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Erste Pfandleihe für Boote in Brandenburg

Mit dem Boot in den Kredithafen Erste Pfandleihe für Boote in Brandenburg

Seit mehr als 20 Jahren gibt es Pfandkredithäuser für Autos und Baumaschinen, im Laufe der Zeit kamen Oldtimer, Landmaschinen, Sonderfahrzeuge, Boote und Yachten dazu. In der Plauer Werft gibt es nun die erste Boots-Pfandleihe für Berlin und Brandenburg.

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In Plaue geht’s nicht ganz so mondän wie in Monaco zu, aber auch hier gilt: Je teurer, umso mehr Kredit fürs Beleihen.

Quelle: imago stock&people

Brandenburg/H. In der Bundeshauptstadt Berlin gibt es ein gutes Dutzend gut ausgelasteter Pfandleihhäuser für Autos, aber keines für Boote und Yachten. Das gibt es seit wenigen Tagen dafür in Brandenburg an der Havel und zwar auf der Plauer Werft bei Thomas Brauckmann. „Wenn jemand für ein größeres Projekt einen Liquiditätsengpass hat, er kurzfristig Geld braucht und keinen Bank-Kredit in Anspruch nehmen will, dann helfen wir.“ Dazu ist Brauckmann eine Kooperation eingegangen mit einem der größten Leihhäuser Deutschlands – der Kfz-Pfandkredithaus Wittlich OHG im rheinland-pfälzischen Dierdorf.

„Auch wenn wir das zweitälteste Gewerbe der Welt betreiben, ist das Beleihungsgeschäft eine moderne Art der Liquiditätsbeschaffung“, sagt Mitgesellschafter Thomas Wittlich. Seine Eltern haben am 1. Dezember 1995 das Unternehmen als Pfandleihe für Kfz und Baumaschinen gegründet, seit zehn Jahren werden auch Landmaschinen, Sonderfahrzeuge sowie Boote und Yachten beliehen. „Ein Boot hat oft einen höheren Wert als ein Auto, der Kunde bekommt einen höheren Betrag in die Hand“, sagt Wittlich. In Berlin und Brandenburg gebe es einen Bedarf, deswegen habe er nach einem Kooperationspartner hier gesucht. „Den Menschen ist auch nicht viel geholfen, wenn wir erst für bis zu 3000 Euro ein Überführen des Bootes an Rhein und Mosel in Koblenz organisieren.“

In der Praxis läuft es so ab, dass sich ein Kunde über den möglichen Kreditbetrag und die Kosten vorab im Internet informieren kann. „Hier vor Ort ermittelt ein Experte den Wert des Pfandobjektes genau, bei Booten ist dies etwas komplizierter, weil man nicht wie bei Autos einfach in die Schwacke-Liste schauen kann“, sagt Brauckmann. Das Wasserfahrzeug muss nach Plaue gebracht werden, wo es in einer Halle oder auf einem Außenstellplatz an Land unterkommt. So wird verhindert, dass jemand schnell damit wegfährt. Die Fahrzeuge sind während der Aufbewahrungszeit auch versichert. Wenn der Eigner seine Yacht nicht selbst bringen kann, wird ein Überführen organisiert.

Kalkulkator

Das Kfz-Pfandkredithaus Wittlich hat Niederlassungen in Dierdorf, Koblenz (Rheinland-Pfalz), Düsseldof, Köln (Nordrhein-Westfalen), Frankfurt (Main) Hessen sowie in Rodewisch (Sachsen).

Mit dem Online-Kalkulator auf der Internetseite http://www.Kfz-pfandkredithaus.de/pfandrechner.html können sich potenzielle Kreditnehmer einen ersten Überblick über Kredithöhe und Kosten verschaffen.

Das Boot muss mindestens 5000 Euro wert sein, die Hälfte des ermittelten Marktwertes kann beliehen werden. Innerhalb von zwei Tagen erhält der Kunde sein Geld – in bar oder aufs Konto überwiesen. Die Laufzeit des Pfandvertrages beträgt im Regelfall drei Monate, sie kann um weitere drei Monate verlängert werden. Die Kosten liegen bei etwa vier Prozent monatlich des Pfandkreditbetrages plus Stellplatzgebühren.

Nach Vertragsende kann der Kunde sein Boot wieder auslösen. Gelingt ihm das nicht, gibt es verschiedene Wege. „Früher gab es die Geschichten, dass der Pfandgegenstand einfach ,weg’ war, wenn er nicht abgeholt wurde. Das passiert natürlich nicht mehr“, sagt Brauckmann. In der Regel gibt es einen Monat Karenzzeit, damit der Kunde das Geld auftreiben kann, um sein Boot auszulösen. Er kann sich in dieser Zeit auch selbst um einen Verkauf bemühen. Gelingt dies auch nicht, wird es von einem amtlich bestellten Auktionator versteigert. Den Erlös, der über der Pfandkreditsumme und Kosten liegt, bekommt der bisherige Eigentümer voll ausgezahlt. Wenn es ganz schnell gehen muss, kauft Brauckmann auch Boote, dann aber besteht die Gefahr, dass der Kunde nicht so viel bekommt – die Eile drückt den Preis. Platz genug hat der Werfteigner: In den vergangenen Jahren hat er 250 Wasserliegeplätze sowie 500 Winterliegeplätze auf dem Areal in Plaue geschaffen, mehr als 100 gebrauchte und neue Boote hat er im Verkaufsangebot.

Vor drei Jahren hatte sich Thomas Brauckmann selbst einmal um eine Pfandleihen-Konzession bei der Stadt beworben, das Projekt aber wieder fallen gelassen, weil er sich nicht verzetteln wollte und mehrere Projekte gleichzeitig zu realisieren hatte. Deshalb war er ganz froh als ihn die Firma Wittlich vor einigen Wochen angeschrieben und ihm die Kooperation angeboten hatte. „Wir haben uns dann schnell getroffen, Thomas Wittlich macht einen soliden Eindruck und das Unternehmen hat in Deutschland einen guten Ruf.“

Von André Wirsing

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