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Brandenburg/Havel Elisabethhaus für ein Jahr hinter Gittern
Lokales Brandenburg/Havel Elisabethhaus für ein Jahr hinter Gittern
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17:25 05.04.2018
Das Elisabethhaus auf dem Amtshof der Lehniner Klosteranlage wird vor allem im Innern saniert. Quelle: Frank Bürstenbinder
Lehnin

Der Bauzaun und eine Toilettenkabine sind ein ungewohnter Anblick auf dem Amtshof des ehemaligen Zisterzienserklosters. Für ein knappes Jahr müssen die Lehniner ohne das Elisabethhaus auskommen, dass seit mehr als 600 Jahren das historische Gebäudeensemble prägt. Für fast 2,5 Millionen Euro machen Handwerker das denkmalgeschützte Gemäuer, das der Öffentlichkeit vor allem wegen seines Festsaals bekannt ist, fit für seine künftige Nutzung.

Breit aufgestellt in Lehnin

Das Elisabethhaus bildet die wichtigste südliche Abgrenzung des Wirtschaftshofes zur Klosterkirche. Der rund 60 Meter lange Baukörper steht für die wirtschaftliche Blüte im späten 13. Jahrhundert.

Als Teil der Begegnungsstätte Zentrum Kloster Lehnin bildet das Elisabethhaus inklusive Rezeption künftig den wichtigsten Ort für Veranstaltungen, Tagungen, Feste und Übernachtungen.

In Lehnin betreibt das Diakonissenhaus zwei Kliniken, ein Altenheim, ein stationäres Hospiz, den ambulanten Hospiz- und Palliativdienst Potsdam-Mittelmark, eine Kita, Beratungsstellen und ein Museum.

In dieser Woche haben die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten am Elisabethhaus begonnen. Nach deren Abschluss wird das ehemalige Wirtschaftsgebäude der zentrale Veranstaltungsraum des Zentrums Kloster Lehnin sein. Im Erdgeschoss finden neben dem Festsaal zwei Seminarräume sowie Nebenräume ihren Platz. Auch die Rezeption wird im Eingangsbereich untergebracht. Im Obergeschoss, wo sich die Schlafräume der Diakonissen und später das Internat der Ausbildungsstätte für Pflegeberufe befanden, entstehen 16 komfortable Gästezimmer mit 29 Betten.

Diakonissenhaus-Vorsteher Matthias Blume (r.) mit dem von Landrat Wolfgang Blasig übergebenen Fördermittelbescheid. Quelle: Frank Bürstenbinder

„Auf diese Weise bleibt das Evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin seinem Grundsatz Erhalt durch Nutzung treu. Die Klosteranlage gewinnt weiter an Attraktivität auch für mehrtägige Veranstaltungen“, freute sich zum Baustart Vorstandsvorsitzender Pfarrer Matthias Blume. Immerhin besuchen jedes Jahr rund 30 000 Gäste die Klosteranlage. Die Sanierung des Elisabethhauses wird zu einem großen Teil aus Mitteln des Leader-Programms der EU gefördert. Weitere Fördermittel sind durch das Brandenburger Kulturministerium in Aussicht gestellt worden. Rund 800 000 Euro bringt das Diakonissenhaus selbst auf.

Eine Tür zum Lehniner Elisabethhaus. Quelle: Frank Bürstenbinder

Mit 100 000 Euro beteiligt sich der Landkreis Potsdam-Mittelmark an der Verjüngungskur des Elisabethhauses. Landrat Wolfgang Blasig nutzte den Sanierungsbeginn, um Vorstand Blume den Fördermittelbescheid zu übergeben. „Zum Glück ist Potsdam-Mittelmark in der Lage, sich solche Ausgaben für den Denkmalschutz leisten zu können“, sagte Blasig im Giebelsaal des benachbarten Schulhauses. Bereits an dessen Restaurierung hatte sich der Landkreis beteiligt, der jährlich mit rund 300 000 Euro Investitionen in den Erhalt denkmalgeschützter Anlagen unterstützt. Für 2018 wurde dieser Posten im Haushalt eigens wegen der Lehniner Klosteranlage auf 400 000 Euro aufgestockt, um kleinere Maßnahmen nicht zu benachteiligen.

„Das Geld vom Landkreis wird insbesondere für die Haustechnik und die Anschaffung von Ausstattungsgegenständen eingesetzt“, sagte Objektplaner Peter Berger aus Cottbus. Sein Architekturbüro Berger & Fiedler stand vor der Herausforderung den jahrhundertalten Baukörper mit den Anforderungen an ein zeitgemäßes und barrierefreies Beherbergungsobjekt in Einklang zu bringen.

Architekt Peter Berger. Quelle: Frank Bürstenbinder

Dazu gehören auch moderne Brandschutzanforderungen für eine Gesamtnutzfläche von rund 1400 Quadratmeter. Auch die Auftraggeber aus dem Diakonissenhaus bekamen bei den Ausschreibungen die gute Konjunktur am Bau zu spüren. „Auf einige Lose meldeten sich keine Interessenten. Bei anderen Gewerken waren wir froh, wenn zwei oder drei Angebote abgegeben wurden“, berichtete Architekt Berger. Nun sei er optimistisch, dass die Arbeiten zügig vorangehen würden.

Diakonissenhaus-Vorstand Blume bezeichnete die bereits erfolgten Sanierungen und Nachnutzungen auf dem Klostergelände passend zur Osterzeit als „kleine Auferstehungsgeschichten“. Man sei in die Pflicht genommen, diesen Ort des Nächstendienstes und des geistigen Lebens auch in Zukunft zu erhalten, so Blume.

Von Frank Bürstenbinder

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