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Brandenburg/Havel Erfinder reden Klartext mit Wirtschaftsminister
Lokales Brandenburg/Havel Erfinder reden Klartext mit Wirtschaftsminister
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17:22 10.08.2016
Christian Anuth zeigt Wirtschaftsminister Albrecht Gerber in der Bäckerstraße das intelligente Fahrradschloss. Quelle: Jacqueline Steiner
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Brandenburg/H

Sollte Wirtschaftsminister Albrecht Gerber glauben, das Land Brandenburg mache es jungen Unternehmen in der Startphase besonders leicht, dann wäre er schief gewickelt. Bei seinem Besuch am Mittwoch in Brandenburg/Havel erfuhr der SPD-Politiker, dass die staatliche Förderung mitunter an den Bedürfnissen von Existenzgründern deutlich vorbei geht.

Das junge Unternehmen Haveltec, das gerade seine neuen Geschäftsräume in der Bäckerstraße 1 bezogen hat, war am Mittwoch die erste Station auf der Reise von Wirtschaftsminister Albrecht Gerber durch die Stadt Brandenburg und das Havelland.

Die Firma um die Brandenburger Existenzgründer Jungunternehmer Christian Anuth und Markus Weintraut hat mit der Markenbezeichnung „I lock it“ ein intelligentes Fahrradschloss erfunden, entwickelt und fast bis zur Serienreife verfeinert. Zur nächsten Fahrradsaison 2017 soll es für 119 Euro Kaufpreis auf den Markt kommen.

Rund 1700 Vorbestellungen liegen nach Aussage von Firmenchef Christian Anuth vor. Mit dem Crowdfunding-Geld dieser Vorbesteller haben er, Weintraut und der für die Software- und Hardware-Entwicklung zuständige Ingenieur András Botos rund 200 000 Euro akquiriert.

Der Clou des Schlosses besteht darin, dass es sich in Anwesenheit des rechtmäßigen Fahrradbesitzers je nach Bedarf automatisch öffnet und verschließt. Seit den Anfängen 2013 haben die Tüftler inzwischen die vierte Schlössergeneration entwickelt und sind so dem perfekten Verschluss immer näher gekommen.

„Was können wir als Land noch für euch tun?“, fragte Minister Gerber die Jungunternehmer, die gerade eine GmbH gründen. Anuth und Botos machten deutlich, dass die Unternehmensförderung im Land oft sehr bürokratisch laufe – so viel Zeit und einen so hohen Aufwand erfordere, dass man es lieber gleich lässt.

Als Beispiel für die große Diskrepanz zwischen Richtlinie, und dem, was in der Startphase benötigt wird, nannten sie den „kleinen Innovationsgutschein“ der Landesinvestitionsbank ILB. Die 3000 Euro, die dabei am Ende heraussprangen, hätten sie vorher in die Antragstellung reingesteckt.

András Botos konfrontierte den SPD-Politiker mit seinem Eindruck, dass solche staatlichen Programme in erster Linie wohl dazu dienten, den Job derjenigen zu erhalten, die die Fördertöpfe verwalten.

Dass es auch anders geht zeige das viel werthaltigere Exist-Gründerstipendium des Bundes, bei dem Jungunternehmer exzellente Fachleute an die Hand bekämen und erstklassige Beratung (Coaching) erführen.

Der Minister schluckte etwas, verteidigte den bürokratischen Aufwand dann damit, dass der Staat sich im Interesse der steuerzahlenden Bäckersfrau vor Fördermissbrauch schützen müsse. Ein Vorgänger im Amt sei beinahe über so etwas gestürzt, erzählte Gerber und meinte damit Ralf Christoffers und dessen Probleme um die Millionen-Förderung für die Pleite-Firma Human Biosciences (HBS) vor rund drei Jahren.

Der aktuelle Wirtschaftsminister empfahl, auf Förderung zu verzichten, wenn der Aufwand zu hoch sei. Diesen Rat beherzigen Anuth und sein Team ohnehin schon, sie haben sich von vornherein nicht abhängig gemacht von staatlichen Gründungszuschüssen.

Am Nachmittag traf sich Minister Gerber im TGZ mit Existenzgründerinnen und Unternehmerinnen.

Von Jürgen Lauterbach

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