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Brandenburg/Havel Ernte in Mittelmark ist nach Unwetter bedroht
Lokales Brandenburg/Havel Ernte in Mittelmark ist nach Unwetter bedroht
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17:31 05.06.2016
Florian Wernitz schaut besorgt auf einen überfluteten Weizenacker bei Golzow. Quelle: Marion von Imhoff
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Mittelmark

Als eine „Katastrophe“ bezeichnet der Golzower Landwirt Erwin Barsikow die Lage auf seinem Hof nach dem Unwetter von Mittwoch. „Wir haben Land unter.“ Ein Kälbchen stand bis zum Hals im Wasser, um von einer überfluteten Weidefläche auf eine trockene Anhöhe zu gelangen. Von einer 20-Hektar-Weide stünden 15 Hektar bis zu einem halben Meter unter Wasser. Seine 25 Milchkühe mit 14 Kälbchen müsse er mit Heu zufüttern, weil das Weideland nicht mehr ausreiche, um die Tiere ausreichend mit Nahrung zu versorgen, berichtet Barsikow. Auch 20 Hektar Maisacker sind abgesoffen.

Keine Idylle, sondern die ernsthafte Bedrohung einer guten Ernte: Ein Weizenfeld der Agrargenossenschaft Planetal in Golzow steht voller Wasser nach dem Unwetter vom 1. Juni. Quelle: mai

Drastisch sind auch die Worte, mit denen Ronald Hoffmann die Situation beschreibt. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Plane-Buckau. Vom 29. Mai bis 1. Juni seien zwischen 150 und 220 Liter pro Quadratmeter Regen gefallen. „Das sind binnen drei Tagen ein Drittel der Jahresmenge“, sagt Hoffmann. Plane und Temnitz seien vollgelaufen. „Die Situation ist kritisch.“

Das Problem habe sich auch so verschärft, weil der Wasser- und Bodenverband durch die Wehre die Wasserfluten nur dosiert Richtung Havel ablaufen lassen könne. „Ich kann ja oben nicht alles öffnen und unten am Sandfurthgraben und der Plane bei Brandenburg laufen die Keller voll.“ Wenn bis zum Montag weiter trockenes Wetter herrsche, so Hoffmann, „haben wir hoffentlich das Schlimmste überstanden.“

Zahlen und Fakten

Der Wasser- und Bodenverband Plane-Buckau mit Sitz in Golzow ist für eine Fläche von 118 000 Hektar zuständig. Die jetzige Situation ist auch deswegen besonders, weil bei anderen Hochwasserlagen oft ganz Ostdeutschland betroffen sei, „durch eine Flutwelle der Elbe“, sagt Geschäftsführer Ronald Hoffmann. „Jetzt sind es nur wir, die unter den Wassermassen leiden.“

Vom Unwetter betroffen ist etwa die Agrargenossenschaft Planetal in Golzow. Sie zählt mit ihren 3000 Hektar zu den größeren landwirtschaftlichen Betrieben der Region. 45 Mitarbeiter zählt die Genossenschaft. Zu dem Betrieb zählt auch eine Milchproduktion in Grüneiche mit 750 Milchkühen und eine Biogasanlage.

Hoffmann berichtet von großen Problemen der Landwirte in Wollin, Krahne und Golzow mit den Niederschlagsmengen. Die Agrargenossenschaft Planetal in Golzow befürchtet sogar Ernteausfälle, sollte das Wasser nicht binnen Tagen ablaufen. 20 Prozent der 3000 Hektar des Betriebes stehen seit Mittwochmittag unter Wasser. Davon betroffen ist der Ende April, Anfang Mai erst ausgesäte Mais und Weizenflächen.

„Bei solchen Ereignissen hat man den Kopf voll“, sagt Florian Wernitz, studierter Landwirt und stellvertretender Leiter für den Pflanzenbau in der Agrargenossenschaft. Er fürchtet, dass die Wurzeln der jungen Maispflanzen verfaulen könnten. Der Weizen wollten Wernitz und seine Kollegen dieser Tage mit einem Schutzmittel gegen Pilzkrankheiten spritzen. „Daran ist gar nicht zu denken.“ Die Traktoren würden in dem aufgeweichten Boden zu tief einsinken.

Nach dem unwetterartigen Starkregen am 1. Juni sind die Gräben rund um Golzow wie die Temnitz randvoll mit Wasser gelaufen. Quelle: mai

Kornelia Hurttig vom Kreisbauernverband Potsdam-Mittelmark berichtet, dass nach dem jüngsten Starkregen „das Wasser in einigen Ställen vorn reinschoss und hinten wieder raus.“

Auch Spargelflächen sind vom Unwetter betroffen. Die Furchen zwischen den Spargelreihen „stehen bis zu den Dämmen voller Wasser“, sagt Sladjana Mitik, deren Familienbetrieb bei Ragösen Spargelflächen bewirtschaftet. Doch daran ist im Moment kaum zu denken – dort, wo die Arbeiter bis zu den Knien im Wasser stehen würde. „Wir können gerade für unsere vier Stände genug ernten. Bestellungen müssen wir absagen.“

Von Marion von Imhoff

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