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Brandenburg/Havel Erfolglose Kampagne: Extremsportler Satu schiebt keinen Jet
Lokales Brandenburg/Havel Erfolglose Kampagne: Extremsportler Satu schiebt keinen Jet
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02:15 09.10.2017
Satu beim Training mit dem Speer. Einen Laster hat er so schon bewegt. Ein Flugzeug sollte folgen. Quelle: Jacqueline Steiner
Brandenburg/H

„Ein bisschen enttäuscht bin ich schon“, sagt Sebastian „Satu“ Kopke (37) aus Brandenburg an der Havel. Sein Traum ist geplatzt: Brandenburgs berühmtester Extremsportler und Überlebenstrainer hatte sich vorgenommen, auf einem Rollfeld ein rund zwölf Tonnen schweres Geschäftsflugzeug mit einem Speer zu schieben, dessen scharfe Spitze gegen seinen Kehlkopf drückt. Mit einem Laster ist ihm das schon gelungen, jetzt sollte der Jet ran. Doch dafür hätte Satu trainieren müssen.

Mindestens vier Stunden härtestes Training am Tag. Denn obwohl der Ausnahmesportler mit 24-Kilo-Hanteln jongliert und Treckerreifen wirft, hätte er für seinen Weltrekordversuch noch besser in Form sein müssen. So wie an den Füßen oder Händen hätte sich Hornhaut am Kehlkopf bilden müssen. Und die Schubkraft von bis zu sechs Tonnen, die er sich jetzt zutraut, hätte er verdoppeln müssen. Ein Businessjet bringt es auf 12 Tonnen Gewicht.

Die Fernsehsender und Zeitungen standen Schlange, als Satu im Frühsommer von seinem Plan erzählte. Von überall wurde ihm Unterstützung zugesagt. Jeder wollte dabei sein. Nur als es zum Schwur kam, waren nicht mehr so viele bereit, ihn mit Geld zu unterstützen. 82 waren es dennoch. Sie sagten eine Unterstützung von insgesamt 5268,80 Euro zu. 39 000 Euro hätte Satu gebraucht.

„Und damit hätte ich nicht wesentlich über Hatz-4-Niveau gelebt. Aber ich hätte Zeit gehabt um zu trainieren und nach vier Stunden an die Schulen zu gehen, um mit Kindern zu arbeiten“, sagt Sebastian Kopke. Der Business-Plan für die Mission stand. Das Budget sollte wie folgt verwendet werden: 35 Prozent für die Freistellung vom Arbeitsverhältnis, 30 Prozent für Trainer, Mentoren, Mediziner und Physiotherapeuten; 17 Prozent für Trainingseinheiten, Ernährung, Trainingsmittel, Cross-fit Ausstattung und etwa 9 Prozent für Versicherungen, Haftpflicht, Reisekosten sowie 9 Prozent Erfolgsprämie für die Crowdfunding-Plattform Fairplaid und den Finanzdienstleister Secupay.

Trainingseinheit mit einem Treckerreifen. Quelle: Jacqueline Steiner

„Ich habe den Plan aufgegeben“, sagte Kopke Donnerstag im Gespräch mit der MAZ. Er sei den 82 potenziellen Spendern, die ihn unterstützen wollten „unendlich dankbar. Da waren welche dabei, die am Monatsende auch den Teller nicht mehr vollmachen. Und die trotzdem helfen wollten!“ Er hätte gerne gezeigt, wozu Menschen in der Lage seien.

Doch man könne nicht gleichzeitig trainieren und seine Familie ernähren, ohne eine Unterstützung. Nun werde er sich „etwas mehr um meine Familie kümmern können.“ Etwas enttäuscht habe ihn, dass mancher ihm vorwarf, er wolle sich an dem Geld bereichern. „Die haben dann auch gar nicht verstanden wenn ich ihnen gesagt habe, dass Fußballprofis doch auch Geld für ihren Sport bekommen, damit sie trainieren können.“

Schulbegleiter Sebastian Kopke im Kreis von Mädchen und Jungen der Brandenburger Havelschule. Quelle: Jacqueline Steiner

Auch wenn Sebastian Kopke nun keinen neue Mission startet: Mit seiner Mischung aus Kampfsport, Körperbeherrschung und Showelementen wird er seine Zuschauer weiter begeistern. Mit Konzentration, Schnelligkeit, Kraft und unglaublicher Präzision hat er schon so viel vollbracht: In seiner über 25-jährigen Karriere hat der Weltrekordler im Bruchtest und mehrfache Deutsche Meister in realistischer Selbstverteidigung zahlreiche Rekorde gebrochen. Was Kopke so beliebt macht: Dieser Muskelmann ist vor allem ein Mensch, dem der Mitmensch am Herzen liegt und der Kindern Kraft gibt. Das beweist er Tag für Tag als Schulbegleiter an der Havelschule.

Von Benno Rougk

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