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Es wird wieder ruhiger beim Entsorger

Wechsel bei der Mebra Es wird wieder ruhiger beim Entsorger

Die Neubesetzungen der Chefposten bei den städtischen Gesellschaften Wobra und Verkehrsbetriebe VBBr waren dem Generationswechsel geschuldet. Ein dritter Geschäftsführer hat zum Jahreswechsel die städtisch dominierte Mebra verlassen: René Liese leitet nun den Ost-Vertrieb beim Entsorgungsunternehmen Remondis.

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Mebra-Führung: Holger Ulbricht, René Liese, Thomas Schiefelbein (v.l.n.r.)

Quelle: André Wirsing

Brandenburg/H. Noch ein Geschäftsführer einer städtisch dominierten Gesellschaft hat sich zum Jahreswechsel leise verabschiedet. Der bisherige Chef der Märkischen Entsorgungsgesellschaft Brandenburg René Liese hatte für den Mitgesellschafter Remondis bislang gemeinsam mit dem von der Stadt entsandten Holger Ulbricht drei Jahre und drei Monate lang das Unternehmen geführt.

Nun hat ihn Remondis befördert: Liese leitet nun von Berlin aus den Vertrieb Ost – er steuert die Außendienstmitarbeiter, die Aufträge einholen in allen neuen Bundesländer außer Mecklenburg-Vorpommern, dafür mit einem Teil von Bayern. Zudem ist er für das Unternehmen auch für Großprojekte wie den BER-Flughafen zuständig.

An Ulbrichts Seite agiert nun Thomas Schiefelbein. Der 46-Jährige Diplomökonom begann seine Laufbahn bei einer ILB-Tochter, bevor er zu Remondis wechselte, wo er acht Jahre lang für das Russland-Geschäft verantwortlich war,. Derzeit ist er parallel noch Geschäftsführer eines der Mebra vergleichbaren Unternehmens in Riesa-Großenhain.

In der vergangenen Woche hatte der für die Stadtbeteiligungen zuständige Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) die Anfrage an Ulbricht gestellt, ob dieser sich vorstellen könne, zeitweise die Doppelbelastung als Chef der Brandenburger Dienstleistungen und der Mebra weiter auf sich zu nehmen, um Kontinuität bei dem Entsorger zu gewährleisten. „Ich habe zugesagt, aber gleichzeitig gefragt, was passiert wäre, wenn ich die Frage verneint hätte. Dann hätte es Scheller eben angewiesen, dass ich weitermache“, lacht Ulbricht. In der Tat zehrt die Doppelbelastung, Ulbricht will bei der Mebra noch in diesem und im nächsten Jahr bleiben, dann an die jüngere Generation um Prokurist Stephan Köpping und Anlagenchef Sebastian Höhne übergeben.

Noch 47 Mitarbeiter

Aktuell hat die Mebra noch 47 Mitarbeiter, vor Jahren waren es noch 130.

Seit Juni 2015 gilt ein Haustarifvertrag, der eine durchschnittliche Entlohnung von 12,31 Euro je Stunde vorsieht.

Allerdings erreichen bis zum Jahr 2020 etwa 20 Mitarbeiter das Rentenalter, das Unternehmen muss also beim Personal vorsorgen.

Seit September gibt es wieder drei Auszubildende, eine als Kauffrau, zwei als gewerbliche Mitarbeiter.

Derzeit wird der Winterdienst mit sechs Unimog und sechs Multicars sowie drei Fahrzeugen für manuelle Reinigung erledigt.

1400 Tonnen Auftausalz und 700 Tonnen Streusand lagern in den Depots.

Nach knapp zwei Jahren voller Unsicherheiten und Umbrüche scheint die Mebra wieder in ruhigeres Fahrwasser zu steuern. Anfang 2014 verlor sie den Hausmüllauftrag für die Stadt, musste 30 Stellen abbauen. Mittlerweile hat sie alle wichtigen sonstigen Aufträge wieder oder neu gewonnen: Straßenreinigung, Winterdienst, Leichtverpackungen (DSD) auch im Landkreis Mittelmark, Umschlag und Abtransport des eingesammelten Hausmülls in Zusammenarbeit mit Remondis Brandenburg. Der Recyclingpark mit dem Wertstoffhof gilt als Vorzeigeprojekt in weitem Umkreis. „Wir haben jetzt Planungssicherheit, sind aber noch nicht über den Berg“, sagt der neue Chef Schiefelbein. Das Unternehmen müsse jetzt auch investieren, beispielsweise in neue Lkw – in allen öffentlichen Ausschreibungen werde die Euro-Norm 5 verlangt. „Wir haben gute Voraussetzungen geschaffen, jetzt muss es gemeinsam mit der Belegschaft gelingen, das Unternehmen wieder voran zu bringen. Das muss auch der Betriebsrat wissen“, warnt Liese.

Von André Wirsing

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