung hier in der Stadt.“

Sorge bereitet Gudrun Rojas auch die Kariesprophylaxe bei den Fünfjährigen. Bei ihnen hat in der Stadt Brandenburg fast jedes vierte Kind unbehandelte Karies und jedes zehnte bereits Plomben. „Bei den Fünfjährigen sieht es ziemlich düster aus.“ Ziel sei es 2020 landesweit, dass in dieser Altersgruppe 80 Prozent der Kinder noch kariesfrei seien. „Wir sind jetzt bei 70 Prozent.“

Eltern sollten mit gutem Beispiel für gesunde Ernährung vorangehen. Dazu gehöre es, dem Kind auch einmal Gemüse zum Knabbern zu geben. Zähne sollten die Eltern mindestens einmal täglich bei ihren Söhnen und Töchtern nachputzen. Erst wenn Kinder Schreibschrift beherrschten, seien sie motorisch auch in der Lage, sich die Zähne ausreichend gründlich selbst zu putzen.

Gudrun Rojas spricht noch ein Feld an, dass wichtig sei für die Zahngesundheit bei Kindern: die Kindergärten. Erzieher setzten wichtige Impulse. „Wir freuen uns alle über die steigende Zahl an Geburten, aber im gleichen Zuge muss auch die Zahl der Erzieher angehoben werden, damit diese die auch im Bereich der Gesundheitsfürsorge ausreichend Zeit für die Kinder hätten, sagt die Leiterin des zahnärztlichen Dienstes.

Jedes Kind in der Stadt Brandenburg wird einmal im Jahr amtszahnärztlich im Kindergarten und Schule untersucht bis zum zehnten Schuljahr. Nur an Gymnasien entfalle dies für die achten und zehnten Klassen.

Von Marion von Imhoff

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