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Brandenburg/Havel Frau (30) aus dem dritten Stock gestoßen
Lokales Brandenburg/Havel Frau (30) aus dem dritten Stock gestoßen
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09:35 12.12.2018
Treppen sind überall, auch beim Weißen Ring. Martin Gronwald hilft Simone M., die Stufen zu überwinden. Quelle: Jürgen Lauterbach
Brandenburg/H

„Ich will wieder gehen, das ist mein Ziel“, sagt die junge Frau im Rollstuhl. In diesem Jahr ist Simone M. (30) sehr viel Schreckliches geschehen. Nur mit viel Glück hat sie ihr Leben behalten, als ihr inzwischen geschiedener Ehemann sie aus dem dritten Stockwerk in die Tiefe gestoßen hat.

Simone M., die mithilfe der MAZ-Sterntaler einen etwas versöhnlicheren Jahresausklang erleben soll, trägt eigentlich einen anderen Namen. Doch wegen der anstehenden Gerichtsverfahren können ihr Name und näheren Umstände des Verbrechens nicht veröffentlicht werden.

Der Verein Weißer Ring, der Opfer von Verbrechen selbstlos unterstützt, kümmert sich um die junge Frau aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark. „Es wäre sehr schön, wenn die MAZ-Leser Simone M. mit den Sterntalern helfen könnten, sie hat es wirklich verdient“, versichert Martin Gronwald, Außenstellerleiter des Weißen Rings in Potsdam-Mittelmark.

Spenden für MAZ-Sterntaler

Auch in diesem Jahr gibt es in der Vorweihnachtszeit die MAZ-Sterntaler-Aktion. MAZ-Leser unterstützen Menschen, die unverschuldet in Not oder eine schlimme Situation geraten sind. Sie sollen ein Weihnachtsfest bekommen, an das sie gern zurückdenken.

Der DRK-Kreisverband Brandenburg führt das MAZ-Sterntaler-Spendenkonto seit vielen Jahren treuhänderisch und engagiert.

Bitte überweisen Sie Ihre Spenden für MAZ-Sterntaler auf das bei der Brandenburger Bank geführte Sterntaler-Spendenkonto mit der IBAN DE77 1606 2073 0100 0707 00.

Bei Spenden bis zu 200 Euro reichen der entsprechende Kontoauszug oder Einzahlungsbeleg zur Vorlage beim Finanzamt. Wer einen höheren Betrag spendet, dem stellt der DRK-Kreisverband eine Spendenquittung aus. Bitte geben Sie in dem Fall als Spendenzweck „MAZ-Sterntaler“ an und nennen Sie Namen und Adresse.

Simone M. erzählt in Umrissen, was an jenem Tag im vergangenen Mai geschehen ist, der ihr Leben auf den Kopf gestellt hat. Sie war mit ihrem damaligen Mann, dem Vater ihrer beiden Kinder, in dessen Wohnung verabredet, um ein paar Dinge abzusprechen.

Inzwischen weiß sie, dass dieses Treffen ein Hinterhalt war. Das in Trennung lebende Paar geriet in Streit. Der Partner nutzte einen passenden Moment, um Simone M. acht Meter tief aus dem dritten Stock zu stoßen.

An den Sturz, ihren Aufprall und alles was folgte, erinnert sich die Brandenburgerin nicht mehr. Sie weiß, dass ihr Körper nur knapp neben einem Fahrradständer aufschlug, sie dem Tod also nur sehr knapp entronnen ist.

Querschnittslähmung

Zeugen des Sturzes haben seinerzeit sofort Hilfe für die schwer verletzte Frau gerufen. Mehrere Tage verbringt sie bewusstlos auf der Intensivstation. Dass ihre Mutter sie besucht hat, daran erinnert sich die 30-Jährige schwach. Man hat ihr erzählt, wer sonst noch ans Krankenbett gekommen ist. Daran hat sie keine eigene Erinnerung mehr.

Simone M. hat ein Schädel-Hirn-Trauma und weitere sehr schwere Verletzungen erlitten. Ein Lendenwirbel und ein Brustwirbel sind gebrochen, die junge Mutter ist also querschnittsgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. Starke Schmerzmittel sind notwendig.

Nach monatelangen Krankenhausaufenthalten lebt Simone M. nun daheim – mit allen Einschränkungen. Die Arme kann sie bewegen, die Beine kaum. Simone M., die früher gern gejoggt und Fahrrad gefahren ist, hat im Bruchteil einer Sekunde sehr viel verloren.

Achtlosigkeit am Fahrstuhl

Tausend Stufen bauen sich in ihrem neuen Leben vor ihr und dem Rollstuhl, in dem sie sitzt, auf. Von diesem Platz aus erlebt sie andauernd, wie Menschen sie ignorieren, sich zum Beispiel vor ihr in den Fahrstuhl drängen und sie draußen stehen lassen.

„Ich wünschte mir einfach etwas mehr Rücksicht“, sagt Simone M., für die kleine Verrichtungen endlose Mühen bedeuten. „Allein das Wasser zum Nudelkochen zu holen, ist für mich jetzt mit ganz schön hohem Aufwand verbunden“, erzählt sie.

Das erste Weihnachtsfest im neuen Leben wird grausam für Simone M. Nicht nur wegen der körperlichen Leiden. Die Narben an der Seele tun noch viel mehr weh.

Weihnachten ohne die Kinder

Simone M. hat zwei kleine Kinder, die sie seit dem schrecklichen Sturz im Mai nur dreimal gesehen hat und die sie unbedingt bei sich haben möchte. „Weihnachten werde ich ohne meine Kinder verbringen müssen“, sagt die Mutter ganz leise. Den Gedanken kann sie kaum ertragen. Doch das künftige Sorgerecht muss noch vor dem Familiengericht geklärt werden.

Trotzdem können MAZ-Leser der jungen Frau in ihrem Unglück etwas beistehen. Ihre Krankenkasse hat die Finanzierung eines Hilfsmittels abgelehnt, das Simones Leben etwas leichter machen.

Mit einem sogenannten Handbike wäre sie unabhängiger und beweglicher, könnte ihren Radius deutlich vergrößern, weil sie den Rollstuhl, unterstützt von einem kleinen Motor, mit ihren beiden Händen antreiben könnte. Der Nachteil an diesen Geräten: Sie sind teuer und privat hat Simone M. das Geld dafür nicht.

Handbike wäre ein Segen

Die sportlich wirkende Frau glaubt fest an ihre Zukunft auf zwei Beinen. Sie weiß, dass sie dafür viel Geduld und eisernen Willen benötigt. Den hat sie, allein der Kinder zuliebe.

Simone M. hat seit dem schlimmen Tag im Mai nie wieder herzhaft gelacht. Sie weiß, dass sie das erst wieder kann, wenn ihre Kinder richtig bei ihr sind.

Ein schönes Lächeln können MAZ-Leser der jungen Frau schon vorher entlocken. In dem Moment, in dem sie das Sterntaler-Handbike in den Händen hält.

Von Jürgen Lauterbach

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