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Elternhaus diente als Drogenküche

Brandenburg an der Havel Elternhaus diente als Drogenküche

Weil sie ihrem Sohn bei seinen Drogengeschäften geholfen haben, wurden auch die Eltern des Brandenburger Großdealers Mark W. (31) zu Haftstrafen verurteilt. Ein Komplize hatte das Ehepaar verraten. Der Dealer hatte die Waschküche von Vater und Mutter in Brandenburg/Havel zur Drogenküche umfunktioniert.

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Quelle: dpa

Brandenburg/H. Weil sie ihrem Sohn bei seinen Drogengeschäften geholfen haben, wurden auch die Eltern des Brandenburger Darknet-Drogenhändlers Mark W. (31) zu einer Haftstrafe verurteilt. Ein Komplize ihres Sohnes hatte das Ehepaar verraten. Der Dealer hatte die Waschküche von Vater und Mutter in Brandenburg an der Havel zu einer Drogenküche umfunktioniert. Seine Eltern hatten das mitbekommen, hieß es bei der Verhandlung.

Als Bande haben drei Brandenburger hohe Einnahmen erzielt, indem sie über die illegale Internet-Plattform Silk Road Rauschgift verkauft haben, neben Marihuana auch Amphetamine, Ecstasy und Kokain. Als der illegale Handel aufgeflogen ist, belasteten sich die Bandenmitglieder gegenseitig. Mark W. verriet seinen Komplizen an die Polizei. Die zeigten sich dafür erkenntlich und führen die Ermittler auf die Spur der Eltern ihren Bandenchefs.

Noch ehe die eigentlichen Drogenhändler in dieser Woche im Landgericht Potsdam zu Haftstrafen zwischen zweieinhalb und fast fünf Jahren verurteilt wurden, standen die Eltern von Mark W. vor Gericht. Denn die Waschküche in ihrem Haus wurde von ihrem Sohn und dessen Komplizen als Drogenküche genutzt.

In einer Teigknetmaschine mischten die beiden dort acht Kilo Amphetamine mit zwei Kilo Koffein, wie das Schöffengericht Brandenburg in seinem Urteil vom vergangenen Sommer feststellte. Bei dieser Arbeit wurden beißende chemische Gerüche freigesetzt, die die angeklagten Eltern in ihrem Haus auch bemerkten. Denn mindestens einer der beiden Eltern hatte während des geruchsintensiven Mischvorgangs die Waschküche getreten und gefragt, was da los ist. Wenig später reinigten die Eltern nicht nur die Waschküche, sondern auch noch die Knetmaschine, die von den Drogen verunreinigt wurde.

Im Laufe des aktuellen Prozesses ist deutlich geworden, dass das Elternhaus auf der Eigenen Scholle auch eine Drehscheibe des Drogenhandels gewesen ist. Dorthin schickten die niederländischen Rauschgiftlieferanten ganz einfach mit der Post ihre Drogenpakete. Die Brandenburger Bande organisierte danach im Darknet auf der vor dreieinhalb Jahren aufgeflogenen Schwarzmarkt-Plattform Silk Road den gewinnbringenden Weiterverkauf.

Die Eltern legten vor dem Schöffengericht ein Geständnis ab, das ihnen ebenso strafmildernd angerechnet wurde wie der Umstand, dass beide noch keine Vorstrafen hatten. Die Brandenburger Richter hielten eine Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung für schuldangemessen. Sie erwarten, dass beide darin eine ausreichende Warnung sehen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Von Jürgen Lauterbach

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