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Fahrradleichen am Bahnhof sollen verschwinden

Brandenburg an der Havel Fahrradleichen am Bahnhof sollen verschwinden

Radfahrer am Brandenburger Hauptbahnhof wundern sich womöglich über die vielen rosa Zettel, die an vielen dort ab- und untergestellten Fahrrädern hängen. Erst bei näherem Hinsehen wird klar, dass alle Räder etwas gemein haben: Sie sind so stark beschädigt, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht mehr genutzt werden. Deshalb sollen sie weg.

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An den mutmaßlich ausgemusterten am Hauptbahnhof hängen Zettel, die in zwei Monaten entfernt werden sollen.

Quelle: Foto: jast

Brandenburg/H. Radler am Brandenburger Hauptbahnhof wundern sich womöglich über die vielen rosa Zettel, die an vielen dort ab- und untergestellten Fahrrädern hängen. Erst bei näherem Hinsehen wird klar, dass alle Räder etwas gemein haben: Sie sind so stark beschädigt, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht mehr genutzt werden.

„Wir wollen den Schrott aussortieren“, erklärt Mathias Latocha, Fachbereichsleiter städtischer Bauhof. Mit einem Kollegen ist er am Freitag sämtliche Abstellplätze für Fahrräder am Hauptbahnhof abgelaufen, vorbei an mehr als 700 Fahrrädern. Städtische Fahrradparkplätze gibt es nämlich nicht nur knapp 500 direkt vor dem Bahnsteig, sondern weitere gut 200 auch an der zentralen Omnibushaltestelle neben dem Bahnhofsgebäude. Der Bauhof will erstmals an der Stelle systematisch für Ordnung sorgen. Die Abstellplätze am Bahnhof sind stark nachgefragt, „Fahrradleichen“ gehen also zu Lasten von Radfahrern, deren Zweiräder im Gebrauch sind.

Doch welche Räder können weg? Die Bauhofmitarbeiter achten auf fehlende Räder, zerstörte Bauteile, platte Reifen, Fahrradketten, die lose hängen oder offenkundig lange nicht bewegt wurden, Laub und Splitt auf der Kette oder drumherum, die auf fehlenden Gebrauch hinweisen.

Alle diese vermeintlichen „Leichen“ erhalten eine Schleife mit Nummer und sind so der jeweiligen Marke, der Farbe und anderen notierten Eigenschaften zuzuordnen. Auf dem rosa Zettel weist der Bauhof den Besitzer darauf hin, dass sein Rad offenbar nicht regelmäßig gebraucht und daher in zwei Monaten entfernt wird. Also Mitte Dezember.

Die Räder werden dann ein halbes Jahr lang noch auf dem Bauhof aufbewahrt, ehe die Verwaltung sie versteigert oder anderweitig verwertet. Von 69 am Freitag markierten Rädern waren Mittwoch schon 14 nicht mehr da.

Als der Bahnhofsvorplatz 2013 neu gestaltet wurde, gab es eine ähnliche Aktion. „Bei 130 abgeräumten Rädern holten seinerzeit nur 15 ihren Drahtesel ab“, berichtet Latocha, der solche Schrottabräumaktionen künftig zwei bis dreimal im Jahr plant.

Von Jürgen Lauterbach

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