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Brandenburg/Havel Erste Datschensiedlung nach der Wende
Lokales Brandenburg/Havel Erste Datschensiedlung nach der Wende
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11:50 16.01.2018
Ein Wochenendhaus im Grünen ist der Traum vieler Berliner. Quelle: Laupi
Fohrde

Es gibt sie in fast jedem Dorf zwischen Havel und Beetzsee - Datschen für die Sommerfrischler. Erstmals seit der Wende macht sich jetzt ein Investor daran ein Erholungsgebiet für Wochenendgrundstücke zu entwickeln. Dabei handelt es sich um eine mehrere tausend Quadratmeter große Brachfläche in Havelnähe unterhalb des Fohrder Gartenbaubetriebes Weigelt. Das Areal soll Platz für sechs Eigentumsparzellen bieten, die mit Wochenendhäuser bebaut werden können. Die maximale Grundfläche darf inklusive Terrasse 50 Quadratmeter nicht übersteigen.

Hinter der Idee steckt die in Berlin ansässige Laupi GmbH. Das Unternehmen hat sich in der Hauptstadt auf die Vermittlung von Wochenendgrundstücken und Kleingärten spezialisiert. Seit 2017 entwickelt Laupi eigene Grundstücke zu Erholungszwecken. Das Grundstück in Fohrde kaufte die Firma vor wenigen Tagen aus dem Bestand der bundeseigenen Bodenverwertungs- und verwaltungs GmbH (BVVG). „Bei unserem Vorhaben greifen wir den vorhandenen Flächennutzungsplan auf, der diese Fläche für Erholungszwecke ausweist“, sagte Laupi-Geschäftsführerin Alexandra Stern am Montag bei der Sitzung des Fohrder Ortsbeirates. Für den Standort Fohrde spreche die ruhige Lage, die Nähe zum Wasser sowie die Bahnanbindung und die akzeptable Nähe zu Berlin.

Parzellenbörse der Kleingärtner

Der Flächennutzungsplan allein schafft noch kein Baurecht. Für das Areal mit sechs Erholungsgrundstücken muss die Laupi GmbH einen Bebauungsplan aufstellen. Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung können sich Bürger mit Anregungen und Bedenken in das Vorhaben einbringen.

Die Laupi GmbH wurde 2013 von Alexandra Stern als Berlins erste Gartenvermittlung gegründet. Die Geschäftsführerin bewirtschaftet mit ihrer Familie einen eigenen Garten. Sie stammt aus Detmold und hat Geografie und Touristik studiert.

Wer in Brandenburg an der Havel und Umgebung nach einem Kleingarten sucht, kann sich direkt an den Kreisverband der Gartenfreunde wenden. Zum Internetauftritt gehört eine Parzellenbörse, in der freie Kleingärten nach dem Bundeskleingartengesetz aufgeführt sind.

Stern stellte klar, dass die Parzellen nicht zwingend an Berliner verkauft werden sollen. „Zwar befindet sich in der Metropole unser wichtigstes Klientel. Doch ebenso gut können Ortsansässige ein Grundstück erwerben“, sagte Geschäftsführerin Stern der MAZ. Doch bei einheimischen Besuchern der Ortsbeiratssitzung lösten die Laupi-Pläne keinen Jubel aus. So würde Mathias Vogel das Projekt am liebsten verhindern. Der Fohrder plädierte dafür, die Fläche unverändert zu belassen. Andere befürchten den Zuzug feierlustiger Berliner, die jedes Wochenende Party machen würden. Bedenken hat auch der SV Alemania Fohrde. „Durch die unmittelbare Nachbarschaft zum Sportplatz sehe ich massive Probleme“, warnte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Jan Smentek. Er befürchtet Interessenkonflikte zwischen dem Erholungsbedürfnis der künftigen Bungalowbesitzer und dem Trainings- und Spielbetrieb. „Da fliegen auch mal Bälle rüber. Und irgendwann kommt die erste Klage“, prophezeite Smentek dem Ortsbeirat. Auch Wolfgang Vogeler sieht die Ambitionen der Laupi GmbH eher skeptisch. Er befürchtet eine hohe Brandgefahr durch Gräser im Umfeld, die nicht mehr gemäht werden. Außerdem würden umstehende Bäume viel Totholz abwerfen.

Amtsdirektor Guido Müller hält dagegen eine Verhinderung nicht für realistisch. „Wir haben jetzt einen privaten Eigentümer, der das Gelände nach Maßgabe des Flächennutzungsplans entwickeln will. Bürger können sich im Rahmen des nachfolgenden Bebauungsplanverfahrens mit Anregungen und Bedenken in die Öffentlichkeitsbeteiligung einbringen“, sagte der Verwaltungschef. Laupi-Projektentwickler Simon Koch hält es zudem für sehr unwahrscheinlich, dass die sechs Autos der künftigen Eigentümer das Verkehrsaufkommen in Richtung Sportplatz exorbitant erhöhen sollen. Geschäftsführerin Stern gibt sich optimistisch, dass sich die Bedenken durch entsprechende Regelungen im B-Plan-Verfahren aus dem Wege räumen lassen. Dazu würden auch Maßnahmen zum Lärmschutz gehören, so Stern.

Bestandteil des Genehmigungsverfahrens werden auch Festlegungen zur straßenbaulichen Erschließung und zur Versorgung mit Trink- und Abwasser gehören. Zu den Auflagen für die Käufer dürfte beim Bauen der Wochenendhäuser ein vorbeugender Hochwasserschutz gehören.

Von Frank Bürstenbinder

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