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Emilys Vater beteuert seine Unschuld

Versuchter Giftmord: Verteidiger plädiert auf Freispruch Emilys Vater beteuert seine Unschuld

Der Angeklagte im Giftmordprozess beteuerte auch am vorletzten Verhandlungstag seine Unschuld. Gerd S. (37) äußerte in seinem Schlusswort, wie sehr er seine Kinder liebe und dass er zu einer Tat, wie sie ihm vorgeworfen wird, nicht fähig sei. Der Staatsanwalt glaubt ihm indes weiterhin nicht und fordert eine lange Haftstrafe.

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Der Angeklagte Gerd S. wird in den Gereichtssaal geführt.

Quelle: Julian Stähle (Archiv)

Brandenburg an der Havel. „Hier sitzt definitiv der Falsche auf der Anklagebank, ich liebe meine Kinder, ich könnte meinem eigen Fleisch und Blut nie etwas antun.“ Mit diesem Schlusswort des Angeklagten Gerd S. (37) endete am Dienstag der vorletzte Prozesstag im Fall Emily.

Staatsanwalt Gerd Heininger wirft Gerd S. versuchten Mord an dessen Tochter Emily vor, die am Mittwoch zwei Jahre alt wird. Heininger forderte dafür in der vergangenen Woche eine lebenslange Haftstrafe. Gestern hatte Verteidiger Matthias Schöneburg im Landgericht Potsdam das Wort. Er forderte Freispruch für seinen Mandanten, weil er die vorgeworfenen Taten vehement bestreite und sie ihm nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden könnten.

Wer vergiftete das Kind?

Tierpfleger Gerd S. soll seiner Tochter Emily laut Anklage zwischen dem 19. März und 29. Juni 2014 zwölfmal giftige Substanzen wie Desinfektions- und Reinigungsmittel verabreicht haben, so dass das Kind immer wieder schwer erkrankte. Ende Juni habe er seinem Kind so viel vergällten Alkohol eingeflößt, dass es nur knapp und mit viel Glück nicht daran starb. Verteidiger Schöneburg räumte ein, dass als Täter nur Gerd S. oder die Kindesmutter Nadja G. (27) in Frage kämen.

Doch gebe es keinen konkreten Beweis, dass es sein Mandant war. Keine der Zeugen habe je gesehen, dass er Emilys Nahrung in den drei Kliniken in Neumünster und der Stadt Brandenburg manipuliert oder ihr gegeben hat.

Schöneburg betonte, Gerd S. habe überhaupt kein Motiv gehabt, seine Tochter zu schädigen oder umzubringen. Was der Staatsanwalt zum Motiv vorgetragen hat, nannte er „konstruiert“. Eine angebliche Liebhaberin des Angeklagten als Motiv anzuführen sei „abenteuerlich und lebensfremd“. Dass die Familie seiner Frau ihn gering geschätzt habe und dass er Emily gehasst haben soll sind laut Schöneburg keine Argumente, die solche Taten erklären würden.

Kindesmutter reagiert emotionslos

Die Kindesmutter Nadja G. habe vor Gericht zwar einen guten Eindruck gemacht. Doch mehrere Zeugen hätten berichtet, wie emotionslos und distanziert sie das Schicksal des eigenen Kindes zur fraglichen Zeit begleitet habe. Sie habe Emily eigentlich nicht haben wollen von Gerd S., weil er wegen des Besitzes von Kinderpornografie vorbestraft ist.

Gerd. S. habe sich hingegen immer liebevoll und besorgt um die Kleine gekümmert. Selbst bei einem Schuldspruch sieht Schöneburg keine Basis für lebenslange Haft. Denn dann wäre es so, dass er immer in der Kenntnis gehandelt hätte, dass sein Kind im Krankenhaus und schnelle Hilfe somit immer verfügbar war.

Gerd S. muss sich seit dem 3. März wegen versuchten Mordes an seiner Tochter im Landgericht Potsdam verantworten. Nach Überzeugung des Staatsanwaltes wollte er sein Kind töten, weil es ihm bei einer neuen Beziehung im Weg stand. Insgesamt zwölfmal soll er Emily Gift verabreicht haben. Er bestreitet die Tat. Er und sein Verteidiger lenken den Verdacht auf die Kindermutter. Das Urteil wird am 9. Juli gesprochen.

Von Jürgen Lauterbach

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