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Ex-Minister Krause privat pleite

Privatinsolvenz Ex-Minister Krause privat pleite

Nicht nur die Firma IBP, die in Brandenburg/Havel in einer schmucken Villa residiert, ist zahlungsunfähig. Auch Geschäftsführer Günther Krause (62), früher einmal Bundesverkehrsminister, ist als Privatmann pleite. Bei den Forderungen der Gläubiger geht es nicht um Peanuts.

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Günther Krause an seinem Wohn- und Arbeitsort in Kirchmöser.

Quelle: Joachim Liebe

Brandenburg/H. Erst Firmenpleite, dann auch noch Privatinsolvenz: Der frühere Bundesverkehrsminister Günther Krause (62), Geschäftsführer der zahlungsunfähigen Unternehmensberatung IBP, steht mit einem Millionenbetrag in der Kreide. Die MAZ erfuhr jetzt: Seit mehr als drei Jahren läuft Krauses Privatinsolvenzverfahren. Die Forderungen der Gläubiger belaufen sich auf einen „deutlich siebenstelligen Betrag“, teilt der Rostocker Insolvenzverwalter Herbert Hülsbergen auf Anfrage mit.

Vor rund zwei Wochen hatte das Amtsgericht Potsdam das Insolvenzverfahren gegen Krauses IBP eröffnet. Bei Verbindlichkeiten von rund 800 000 Euro ist sie nicht mehr zahlungsfähig. Günther Krause beteuert gegenüber der MAZ hingegen weiterhin, dass seine Firma keineswegs pleite sei, er spricht von einer „aktuellen Liquiditätsschwäche“. Das Gutachten des Insolvenzverwalters attestiere der IBP ein Vermögen von 1,065 Million Euro. Demgegenüber stünden Verbindlichkeiten von 755 000 Euro. Die IBP könne die Schulden also in naher Zukunft zurückzahlen, so der frühere CDU-Politiker.

IBP-Insolvenzverwalterin Nadine Wild spricht allerdings keineswegs von einem Millionenvermögen. Der Ex-Minister hätte dem Berliner Insolvenzverwalterbüro Sponagel zwar ein Aktienpaket der Firma Neutrino Inc. aus Montana/USA über eine Million Euro vorgelegt. Bislang stellte Wild, Rechtsanwältin im Büro Sponagel, noch keine Werthaltigkeit fest. Sie taxierte es daher nur auf ein Euro. Und selbst, wenn die Werthaltigkeit bestätigt würde, müsste sie erst einmal jemanden finden, der die Aktien kaufen möchte, erklärt sie. Wild: „Ein solcher Interessent steht aber nicht zur Verfügung.“

Auch Krauses Rostocker Privatinsolvenz-Verwalter Hülsbergen möchte hier ein Wörtchen mitreden. Er würde die Aktien gegebenenfalls gern zu Geld machen, um die privaten Gläubiger zu befriedigen, die noch Forderungen über mehrere Millionen Euro gegen Günther Krause haben. Hülsbergen hat den Ex-Minister wegen der Aktie schon angeschrieben. Die titulierten Millionenforderungen gegen den Privatmann Krause kommen laut Hülsbergen von diversen Gläubigern und gelten 30 Jahre lang. Die Verbindlichkeiten resultieren zum Teil aus Krauses früherer wirtschaftlicher Tätigkeit in den neunziger Jahren, als er persönlich haftete.

Der Verwalter konnte nur den pfändbaren Teil des Gehalts einbehalten, das Krause bisher als IBP-Geschäftsführer verdient hat. Nun muss er sich an dessen Insolvenzgeld halten. Krause selbst möchte sich nicht zu seinen Privatschulden äußern, wie er sagt.

IBP-Insolvenzverwalterin Nadine Wild prüft derzeit, inwiefern das Grundstück in der Brandenburger Straße in Kirchmöser verwertbar ist, Krauses Villa also. Sie klärt auch die Eigentumsverhältnisse. Im Grundbuch sei die Firma IBP als Eigentümerin eingetragen.

Die Firmen-Insolvenz der IBP hatte im Frühjahr nicht Geschäftsführer Krause angemeldet. Vielmehr hatten laut Nadine Wild vier Gläubiger entsprechende Anträge bei Gericht gestellt. Ob daraus strafrechtliche Vorwürfe gegen den Geschäftsführer erwachsen, ist noch nicht geklärt.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittele noch nicht gegen Krause. Ehe dies geschehen könne, müssten ihr Unterlagen des Insolvenzgerichts vorliegen, erklärt Staatsanwalt Christoph Lange..

Mehrere Gläubiger der IBP haben sich inzwischen bei der Insolvenzverwalterin gemeldet. Darunter sind nicht nur institutionelle Gläubiger wie Krankenkassen, sondern auch mehrere ehemalige Arbeitnehmer der IBP und Gastronomieunternehmen. Die Gläubigerversammlung ist für den 31. August vorgesehen.

Von Jürgen Lauterbach

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