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Fahrlässige Tötung: Prozess platzt erneut

Brandenburgerin angeklagt Fahrlässige Tötung: Prozess platzt erneut

Erneut ist die Verhandlung gegen eine 35 Jahre alte Brandenburgerin geplatzt. Die Frau ist wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht angeklagt. Sie soll den Unfalltod eines Motorradfahrers verursacht haben und vom Unfallort geflüchtet sein. Erst eine Viertelstunde vor Prozessbeginn platzt der Termin.

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Ein Kreuz und Blumen erinnern am Unfallort an das Opfer.

Quelle: Jacqueline Steiner

Brandenburg/H. Bereits zum zweiten Mal konnte am Montag die Verhandlung gegen einer 35 Jahre alte Brandenburgerin nicht stattfinden, der die Staatsanwaltschaft Potsdam wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht angeklagt hat. Die Frau soll den Verkehrsunfall verursacht haben, der den 30 Jahre alten Fliesenleger Christoph Eichner am 23. September 2014 auf der B 1 hinter der Quenzbrücke das Leben gekostet hatte. Statt Hilfe zu rufen und sich um den schwerst verletzten Motorradfahrer zu kümmern, soll die Angeklagte sich unerlaubt vom Unfallort entfernt haben.

Bereits der erste Gerichtstermin, der für den 10. September anberaumt war, fiel aus, weil sich die Angeklagte wenige Stunden vorher krank meldete. Am gestrigen Montag erhielt Strafrichterin Caroline du Vinage eine Viertelstunde vor Prozessbeginn eine einzeilige Mitteilung der Verteidigerin aus Ulm, dass sie am Wochenende erkrankt sei und der Termin erneut ausfallen müsse. Dabei hatte sie noch am Freitag versichert zu kommen.

Belastende Situation für die Angehörigen

Für das Gericht und alle Prozessbeteiligten ist die erneute Absage sehr ärgerlich. Für die Angehörigen des Opfers, vor allem für die Eltern, die in dem Verfahren als Nebenkläger teilnehmen, ist die Absage ein Zumutung. „Das berührt mich in diesem Fall, wenn sich jemand so komplett wegduckt, extrem“, sagt deren Anwalt Andreas Zillkes.

Die Eltern wünschen sich endlich einen Abschluss dieses für sie sehr belastenden Verfahrens. Am Freitag, an dem ihr Sohn 32 Jahre alt gerworden wäre, haben sich die Angehörigen auf dem Friedhof versammelt. „Die Emotionen sind alle wieder hochgekommen“, berichtet Uwe Eichner, der einst mit seinem Sohn zusammen im Tieckower Unternehmer Knoop zusammengearbeitet hat.

„Jeden Abend, wenn man zu Hause sitzt, sind die Erinnerungen unweigerlich da“, erzählt der Vater. Schließlich lebte der Sohn in der Nähe, hatte die Familie ein Superverhältnis zueinander bis zu jenem schrecklichen Unglückstag. Viele Angehörige, Freunde und Arbeitskollegen wollten am Montag den Prozess verfolgen, um ihre Solidarität mit der Familie auszudrücken. Alle waren also da außer der Angeklagten, die ihre Verteidigerin offenbar rechtzeitig über die eigene Absage informiert hatte.

Die Verhandlung soll nun voraussichtlich am 4. Dezember nachgeholt werden. Das Amtsgericht wird nach angaben der Direktorin Adelheid van Lessen einen Pflichtverteidiger bestellen, um den Verfahrensablauf an dem Tag zu sichern.

Von Jürgen Lauterbach

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