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„Unsere Preisgarantie für 2016 steht“

Stadtwerke-Chef im MAZ-Gespräch „Unsere Preisgarantie für 2016 steht“

Im Gegensatz zu anderen Stromanbietern wollen die Stadtwerke Brandenburg (StWB) ihre Strom- und Gastarife in diesem Jahr nicht erhöhen. Mit einer Preissenkung ist allerdings 2016 auch nicht zu rechnen. StWB-Geschäftsführer Uwe Müller sieht Chancen, dass die Energiepreise in den kommenden beiden Jahren nachgeben. Warum, das erklärt er im MAZ-Interview.

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Uwe Müller ist kaufmännischer Geschäftsfürhrer der Stadtwerke

Quelle: StWB

Brandenburg/H. Im Gegensatz zu anderen Stromanbietern wollen die Stadtwerke Brandenburg (StWB) ihre Strom- und Gastarife in diesem Jahr nicht erhöhen. Mit einer Preissenkung ist allerdings 2016 auch nicht zu rechnen. StWB-Geschäftsführer Uwe Müller sieht aber Chancen, dass die Energiepreise in den kommenden beiden Jahren nachgeben. Warum das so ist, erklärt er im MAZ-Interview.

MAZ: An den Zapfsäulen purzeln die Preise seit Monaten. Die Brandenburger Bürger haben  gleichwohl noch nichts von sinkenden Gaspreisen der Stadtwerke gehört. Ist da etwas zu erwarten?

Uwe Müller: Unsere Gaspreise werden in diesem Jahr stabil bleiben. Der Gaspreis ist ja inzwischen nicht mehr an den Ölpreis gekoppelt.

Warum nur stabil? Die Einkaufspreise für Gas sinken doch schon seit längerer Zeit?

Müller: Ja, tatsächlich sinken die Einkaufspreise. Wir kaufen unser Gas wie alle anderen Stadtwerke auch lange im Voraus in Tranchen. Das bedeutet, dass in unseren aktuellen Gastarif noch die Einkaufspreise einfließen, zu denen wir vor zwei oder drei Jahren an der Börse eingekauft haben.

Sie hätten also mit dem Einkauf besser auf günstigere Zeiten gewartet?

Müller: Nein, auf keinen Fall, das wäre zu riskant gewesen. Denn niemand kann vorhersagen, wie sich die Energiepreise entwickeln. Sie können nämlich auch ins Bodenlose steigen. Deshalb kaufen wir strukturiert ein, das heißt in Tranchen über einen längeren Zeitraum gestreckt. Das Gas, das der Kunde heute bezieht, haben wir zwischen 2013 und 2015 gekauft.

Nach dieser Logik müssten die Stadtwerke-Kunden angesichts der aktuellen niedrigen Gaspreise wenigstens in den nächsten Jahren mit Preissenkungen rechnen können?

Müller: Ja. Mit einer Einschränkung. Wenn die staatlichen Abgaben und Netzentgelte uns und unseren Kunden keinen Strich durch die Rechnung machen. Mit unseren gesunkenen Bezugskonditionen in der Vergangenheit konnten wir die staatlichen Erhöhungen ausgleichen, so dass der aktuelle Tarif fürs ganze Jahr 2016 bestehen bleibt. Für 2017 erwarte ich eine Preissenkung für unsere Kunden, allerdings nur, wenn Steuern und Abgaben nicht steigen.

Viele Stromanbieter in Deutschland haben die Preise 2016 erhöht oder kündigen das für die nahe Zukunft an. Was haben die Stadtwerke vor?

Müller: Unsere Preisgarantie für 2016 steht auch im Strom, es wird keine Veränderungen geben. Der Mechanismus ist beim Strom der gleiche wie beim Gas. Wir kaufen hier sogar drei bis vier Jahre im Voraus an der Strombörse Leipzig ein. Beim Strom können wir den Preis nur in engen Grenzen beeinflussen. Der durchschnittliche Strompreis für einen Haushalt, der 3000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, liegt in diesem Jahr  bei 28,18 Cent pro Kilowattstunde. Unser Anteil daran beträgt nur 5,91 Cent. Der große Rest sind Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen, die staatlich vorgegeben sind.

Doch wer in ein Vergleichsportal im Internet schaut, findet etliche Anbieter, die den Strom deutlich günstiger anbieten als die Stadtwerke Brandenburg. Mit dem billígsten Anbieter lassen sich bei gleicher Verbrauchsmenge fast 300 Euro im Jahr sparen. Wie schaffen andere, was Ihnen nicht gelingt?

Müller: Diese Unternehmen haben ein komplett anderes Geschäftsmodell. Sie kaufen Strom oder Gas nicht wie wir strukturiert im Voraus, sondern auf dem Spotmarkt nach den Tagespreisen. Die sind im Moment eben günstig. Doch wehe, der Markt dreht sich. Dann können solche Unternehmen auch ganz schnell wieder vom Markt verschwinden.

Doch wer wechselt, spart erst einmal Geld. Oder nicht?

Müller: Wer jedes Jahr den Anbieter wechselt kann Geld sparen. Aber man muss dran bleiben, einen Aufwand betreiben, ein Risiko eingehen. Wer einmal wechselt und dann bei jenem Anbieter bleibt, gibt am Ende mehr Geld aus als bei uns. Der größte Mitbewerber, den wir haben, ist seit Jahren schon um einiges teurer als wir. Das haben wir durchgerechnet, indem wir Testwechsler eingesetzt haben.

Wer ist dieser größte Mitbewerber für die Stadtwerke?

Müller: Yello Strom.

Wie viele Brandenburger sind Ihnen untreu geworden?

Müller: Der Anteil fremder Händler im StWB-Netzgebiet liegt bei zwölf Prozent. Es handelt sich um 5550 von 42 700 Kunden. Ein großer Teil von diesen Kunden zahlt inzwischen mehr als bei den Stadtwerken Brandenburg.

Warum bleiben die meisten Bürger doch bei Ihnen?

Müller: Weil das richtig ist. Viele Brandenburger wissen auch, dass Erträge, die wir erwirtschaften, in den städtischen Kreislauf fließen, also Gutes für ihre Stadt bewirken.

Nebenher günstig auf dem Spotmarkt einkaufen, ist das keine Option für sie?

Müller: Nein, das wäre sehr riskant und daher verantwortungslos. Wir kaufen im Moment an der Börse mit unserem Modell günstig für künftige Jahre ein. Den finanziellen Vorteil möchten wir dann auch an die Kunden weitergeben. Wenn der Staat uns lässt.


Von Jürgen Lauterbach

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