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Erlebach: Auffallen durch Umfallen

Galerie Brennabor wird doch gekündigt Erlebach: Auffallen durch Umfallen

Noch am Mittwoch hatte MAZonline berichtet, dass die Kunstgalerie Brennabor in Brandenburg an der Havel entgegen bisher bekannter Pläne gerettet sei. Der Sozialbeigeordnete der Stadt, Wolfgang Erlebach (Linke), hatte diese Information höchst selbst gestreut. Nun die Kehrtwende um 180 Grad: Brennabor wird doch gekündigt.

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Wolfgang Erlebach

Quelle: MAZ

Brandenburg an der Havel. Es klingt wie ein Stück aus dem Tollhaus, das derzeit am Theater (BT) spielt. Noch zwei Tage zuvor gab es berechtigte Hoffnung auf ein Fortbestehen der Galerie Brennabor unter dem Dach des Theaters. Am Freitag erreichte die MAZ nun die Meldung vom BT-Aufsichtsratschef Wolfgang Erlebach: „Im Hinblick auf die schwierige wirtschaftliche Situation der Theater GmbH hält der Aufsichtsrat am Beschluss fest und beauftragt den Geschäftsführer mit der Kündigung des Betreibervertrages der Kunsthalle Brennabor zum 31. Dezember 2015.“

Und weiter: „Anderslautende Pressemitteilungen sind falsch!“ Falsch? In der Tat hatte die MAZ Mittwoch berichtet, dass der BT-Aufsichtsrat dem Erlebach (Linke) vorsteht, auf seiner Sitzung Donnerstag wohl beschließen werde, BT-Chef Jörg Heyne aufzufordern, die Kündigung des Betreibervertrages rückgängig zu machen.

Erlebach dreht sich um 180 Grad

Die Quelle der Meldung war Erlebach selbst. Er hatte die MAZ informiert, dass die Kuh vom Eis sei, da sowohl das Land als auch die Stadt Brandenburg Mittel dafür bereit stellen oder auf angekündigte Kürzungen verzichtet werden. Sekundiert wurde er von Heyne, nach dessen Aussagen das BT seit gut einem Jahr an einem Konzept arbeitet, um den Betrieb der Galerie dauerhaft zu gewährleisten.

Die Aufsichtsratsmitglieder fielen aus allen Wolken, als sie davon am Mittwoch in der MAZ lasen. „Der hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht“, sagt ein Aufsichtsratsmitglied, und: „Man muss sich seiner Bataillone schon sicher sein.“

Wie am Donnerstag im Aufsichtsrat schnell klar wurde, gab es niemanden, der hinter Erlebachs einsamer Ankündigung stand. Und vor dem Gremium konnte Erlebach auch nicht hieb- und stichfest erklären, woher er nun das Geld für den Weiterbetrieb der Kunstgalerie nehmen wolle. Die zusätzlichen Mittel vom Land, so machte dessen Vertreterin klar, seien „für die Tarifaufwüchse am BT“, räumt Erlebach jetzt ein. „Ich habe einen Fehler gemacht“, sagt Wolfgang Erlebach nun mürrisch.

Ohne Gegenstimme

Aber er habe im Vorfeld Unterstützung in der Verwaltungsspitze für sein Vorgehen gespürt: „Der Gesellschafter wollte das so!“ Und da hat Erlebach Recht! Gleichwohl wird es Erlebachs Geheimnis bleiben, warum er selbst hernach durch Umfallen auffiel und bei der Abstimmung im Aufsichtsrat nicht einmal selbst für seine Vorlage votierte. Ohne Gegenstimme wurde beschlossen, an der Kündigung festzuhalten. Abschließend lässt Erlebach wissen: „Die Kündigung bedeutet nicht die Schließung der Kunsthalle.“ Sondern man übertrage nur die „Verantwortung für die Zukunft von Brennabor an die Stadt zurück“.

Nicht zuletzt dieser Satz brachte Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) am Freitag sichtlich in Rage: „Das ist nicht nachvollziehbar. Wir haben als Gesellschafter den Willen, das so wie bisher fortzusetzen.“

Letztes Wort nicht gesprochen

Im Haushaltssicherungskonzept (HSK) habe die SVV sich klar zum Erhalt der Galerie bekannt und er als Kämmerer habe auf Kürzungen verzichtet. Er erwarte dies vom BT, und deshalb habe er Heyne auch „ganz klar gesagt, dass er endlich den Wirtschaftsplan unter den geänderten, positiveren Rahmenbedingungen fortschreibt“. Und er erwarte auch, dass Erlebach, das BT und der Aufsichtsrat mit der Umsetzung des HSK „die Erwartungen des Gesellschafters erfüllen“.

Im Übrigen, so Scheller, könnte den Verantwortlichen am BT klar sein, dass es angesichts des abgeschlossenen Haustarifvertrages aktuell gar keine Tarifaufwüchse gäbe. In Sachen Betreibung der Galerie Brennabor durch das BT scheint das letzte Wort also noch nicht gesprochen.

Von Benno Rougk

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