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Es kracht und klirrt im Slawendorf

Brandenburg an der Havel Es kracht und klirrt im Slawendorf

Im Slawendorf in Brandenburg an der Havel trafen sich über 80 Leute zum Training mit mittelalterlichen Waffen. Ob Speer, Schwert, Axt, mit oder ohne Schild, einfach alles wurde ausprobiert. Aus ganz Deutschland reisten die Darsteller an. Bei allem Kampf überwog doch die gute Stimmung und der gegenseitige Respekt untereinander.

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Beim Trainingstag im Brandenburger Slawendorf krachte es.

Quelle: Tobias Borchers

Brandenburg/H. „Bogenschütze!“ Nach diesem Ruf kracht auch schon der erste Pfeil gegen ein Schild. „Vorwärts Speere!“ und es senke sich gleich vier Sperre und drängen eine Gruppe Schwertkämpfer in eine Ecke. Es ist viel los im Brandenburger Slawendorf – beim Trainingstag am Samstag. Über 80 Männer, Frauen und Kinder haben sich, im historischem Dorf, getroffen, um in mittelalterlicher Montur und mit Schwertern, Speeren, Bögen und was es da noch so alles gibt, Zeitgeschichte zu erleben und sich auf Schaukämpfe vorzubereiten.

Organisator des Tages ist Jens Wiedecke, Geschäftsführer von Zeitreise Brandenburg. „Die Leute sind Mittelalterdarsteller, zum Teil als Profis, zum Teil als Hobby. Sie kommen aus ganz Deutschland, um zu üben.“ Einer der Profis ist Kelle, das ist sein Künstlername. In der Szene ist Kelle kein Unbekannter: Er ist deutscher Meister im „ Sieben gegen Sieben“, kommt aus Berlin angereist und leitet mit Jens Wiedecke das Training.

„Aktionen wie heute sind sehr wichtig, gerade für uns Profis. Hier lernt man den richtigen Umgang mit den mittelalterlichen Waffen. So beugt man Verletzungen vor und kann für Vorführungen üben“, erläutert Kelle.

Die Frauen, Männer und Kinder finden sich in Gruppen von je sieben Personen zusammen. Sie entscheiden, in welcher Konstellation sie gegen andere Gruppen antreten. Mann, Frau, Kind, ob mit Schwert oder Bogen – all das muss berücksichtigt werden. Dann suchen sie sich einen Ort im Dorf und verteidigen diesen gegen jedwede Angreifer.

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Mittelalterkämpfer aus ganz Deutschland haben im Slawendorf gezeigt, was sie können. Bei herrlichem Wetter gingen etwa 80 Männer, Frauen und Kinder aufeinander los. Und hatten jede Menge Spaß.

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Wer im Schaukampf getroffen wird, ist raus und geht zurück zum Sammelpunkt. Dort schließt er sich einer neuen Gruppe an. Was besonders heraussticht, ist der hohe Respekt, den alle Teilnehmer für einander zeigen. In einem Moment kämpfen sie mit Schild und Schwert gegeneinander, im nächsten stehen sie zusammen, lachen und werten den eben ausgefochtenen Kampf aus.

Durch diese Achtsamkeit füreinander ist es möglich, dass der zwölfjährige Martin an dem Training teilnehmen kann. „Ich darf noch nicht in der Linie, also ganz vorne, mitkämpfen. Mit Pfeil und Bogen, also aus der Distanz schon“, berichtet der Junge, der in der Szene bereits als gefürchteter Bogenschütze gilt. „Es ist mein liebstes Hobby. Als ich zwei Jahre alt war, hat mich mein Vater zum ersten Mal zu so einem Treffen mitgenommen. Mit sechs hab ich dann das erste Mal aktiv mitgemacht. Ich freue mich schon darauf, dass ich 14 werde, dann darf ich auch vorne mitmischen,“, erzählt Martin.

Die Veranstaltung kostet die Teilnehmer lediglich einen Beitrag von fünf Euro. „Davon bezahlen wir in erster Linie die Dorfmiete und ein paar Getränke. Hier wird kein Geld verdient. Es geht hier um den Spaß an der Sache und ums Erleben von Geschichte“, berichtet Jens Wiedecke.

Wer nun Lust bekommen hat, so ein mittelalterliches Spektakel zu erleben, kommt vom 31. März bis zum 2. April zum Handwerkermarkt ins Slawendorf. „Bogenschießen, Axtwerfen oder mittelalterliche Musik wird den Besuchern an diesen Tagen auch geboten“, berichtet Jens Wiedecke. „ An diesen Tagen geht es dann nicht ganz so hart zur Sache.Es braucht sich also keiner zu fürchten“, ergänzt Kelle.

Von Tobias Borchers

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