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Fachleute fordern mehr Sicherheit für Patienten

Brandenburg an der Havel Fachleute fordern mehr Sicherheit für Patienten

Günther Jonitz, Lutz Pelchen, Kay Wilke-Schulz und Eberhard Beck sind sich in einem Punkt einig, den sie in einer Fachtagung am Donnerstag in Brandenburg/Havel zum Ausdruck brachten: Die Bedeutung der Patientensicherheit nimmt zu, auch weil Patienten im Durchschnitt älter und schwerer krank sind, in vielen Fällen auch dement.

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Der Medizininformatik-Professor Eberhard Beck fordert, auch durch die Analyse von Beinahe-Fehlern Erkenntnisse zu gewinnen

Quelle: Heike Schulze

Brandenburg/H. Günther Jonitz, Lutz Pelchen, Kay Wilke-Schulz und Eberhard Beck sind sich in einem Punkt einig, den sie in einer Fachtagung am Donnerstag in Brandenburg/Havel zum Ausdruck brachten: Die Bedeutung der Patientensicherheit in der medizinischen Versorgung nimmt zu, gerade in Zeiten, in denen Patienten im Durchschnitt älter und schwerer krank sind, in vielen Fällen auch dement.

Der Berliner Ärztekammerpräsident, der Brandenburger Pflegedienstdirektor, der Krankenkassenvertreter und der Medizin-Informatik-Professor der THB gehörten am Donnerstag zu den Referenten der „Med-Pro 2017“ im Audimax der Technischen Hochschule Brandenburg.

Ärztekammerpräsident Jonitz gehörte vor mehr als zehn Jahren zu denjenigen, die die Bild-Zeitung auf ihrem Titel als „mutigste Ärzte Deutschlands“ feierte. Er war nicht deshalb ein Held, weill er eine Wunderheilung vollbracht hätte, sondern weil er wie die anderen einen Fehler öffentlich zugegeben hatte.

Der Ärztefunktionär ermutigte in seinem Vortrag im Audimax dazu, Fehler einzugestehen, mit betroffenen Patienten offen und problemorientiert umzugehen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Nach seiner Erfahrung honorieren Patienten Ehrlichkeit, wenn einmal etwas schief gelaufen ist.

Auf der anderen Seite erwähnte Jonitz den früheren Chefarzt der Uni-Klinik Mannheim, seinerzeit auch Präsident der Krankenhausgesellschaft, der Fehler in seinem Umfeld einfach ignorierte, obwohl er darauf hingewiesen wurde. Am Ende musste er seinen Stuhl räumen.

Der Kammerpräsident erklärte, wie sich eine „Sicherheitskultur“ im Laufe der vergangenen Jahre in Deutschland entwickelt habe. Wie gut sie im einzelnen, hänge stets von den Führungskräften ab. Die Broschüre „Aus Fehlern lernen“, zeige, wie dase Verständnis für die Patientensicherheit gestiegen sei.

„Es gilt nicht nur aus eigenen Fehlern oder aus Fallberichten zu lernen, sondern durch die Analyse von Beinahe-Fehlern Erkenntnisse zu gewinnen, um unerwünschte Ereignisse verhindern zu können“, sagte Medizininformatik-Professor Eberhard Beck, bis 2010 Frauenchefarzt am Klinikum Brandenburg.

Doch auch dann ließen sich nicht alle Risiken in der Medizin ausschließen. Daher komme es darauf an, die Gefahrensituation rechtzeitig zu erkennen und sie mit Hilfe angemessenen räumlicher und apparativer Ressourcen mit gut ausgebildetem Personal zu beherrschen.

Von Jürgen Lauterbach

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