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Brandenburg/Havel Ernteschäden fast in Millionenhöhe
Lokales Brandenburg/Havel Ernteschäden fast in Millionenhöhe
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20:05 29.06.2016
Getreidefeld unter Wasser: Eine der betroffenen Flächen der Agargenossenschaft Planetal. Quelle: Jacqueline Steiner
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Golzow

Die Agrargenossenschaft Planetal in Golzow hat durch das Unwetter Anfang Juni einen Ernteausfall über mehrere hunderttausend Euro erlitten. Der Leiter für Pflanzenbau, Jürgen Wernitz, bezifferte den Schaden auf 800 000 Euro. Damit ist es tatsächlich so gekommen wie es der landwirtschaftliche Betrieb schon einen Tag nach dem Starkregen befürchtet hatte (MAZ berichtete).

Das Getreide verfault auf dem Acker. „Es läuft nichts ab“, sagt Wernitz. „Der Raps ist zu 80 Prozent hin. Auf den Wiesen sieht es nicht besser aus. Und auch das Getreide ist schon zu 30 Prozent hinüber.“ Der niedrige Milchpreis, der nicht die Produktionskosten decke, trägt laut Geschäftsführer Matthias Nadler zum weiteren Finanzloch des Betriebes bei.

Ein Drittel der Jahresmenge an Niederschlag binnen drei Tagen

Auch der Kreisbauernverband Potsdam-Mittelmark meldet vermehrt Klagen von Landwirten über hohe Wasserstände auf den Feldern in dieser Region. 20 Prozent der 3000 Hektar Fläche der Agargenossenschaft Planetal standen nach dem Starkregen sofort unter Wasser. Vom 29. Mai bis 1. Juni waren zwischen 150 und 220 Liter je Quadratmeter in der betroffenen Region gefallen. Jürgen Wernitz spricht sogar von 270 Liter je Quadratmeter. Nach Angaben des Wasser- und Bodenverbandes Plane-Buckau entspricht das einem Drittel der Jahresmenge. Um keine Hochwasser zu provozieren im Bereich der Stadt Brandenburg konnte anfangs das Wasser nur langsam abgelassen werden in das vernetzte Grabensystem, das dann zum Sandfurthgraben und schließlich in die Havel führt.

Jürgen Wernitz mit verfaultem Getreide in den Händen. Quelle: Jacqueline Steiner

Nach Angaben von Jens-Uwe Schade, Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Potsdam, handelt es sich seiner Erkenntnis nach beim Ernteausfall in Golzow in dieser Höhe landesweit um einen Einzelfall. Das bestätigt auch Ronald Hoffmann, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Plane-Buckau. „Es hat speziell nur unser Verbandsgebiet betroffen und zwar 50 bis 70 Prozent unserer Gesamtfläche“. Aber nur in Wollin, Golzow und Wenzlow sei es zu wochenlang überfluteten Feldern und Wiesen gekommen. Sie gleichen einer Seenlandschaft. „Wir haben alles uns mögliche getan, damit das Wasser abfließt“, sagt Hoffmann. In den Gräben und Fließen herrsche mittlerweile „normaler Mittelwasserstand“, aber auf den Flächen fließe das Wasser wegen des hohen Grundwasserspiegels nicht ab. Den Wasserstand jetzt in der Plane und Buckau drastisch abzusenken, sei nicht ratsam, „weil der Sommer ja noch kommt und damit möglicherweise im Juli oder August zu wenig Niederschlag. Dann hätten wir die umgekehrte Situation“, erläutert der Chef des Wasser- und Bodenverbandes die Lage: Dürre auf den Feldern.

Der Agrarbetrieb steht ohne die passende Versicherung da

Ministeriumssprecher Schade nennt die Situation der Agrargenossenschaft Planetal „einen klassischen Versicherungsfall“. Es würde die Mehrgefahren- oder Hagelversicherung für Landwirte und Obstbauern greifen. Doch die hat der landwirtschaftliche Betrieb laut seinem Geschäftsführer Nadler nicht abgeschlossen.

Dieses Maisfeld der Agrargenossenschaft Planetal gleicht einer Seenlandschaft. Quelle: Jacqueline Steiner

Hilfe vom Land etwa als Steuererlass gäbe es für eine die Existenz bedrohende Finanznot, so Schade. Doch diese Hilfe fließe nur in den seltensten Fälle, „weil es andernfalls wettbewerbsverzerrend wäre“, betont der Ministeriumssprecher.

„Man muss sehen“, sagt Planetal-Geschäftsführer Nadler. Konsequenzen könne er noch nicht absehen. Nur eines: „Es ist schon schlimm.“

Von Marion von Imhoff

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