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Erinnerung an Orgelbauer-Dynastie Rühlmann

Festival in Roskow Erinnerung an Orgelbauer-Dynastie Rühlmann

Das größte Orgelfestival Mitteldeutschlands hat in Roskow Station gemacht. Die von Kantor Matthias Müller ins Leben gerufene Konzertreihe erinnert an die Zörbiger Orgelbauer-Dynastie Rühlmann. Die Meister von damals haben auch im Havelland ihre Spuren hinterlassen.

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Kantor Matthias Müller vor der Roskower Rühlmann-Orgel.

Quelle: Jacqueline Steiner

Roskow. Die Roskower haben einen Schatz in ihrer Kirche. Es ist keine Reliquie und kein Bischofsgrab. Dafür besitzt das Gotteshaus mit seiner weithin sichtbaren Turmhaube eine der wenigen Instrumente aus der Zörbiger Orgelbauer-Dynastie Rühlmann die es im Altkreis Brandenburg gibt. Den Meistern von einst besonders verbunden fühlt sich Kantor Matthias Müller aus Rottmersleben. Er gründete 2006 das Rühlmannorgel-Festival.

Roskow war in diesem Jahr zum zweiten Mal Gastgeber für die musikalische Erinnerung an die Familie Rühlmann, die in vier Generationen über 450 Orgeln (1842 bis 1940) fertigte. Die Roskower Orgel mit ihren elf klingenden Registern wurde 1930 eingebaut. Und zwar in einen sehr viel älteren Orgelprospekt in Rokokoformen von 1750.

Vielseitiges Instrument

Wie vielseitig das Instrument bespielbar ist, bewies Müller beim jüngsten Festival. Seine Zuhörer in der voll besetzten Kirche nahm der Kantor mit auf eine ganz und gar nicht langweilige musikalische Zeitreise durch die Geschichte der Orgelmusik von der Mitte des 15. Jahrhunderts bis in die Neuzeit.

„Auch wenn die Roskower Orgel keine reine Konzertorgel ist, kommt mit der richtig ausgewählten Musik Freude am Spielen und Zuhören auf“, sagte Müller der MAZ. Das Instrument muss sich mit Zinkpfeifen begnügen. Dachrinnen sagen die Organisten zu den Provisorien, die nach dem Ersten Weltkrieg vielerorts als Ersatz für die eingeschmolzenen Bleiausführungen herhalten mussten.

Dem Bahnhof im Ort sei dank

Warum sich die Roskower Kirchengemeinde 1930 für Rühlmann mit einem weit entfernten Produktionsstandort in Zörbig entschied, ist unbekannt. Förderlich dürfte die Lage des Dorfes an der Strecke der Westhavelländischen Kreisbahn mit eigenem Bahnhof gewesen sein. Die Rühlmanns sollen ihre berühmten Orgeln wegen des besseren Transportes nur an Orte mit Bahnanschluss verkauft haben.

Ein weiteres Exemplar aus der inzwischen untergegangenen Orgelschmiede Rühlmann verfügt die Kirche in Krahne (Kloster Lehnin), wo es vor wenigen Tagen erstmals ein Konzert im Rahmen des Festivals gab. Krahne war einst über die Brandenburgische Städtebahn mit der Welt und Zörbig verbunden.

Von Frank Bürstenbinder

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