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Brandenburg/Havel „Es kann nicht nur um meine Musik gehen“
Lokales Brandenburg/Havel „Es kann nicht nur um meine Musik gehen“
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16:27 23.09.2015
Kinder brauchen Musik: Rolf Zuckowski will sie mit seinen Liedern stärker machen. Quelle: Stefan Malzkorn
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Havelberg

Rolf Zuckowski (Jahrgang 1947) ist derzeit an der Elbe unterwegs. Eine Woche lang reist er von Wittenberge in der Prignitz bis nach Podebrady in Tschechien, um alte Chorfreundschaften aufzufrischen. Der Musiker und Komponist von Kinderliedern macht auch auf der Bundesgartenschau in Havelberg Halt.

MAZ: Am Freitag pflanzen Sie in Havelberg Sonnenblumen in das Herz-Beet für Kinder. Warum Sonnenblumen?

Rolf Zuckowski: Sonnenblumen mochte ich schon als Kind sehr gern wegen ihrer auffrischenden, leuchtend-großen Kraft. Immer wenn ich Sonnenblumen sehe, denke ich an die kleine Sandra. Ich lernte das blinde Mädchen vor 30 Jahren in einer Kita in Düren im Rheinland kennen. Die Erzieherin sagte damals zu mir: „Wir sind Sandras Augen“. Ich sang mit Sandra, sie legte die Hände auf meine Gitarre, die Tweety hieß. Zwei Sonnenblumen im Garten waren unsere stillen Zuhörer, ein Moment, der mich noch heute bewegt. Seitdem bedeuten mir Sonnenblumen besonders viel.

An die 500 Kinderlieder haben Sie bis heute geschrieben, aber keines, das allein Ihrer Lieblingsblume gewidmet ist. Wäre es nicht an der Zeit für ein Sonnenblumen-Lied?

Zuckowski: In meinem Lied„Wie gut, dass es die Sonne gibt“ kommen Sonnenblumen schon vor. Aber ein eigenes Lied gibt es nicht, das stimmt. Wer weiß, vielleicht inspiriert mich ja mein Besuch auf der Gartenschau.

Sie reisen durchs „Elbkinderland“, um Weggefährten aus den Jahren 2000 und 2010, als Sie entlang der Elbe auf Tour waren, zu treffen. Sind die Kinder, mit denen Sie damals gesungen haben, nicht längst erwachsen?

Zuckowski: Ich besuche die Chöre vor allem, um zu sehen, wie sie sich als Gemeinschaft entwickelt haben. In einigen, wie etwa bei den „Alsterfröschen“ aus Hamburg, dürfen Kinder auch dabei bleiben, wenn sie größer sind. Für 2016 plane ich mit meinem Elbkinderland-Verein ein Video, in dem jeder Chor an der Elbe einen Platz finden soll. Mein Besuch dient auch zur Vorbesichtigung.

Millionen von Kindern sind mit Ihren Liedern groß geworden. „In der Weihnachtsbäckerei“, „Die Jahresuhr“ und „Zebrastreifen“ können selbst viele Erwachsene im Schlaf. Können Sie Ihre eigenen Lieder noch hören?

Zuckowski: Ja. Ich habe meine Lieder schon zigmal gesungen, lange bevor die Öffentlichkeit sie hören konnte. Manche blieben auf der Strecke, wenn ich nicht hundertprozentig glücklich damit war. „So wie du bist“ und „Ich schaff das schon“, solche Lieder haben wiederum eine ganz besondere Kraft, vor allem, wenn man sie mit kranken Menschen oder Kindern mit Behinderungen singt.

Glauben Sie, dass Ihre Lieder auch bei denen, die heute klein sind, noch gut ankommen?

Zuckowski: Ich weiß sogar, dass es so ist. Die Musik ist ein großes, buntes Feld. Natürlich habe ich da nicht die absolute Hoheit. Die will ich auch nicht, denn ich nehme den Anspruch meiner Stiftung „Kinder brauchen Musik“ ernst. Es kann nicht nur um meine Musik gehen. Kindheit wandelt sich, es gibt neben Pop noch viele andere musikalische Einflüsse. Meine Lieder haben für die allermeisten Kinder trotzdem noch Platz.

Verreisen Sie jemals ohne Gitarre?

Zuckowski: Ja, seitdem mir meine Frau eine Ukulele geschenkt hat (lacht). Die ist so klein und handlich und verbreitet gute Laune. Ich hatte sie im Sommer im Urlaub in Frankreich dabei und habe Beatles-Songs geübt, jeden Tag einen Song.

Musiker mit Herz für Kinder

Rolf Zuckowski (68), Sohn eines Seemanns und einer Friseurin, studierte Betriebswirtschaftslehre in Hamburg. 1967 schenkte ihm sein Vater eine Gitarre, der Beginn seiner Karriere.

Mit dem Verein „Blaue Herzen für Kinderfreundlichkeit“, der sich für ein kinderfreundliches Miteinander einsetzt, ist Zuckowski seit den 1990er Jahren verbunden. Zur Buga pflanzen Prominente ihre Lieblingsblumen im Mönchsgarten in Havelberg und zeigen damit ein Herz für Kinder.


Von Josefine Sack

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