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Brandenburg/Havel Engel und Dämonen: Auf Spurensuche im Brandenburger Dom
Lokales Brandenburg/Havel Engel und Dämonen: Auf Spurensuche im Brandenburger Dom
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16:06 26.09.2018
Christian Sacharowitz (Mitte), Mitarbeiter des Dommuseums, führt auf der Suche nach Engeln und Dämonen durch den Brandenburger Dom. Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H

Das Leben im Mittelalter erscheint heutzutage auf dem ersten Blick unkompliziert: Die Menschen lebten auf Höfen zusammen, man bewirtschaftete den eigenen Grund und Boden, war handwerklich geschickt und musste lediglich aufpassen, nicht von einer Krankheit dahingerafft zu werden. Doch es existierte auch eine unsichtbare Welt: die der guten und bösen Geister.

Engel und Dämonen bestimmten das Leben im Mittelalter, denn die Sehnsucht nach dem Übernatürlichen war ein Versuch dem vorbestimmten Weg zu entkommen. Zur Wahl standen Seelenheil oder Fegefeuer. Dementsprechend zahlreich finden sich Abbildungen himmlischer Flügelträger und der Abgesandten der Hölle in den Darstellungen dieser Zeit.

Die Sonderführung unter Leitung von Museumsmitarbeiter Christian Sacharowitz machte sich auf die Suche nach Engels- und Dämonendarstellungen im Brandenburger Dom.

Auch im Dom in Brandenburg an der Havel lassen sich diese Darstellungen entdecken. Vor allem in der romanischen Krypta des Doms können reichliche Darstellungen bizarrer Mischwesen begutachtet werden.

„Die Krypta wurde vertieft angelegt und ist deshalb prädestiniert für dämonische Wesen“, sagt Christian Sacharowitz, Mitarbeiter des Dommuseums. „In der Unterwelt fühlten sich diese besonders wohl.“

Auf den romanischen Kapitellen von 1220 schlängeln sich Seeungeheuer mit Wolfskopf sowie Mischwesen mit Pferdehufen und Fischschwänzen an den Säulen entlang. „Die Dämonen sind Agenten Satans, ihnen wurden im Mittelalter beispielsweise sämtliche auftretenden Krankheiten zugesprochen“, so Sacharowitz.

Teufel, Satan oder Luzifer als böser Geist

Tatsächlich verstanden verschiedene Mythologien, Religionen und mystischen Lehren zunächst ein Geist oder eine Schicksalsmacht als warnende oder mahnende Stimme des Gewissens. Unter christlichem Einfluss wandelte sich die Bedeutung dann zu Teufel, Satan oder Luzifer.

Heute wird mit Dämon entgegen dem neutralen bis eher positiven Sinn des Ursprungswortes für die gemeinten Erscheinungen ausschließlich ein Wesen bezeichnet, das nach allgemeiner Vorstellung Menschen erschreckt, bedroht oder ihnen Schaden zufügt. Also in jeder Hinsicht ein böser Geist.

Die Kapitelle wirkten wie Spiegel

Die Dämonen auf den Kapitellen sollten allerdings das Unheil abwehren. „Je grausamer die Darstellung ausfiel, desto abschreckender waren diese für die Unheilsbringer“, sagt Sacharowitz. „Die Kapitelle wirkten wie ein Spiegel, schauten die Dämonen hinein, erschreckten sie.“

Ein besonders furchteinflößendes Beispiel ist der sogenannte „Ohrenbeißer“. Hierbei handelte es sich um einen vom Teufel besessenen Menschen, der sich um den Kopf seines Opfers legt und dessen Ohren auseinander zieht um Körper und Seele zu fressen.

Himmlische Wesen in geflügelter Menschengestalt

Dem gegenüber standen die Engel, also himmlische Wesen in geflügelter Menschengestalt, die von Gott erschaffen wurden und als dessen Boten bei den Menschen tätig sind. Auf dem Lehniner Altar aus dem Jahre 1378 neben der Krypta des Doms finden sich beispielsweise gleich mehrere Darstellungen dieser Himmelswesen.

Die Hinrichtung des Paulus als Altarszene

Eine Szene zeigt den in Jerusalem eingekerkerten Petrus, der durch einen Engel in die Freiheit geführt wird. Eine andere Szene des Altars verbildlicht die Hinrichtung des Apostels Paulus. Dessen Seele wird nach dem Köpfen von Erzengel Michael in ein Tuch gewickelt und in den Himmel getragen.

Desweiteren nehmen Engel auf dem Allerheiligenaltar von 1465 an der Marienkrönung teil, während Erzengel Michael in einer weiteren Szene des Altars gar einen Dämonen mit dem Schwert besiegt. All diese Bildnisse von Engeln und Dämonen, so unterschiedlich sie auch sein mögen, haben jedoch eins gemein: „Sie können als Appell gesehen werden, Gott zu dienen und nicht dem Teufel anheim zu fallen“, schließt Sacharowitz ab.

Von Tobias Wagner

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