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Brandenburg/Havel Erinnerungen an Bruno Wernitz
Lokales Brandenburg/Havel Erinnerungen an Bruno Wernitz
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13:12 27.04.2018
So haben ihn viele Brandenburger in Erinnerung: MAZ-Fotograf Bruno Wernitz (1928-2018). Quelle: privat
Brandenburg/H

Er hat sie alle gekannt – und in Szene gesetzt. Den 1. Schmelzer und den letzten LPG-Vorsitzenden. Er war draußen bei der Kartoffelbrigade und rückte den kleinsten Dorfkonsum ins rechte Licht. Er wurde zum Fotografen der Wende mit ihren ersten Supermärkten, Autohäusern, Firmengründungen und den vielen aufgegebenen Fabriken.

Alltagsszenen: Unzählige Fotos aus Brandenburg an der Havel und dem Umland hat Bruno Wernitz in seinem 40-jährigen Berufsleben für die Märkische Allgemeine Zeitung, die bis 1990 Märkische Volksstimme hieß, gemacht. Alle per Hand entwickelt.

Über 20 000 Aufnahmen aus Brandenburg an der Havel und dem Umland hat Bruno Wernitz in seinem 40-jährigen Berufsleben für die Märkische Allgemeine Zeitung, die bis 1990 Märkische Volksstimme hieß, gemacht. Alle per Hand entwickelt. Vier Wochen vor seinem 90. Geburtstag ist der Pressefotograf und Bildjournalist in der Havelstadt gestorben.

Wie kein anderer Fotograf hat Bruno Wernitz mit seinen Bildern ein gewaltiges Lebenswerk hinterlassen. Natürlich war er ein Bildjournalist seiner Zeit. Unzählige Schwarz-Weiß-Fotografien erlauben später Geborenen einen Blick auf den Alltag im Sozialismus. Nicht immer wie er war, sondern wie er sein sollte. Sein Füllhorn voller Momentaufnahmen wird die nächsten Generationen noch beschäftigen.

Bruno Wernitz konnte gut mit Menschen. Einen Korb bekam er bei der Arbeit selten. Ich habe ihn noch als Kollegen kennen- und schätzengelernt. Der altgediente Fotograf mit der Leiter im MAZ-Auto hat mir als Volontär das Laufen beigebracht, so manche Schleichwege gezeigt und viele Türklinken geöffnet. Sein Tod macht betroffen. Seine fotografierten Geschichten werden ihn lange überleben.

Von Frank Bürstenbinder

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