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Es kommen noch mehr Tempo-30-Zonen

Brandenburg an der Havel Es kommen noch mehr Tempo-30-Zonen

Potsdam hat es vorgemacht, in Oranienburg wird es gerade heiß diskutiert: Auch in Brandenburg an der Havel sollen nun größere Straßen und sogar Bundesstraßen zu Tempo-30-Zonen erklärt werden – vor allem nachts. Dabei wird jede Fahrbahn überprüft, die innerhalb von 24 Stunden von mindestens 8220 Fahrzeugen überquert werden. Und davon gibt es viele.

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Die Brielower Straße soll nachts langsamer befahren werden.
 

Quelle: Foto: V. Maloszyk

Brandenburg/H.  Flüssiger Verkehr war gestern, ab morgen geht es nur noch auf Schleichfahrt durch die Stadt.

Der so genannte Lärmminderungsplan der Stadt sieht zahlreiche Erweiterungen bestehender Tempo-30-Zonen plus Ausweisen neuer Langsamfahrabschnitte vor. Zudem sollen zahlreiche Fahrbahnen einen besseren Belag – bis hin zum so genannten Flüsterasphalt – bekommen.

Die auf Vorschlag des Dresdner Verkehrsplanungsbüros Ivas von der Verwaltung erstellte Liste kommt nun in die Ausschüsse und wird am 28. Juni in der Stadtverordnetenversammlung behandelt. Die Kommune ist verpflichtet, eine so genannte Lärmkartierung für alle Hauptverkehrsstraßen anzustellen, die im Jahr von mehr als drei Millionen Fahrzeugen (8220 Autos am Tag) befahren werden. Das sind ziemlich viele. Auf einigen Abschnitten des Zentrumsrings werden bis zu 33.100 Fahrzeuge in 24 Stunden gezählt. Durch Schmerzke auf der B 102 rollen 19.400 Pkw und 1300 Lkw am Tag. Auf der Willi-Sänger-Straße sind es teilweise 11.800 (600 Lkw) Fahrzeuge, die Upstallstraße passieren am Tag 9600 (500 Lkw) Autos.

Auch die Beläge der großen Straßen sind noch sehr unterschiedlich – Asphalt, Beton, Platten, ebenes Pflaster und Großpflaster liegen teilweise in Kombination als Fahrbahnen im Straßenbett.

(Zum Vergrößern der Grafik bitte klicken)

Zu den einzelnen Maßnahmen: In der Magdeburger Straße ist zwischen der Hochstraße und der Zanderstraße die Oberfläche zu verbessern, geprüft werden soll Tempo 30 in der Nacht. Letzteres soll auch für die Magdeburger Landstraße zwischen Gobbinstraße und Am Neuendorfer Sand gelten. Langsam gefahren werden soll auch auf der Wilhelmsdorfer Straße von der Kreuzung Otto-Sidow-Straße bis zur Göttiner Straße. Selbst auf der Otto-Sidowstraße wird beidseitig der großen Kreuzung zwischen Otto-Gartz-Straße und dem Ende der beiden Plattenbaublocks (Otto-Sidow-Straße 21) ein nächtliches Tempo 30 erwogen. Allerdings würde Brandenburg an der Havel mit solchen drastischen Maßnahmen nicht allein da stehen: In Potsdam beispielsweise ist die vielbefahrene Zeppelinstraße bereits verlangsamt worden, nun werden auch noch Spuren zugunsten einer Radfahrstraße weggenommen.

Lärm mindern, aber wie?

Reduktion der Kfz-Verkehrsbelastung.

Verkehrsorganisation: Geschwindigkeitsreduktion, Verkehrslenkung) Bessere Fahrbahnbeläge, Straßenraum- und Umfeldgestaltung.

Langfristige Ansätze der Lärmreduktion (z.B. lärmreduzierte Reifen).

Lärmminderung im Straßenbahnverkehr.

Stadtplanung für verkehrssparsame Stadt.

Lärmminderung im Bereich der Eisenbahn.

Ein ganztägiges 30er-Tempolimit soll es auch für die Bauhofstraße von der Bauhofstraße bis zur Kanalstraße geben, der folgende Abschnitt über die Luckenberger Brücke bis zur Neuendorfer Straße und zum Nicolaiplatz ist ohnehin schon eingebremst.

Vor allem nachts soll langsamer gefahren werden in der Brielower Straße direkt im Wohngebiet von der Gero- bis zur Prignitzstraße.

Gleiches gilt für die Bundesstraße 1 (Berliner Straße) zwischen Potsdamer Straße und dem Ortsende von Neuschmerzke. Die B-102-Ortsdurchfahrt Schmerzke soll bis zur Fertigstellung der Ortsumfahrung zumindest nachts Tempo-30-Zone sein. Solche Tempolimits auf Bundesstraßen gibt es bereits – seit Jahren müssen die Autofahrer zwischen 22 und 5 Uhr die 30er-Grenze auf der B 1 in Geltow einhalten.

Oberflächenverbesserungen zum Lärmmindern sind dringend notwendig auf der Steinstraße vom Stadtkanal bis zum Neustadt-Markt, auf der Neustädtischen Fischerstraße zwischen Neustadt-Markt und Mühlendamm sowie auf der Plauer Straße/Altstadt-Markt/Parduin von der Bergstraße bis zur Rathenower Straße.

Von André Wirsing

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