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Brandenburg/Havel Europäische Politik hautnah erleben
Lokales Brandenburg/Havel Europäische Politik hautnah erleben
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00:28 30.10.2015
Interessiert sich sehr für Politik: Carlo Reich Quelle: Melanie Höhn
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Brandenburg an der Havel

„Vielleicht macht es Klick und es ist genau das, was ich machen will“, sagt Carlo Reich. Er ist einer von 400 Schülern, die bald europäische Politik hautnah erleben: Im Bundestag und im Berliner Abgeordnetenhaus dürfen sie in die Rolle von Europa-Abgeordneten schlüpfen. Der 16-Jährige geht in die 11. Klasse des Bertold-Brecht-Gymnasiums und ist sehr politikinteressiert.

Suche nach Kompromissen

Schon zum 17. Mal organisiert die Junge Europäische Bewegung (JEB) die Simulation Europäisches Parlament (SIMEP), wo Schüler der zehnten bis zur 13. Klasse teilnehmen dürfen. In diesem Jahr wird der Fokus auf den Themen Klima- und Energiepolitik, der Entwicklungspolitik der EU und dem Freihandelsabkommen TTIP liegen. Die Teilnehmer debattieren und verhandeln als Europa-Abgeordnete mit den Kollegen aus anderen Fraktionen und EU-Mitgliedsstaaten, sie suchen nach Kompromissen und feilen an Entschlüssen. Dabei werden sie von echten Abgeordneten aus allen Fraktionen des Europäischen Parlaments durch Redebeiträge unterstützt.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sowie der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, werden die Schüler begrüßen. Medieninteressierte Schüler begleiten die jungen Abgeordneten, am Ende entsteht die Zeitung „move“. Für das zweite SIMEP, das am 13. und 14. Dezember stattfindet, können sich interessierte Schüler noch bis zum 23. November auf www.simep.eu anmelden.

Klarheit über die Zukunft finden

Carlo freut sich auf die Simulation, denn er möchte jede Gelegenheit ausnutzen, um herauszubekommen, was er studieren soll und Klarheit über seine Zukunft zu finden: „Auf jeden Fall soll es etwas sein, mit dem ich mich selbst ausdrücken kann“, erzählt er. Auch Philosophie oder Musik könnte er sich vorstellen, nebenher spielt er Gitarre in seiner neu gegründeten Band „The Smoking Dezibells“. Schon mit zwölf Jahren begann seine Leidenschaft für Politik. „Ich mag den Austausch mit anderen und das Debattieren, generell bin ich sehr kontaktoffen“, sagt er.

In der Sekundarstufe eins diskutierten er und seine Mitschüler viel über Themen wie Schwangerschaftsabbruch, Flüchtlinge, die Legalisierung von Cannabis oder die Rolle der USA. Inzwischen belegt er in der Sekundarstufe zwei Politische Bildung als Leistungsfach und setzt sich mit politischer Theorie auseinander. Sein Lehrer erzählte ihm von dem Simulationsprojekt, das Carlo sofort begeisterte.

Politisch will Carlo sich nicht festlegen

Zusammen mit seinem Klassenkameraden Tim Schopp wird er nun im November nach Berlin fahren. „Ich bin gespannt, wie sich Leute aus unserem Alter über Politik unterhalten“, erzählt Carlo. Politisch möchte er sich jedoch nicht festlegen, „ich komme mit dem Parteiensystem nicht klar“, sagt er. „Ein einzelner Politiker kann nicht viel ändern, inzwischen bin ich fast so etwas wie systemparanoid.“ Bei der Simulation will er sich auch anschauen, was Wolfgang Schäuble über das Politikerdasein erzählt.

Carlo möchte ganz locker an das Ganze herangehen. Er wird noch einmal den Ablauf von EU-Debatten durchgehen, doch auf ein bestimmtes Thema muss er sich zu Hause nicht vorbereiten. Noch ist er nicht aufgeregt.

Von Melanie Höhn

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