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Brandenburg/Havel Erste Mieter ziehen in Senioren-WG ein
Lokales Brandenburg/Havel Erste Mieter ziehen in Senioren-WG ein
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00:20 27.11.2017
Anneliese Kriener (r.) mit Schwiegertochter Heidi Scheibe und Bauherr Lars Sperling bei der Wohnungsbesichtigung. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Pritzerbe

Das bodentiefe Fenster nach Osten ist weit geöffnet. Die Morgensonne flutet das neue Zuhause von Anneliese Kriener (92). Auf einer Seite ist Platz für die Schrankwand, das Bett kommt in die Ecke, der Kleiderschrank passt in den Flur. Die Rentnerin ist hochzufrieden mit dem fußbodenbeheizten Ein-Zimmer-Apartment im ersten Stock des Neubaus am Markt. „Das gefällt mir. Hier werde ich mich wohlfühlen“, freut sich die Rentnerin. Sie ist noch gut zu Fuß, nimmt die Außentreppe, die an der Rückfront des Gebäudes angebaut ist. Was künftig nicht nötig ist, denn natürlich gehört zur altersgerechten Wohnanlage ein Fahrstuhl.

Pünktlich am Ziel

Am 27. April erteilte der Landkreis die Baugenehmigung für die Wohnanlage, schon am 2. Mai war Baustart. Richtfest wurde am 14. Juli gefeiert. Die ersten Mieter können planmäßig Anfang Dezember in ihr neues Zuhause einziehen.

Ursprünglich wollte sich die Stadt Havelsee auf dem kommunalen Grundstück engagieren. Am Ende verkaufte die Stadt die Immobilie doch an private Investoren. Der Neubau besteht aus mehreren Ein- und Zwei-Raumwohnungen.

Vier Wohnungen auf jeder Etage sind mit einer vollausgestatteten Küche verbunden. Im Dachgeschoss stehen den Mietern Waschmaschinen und Trockner zur Verfügung. Dort ist auch die Haustechnik installiert. Die Wohnbereiche sind über einen Aufzug und ein wettergeschütztes Treppenhaus erreichbar.

In wenigen Tagen gibt die ehemalige Lehrerin ihre Wohnung in Berlin auf – und zieht nach Pritzerbe. Dann ist sie näher bei ihren Kindern in Hohenferchesar. Heidi Scheibe begleitet ihre Schwiegermutter bei der Wohnungsbesichtigung. Die Entscheidung ist schnell gefallen. „Es gibt nicht viele solcher Alternativen für betagte Menschen auf dem Lande. Hier können sie weiter ein selbstständiges Leben führen und sind doch nahe bei ihren Angehörigen“, findet Scheibe.

Letzte Handgriffe am verglasten Treppenhaus auf der Rückseite des Gebäudes. Quelle: JACQUELINE STEINER

Altersgerecht heißt in diesem Fall Türen, die breit genug für einen Rollstuhl sind. Es gibt keine Schwellen, dafür eine Hausalarmanlage und bodengleiche Duschen. Waschbecken haben Haltegriffe, jede Wohnung ist am Schwesternrufsystem angeschlossen. Der Pflegedienst Nora, der auf einem Nachbargrundstück selbst eine betreute Wohnanlage betreibt, unterhält in dem Neubau einen Stützpunkt. „Bei welchem Anbieter welche Dienstleistungen die Mieter für den Pflegebereich, das Essen oder den Notfall in Anspruch nehmen, bleibt jedem selbst überlassen“, sagt Lars Sperling. Der Elektroingenieur aus Marzahne hat zusammen mit seinem Geschäftspatner Rosario Mandanici in die neue Wohnstätte für Senioren in der Marktstraße 14a investiert.

Lars Sperling in einer von drei Gemeinschaftsküchen, in denen es auch Essplätze und Fernseher gibt. Quelle: JACQUELINE STEINER

Am 1.Dezember werden die ersten Mieter erwartet. Noch wird mit Hochdruck an den Restarbeiten gewerkelt. Hier noch ein paar Fußleisten, dort eine Abnahme. Die Endreinigung steht an. Auch im Außenbereich soll möglichst nichts mehr an die Baustelle erinnern, wenn die Möbelwagen rollen. Die insgesamt zwölf Wohnungen verteilen sich auf drei Etagen. Für Paare gibt es zwei Zwei-Raumwohnungen. Jeweils vier Wohnungen auf einer Etage sind durch einen großzügigen Gemeinschaftsraum mit Küche und Aufenthaltsraum verbunden. „In der Küche verwirklicht sich die Idee vom Zusammenleben und gegenseitiger Hilfe im Alter“, findet Bauherr Sperling. Noch sind nicht alle Wohnungen vergeben. „Ich bin optimistisch, dass die anfängliche Euphorie in den nächsten Wochen zu weiteren Mietern führen wird. Der Bedarf ist jedenfalls da“, ist Sperling überzeugt.

Ein Bad kurz vor der endgültigen Fertigstellung. Quelle: JACQUELINE STEINER

Mit dem nun vollendeten Neubau für Senioren erlebt Pritzerbe gerade das größte Wohnungsbauprojekt seit der Erschließung des Wohnparks „Am Birkenwäldchen“. Mit seiner in Cremefarben gehaltener Kubatur ist die Senioren-WG zum bestimmenden Gebäude am Markt geworden. Es entstand auf einer rund 400 Quadratmeter großen Brachfläche, wo sich einst an Ackerbürgerhaus mit der Nummer 14 befand.

Von Frank Bürstenbinder

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