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Erinnerung an Lebensretter wird wach

Deetz: Ausstellung über Kindheit Erinnerung an Lebensretter wird wach

Wo und wie haben die Deetzer ihre Kindheit und Jugend verbracht? Antworten auf diese Fragen gibt die neue Adventsausstellung, die am Sonnabend im Heimatmuseum eröffnet wird. Rund 300 Fotos und Exponate sind zu sehen. Sonst wäre fast in Vergessenheit geraten, dass Deetz 1970 einen jungen Lebensretter hatte.

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Helga Kreysler in der neuen Adventsausstellung.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Deetz. Es passierte 1970, als Peter Triebel die Rettungsmedaille bekam. Der Deetzer Schuljunge bewahrte in jenem Sommer seinen Freund Uwe Thäns beim Baden im ehemaligen Tonloch im Park vor dem Tod durch Ertrinken. Bei einem Kopfsprung hatte sich Thäns den 5. Halswirbel gebrochen und hätte es nicht allein zum Ufer geschafft.

Peter Triebel bekommt 1970 die Rettungsmedaille

Peter Triebel bekommt 1970 die Rettungsmedaille.

Quelle: Privat

Eine dramatische Episode, die wohl in Vergessenheit geraten wäre, hätte nicht der Deetzer Heimatverein zu einer neuen Adventsausstellung aufgerufen, die am Sonnabend im Heimatmuseum eröffnet wird. Thema ist in diesem Jahr „Kindheit und Jugend in Deetz“. Viele Deetzer werden sich auf den rund 300 Fotos wiedererkennen, die die Projektgruppe um Helga Kreysler, Anni Apel, Karin Halfter und Marina Donner zusammengetragen, bearbeitet und thematisch aufgearbeitet hat.

An den Wochenenden geöffnet

Die Adventsausstellung wird am Sonnabend im Rahmen des 8. Deetzer Adventsmarktes eröffnet. Die im Heimatmuseum aufgebaute Ausstellung kann danach bis zum 13. Dezember jeweils sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden. Gruppenbesuche sind auch werktags auf Anmeldung möglich (033207/32099).

Der Adventsmarkt findet von 14 bis 20 Uhr in der Alten Dorfstraße auf Hof 1 statt. Nach der Markteinläutung werden um 15 Uhr Märchen vorgelesen. Die Jagdhornbläser folgen um 16 Uhr. Um 16.30 Uhr gibt es ein Theaterspiel in der Kirche. Der Weihnachtsmann kommt, zahlreiche Stände sind aufgebaut, es gibt Spezialitäten aus dem Dorfbackofen.

Darunter ist eben auch jene Aufnahme, die Peter Triebel bei der Entgegennahme der Rettungsmedaille zeigt. Damals hatte Deetz noch eine eigene Schule, an die kein Kind im Dorf vorbei kam. Plätze der Kindheit und Jugend waren auch die Badestellen an der Havel und an den Tonlöchern. Die Rodelbahn auf dem Eichelberg, die Sandschelle und der Mühlenberg, wo sich der Nachwuchs bis in die Gegenwart beim Eiertrudeln trifft. Natürlich dürfen Bilder aus der Kita nicht fehlen. Historische Aufnahmen zeigen das 1902 eröffnete Kirchliche Kinderheim sowie junge Deetzer bei der Konfirmation, bei der Jugendweihe und auf vielen Klassenfotos.

Platz der Kindheit

Platz der Kindheit: Spaß in der Deetzer Kita.

Quelle: Privat

„Was an den Stellwänden zu sehen ist, haben wir unter 500 eingereichten Fotografien ausgewählt. Viele Deetzer beteiligten sich mit Aufnahmen aus ihren Familienarchiven am Gelingen der Ausstellung“, berichtet Helga Kreysler von der Projektgruppe. Aber nicht nur Fotos wurden abgegeben. Zahlreiche Exponate aus vergangenen Zeiten zeigen, womit Deetzer Kinder einst beschäftigt waren. Da sind Schlitten, Roller und Puppenwagen aufgebaut. Blauhemd und Taufkleid, Poesiealbum und Schwimmzeugnis lassen die Kinderzeit lebendig werden.

Wer erkennt sich wieder

Wer erkennt sich wieder? Deetzer Kinderfasching 1958.

Quelle: Privat

Besonders interessant ist das Hauptbuch der Deetzer Schule, in der sich die Namen aller nach dem Krieg eingeschulten Kinder und deren Erziehungsberechtigte wiederfinden. Nicht fehlen darf der Brennabor-Kinderwagen aus dem Jahr 1910, der allerdings zur Daueraustellung des Heimatmuseums gehört. Es war der Deetzer Otto Koppe (1918-2004), der darin seine Babyzeit verbrachte. In den 1970er-Jahren avancierte der Kinderwagen zur Attraktion des Deetzer Karnevalsvereins. Auch den gab es einmal mit vielen jungen Leuten.

Von Frank Bürstenbinder

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