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Falschparker machen Straßenkehren unmöglich

Brandenburg an der Havel Falschparker machen Straßenkehren unmöglich

Oft und gerne beschwert man sich in Brandenburg an der Havel über die Mebra und die BDL, die angeblich zu wenig tun beim Straßenkehren und beim Entfernen des „Spontangrüns“. Doch genauso häufig wird ignoriert, dass die Brandenburger nicht selten daran Schuld haben. Falschparker machen ein Arbeiten nämlich oft unmöglich – und die Kehrmaschinen fahren im Slalom um die Autos.

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Slalom für die Kehrmaschine in der Hochstraße – die Szene ist beinahe jeden Montagmorgen zu beobachten.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Die Bauhofstraße ist nur ein aktueller Anlass. Jüngst hatte sich der CDU-Stadtverordnete Peter Kaudasch darüber beklagt, dass die Mebra angeblich nicht das aus den Bordsteinen wuchernde „Spontangrün“ entferne. Eilends schickte Mebra-Chef Holger Ulbricht einen Einsatztrupp mit Freischneidern und Unkrauthexe los – doch war Kaudasch noch nicht ganz zufrieden. Also zweiter Einsatz, die Chefs schauten sic h diesen sogar vor Ort an. „Das große Problem sind die parkenden Autos und das Nichtbeachten der Halteverbote“, sagt Mebra-Einsatzleiter Stephan Köpping. „Das betrifft sowohl die Straßenreinigung als auch das Unkrautentfernen.“

Die Mebra und auch die gleichfalls von Ulbricht geführte Brandenburger Dienstleistungen BDL dürften keine chemischen Mittel gegen das Spontangrün einsetzen, lediglich thermische und mechanische Methoden. Das Abbrennen falle aus, weil der Bewuchs dafür meist zu hoch und dicht ist. „Als BDL sind wir auch im Auftrag der Wohnungsgesellschaften WBG, Wobra und TAG Wohnen unterwegs und befreien Parkplätze von Unkraut. Wenn dort einige Autos stehenbleiben, haben wir sehr häufig Schäden, weil der Faden vom Freischneider kleine Steinchen aufwirbelt, die dann in den Scheiben oder im Lack landen.“

Erst jüngst habe die Versicherung einen Schaden regulieren müssen. „Die Mitarbeiter vom Kommunalen Schadensausgleich fragen uns jedes Mal, ob wir rechtzeitig angekündigt haben. Wir protokollieren dies schon aus Selbstschutz“, sagt Ulbricht. Er richtet einen Appell an die Brandenburger: „Wenn wir eine saubere und ansehnliche Stadt haben wollen, müssen alle irgendwie mithelfen. Es ist ja auch keine große Mühe die temporären Halteverbote auch zu beachten.“

Bei der Straßenreinigung gebe es zudem feste wöchentliche Zeiten, die auch auf die Bedürfnisse der Anwohner ausgerichtet seien. So wird beispielsweise in besagter Bauhofstraße mittwochs stadtauswärts in Richtung Bahnhof gekehrt, freitags stadteinwärts zum Nicolaiplatz. „Wir wollen so Alternativmöglichkeiten bieten, damit die Menschen zu diesen Zeiten wenigstens auf der anderen Straßenseite parken können“, sagt Köpping. Doch es gebe immer wieder Ignoranten. So sieht es am Ende auch nicht ganz gelungen aus, wenn die Kehrmaschine im Slalom um die parkenden Autos fahren muss.

Sensoren in der Kehrmaschine

In engen Straßen wie der Werderstraße und am Trauerberg gibt es häufig Beschwerden, dass gar nicht richtig gekehrt wird, obwohl der Kehrwagen durchgefahren ist.

Das Reinigungssystem ist dreigeteilt: Kehrwalze, Saugschacht und rotierender Besen. Auf das Ausfahren des Rotierbesens wird zum Schutz der Autos in engen Straßen verzichtet, dennoch arbeiten die anderen Systeme.

Das Aggregat dafür ist mit Sensoren ausgestattet, die fast minutengenau alle Einsatzdaten an die Unternehmen und an die Stadtverwaltung verschicken. So lässt sich nachweisen, dass gearbeitet wird.

Seit dem 1. April ist die Mebra auch selbst für das Schilderaufstellen bei Einsätzen gegen das Unkraut zuständig. Dadurch können die Schilder auch schon früher als die festgelegten 72 Stunden vor dem Einsatz aufgestellt werden. Autolbesitzer können ihre Wagen dann auch schon am Wochenende umparken, wenn sie in der Woche nicht da sind.

Mebra und BDL arbeiten eng mit dem Ordnungsamt zusammen. „In den zentrumsnahen Straßen läuft das schon ganz gut, in den Randbezirken wird es hingegen schwächer mit der Kooperation.“ Oft gebe es kaum Kapazitäten, um notorische Falschparker abzuschleppen. Der Außendienst des Ordnungsamtes verteile dann Verwarngeldzettel, „aber uns hilft das kurzfristig nicht. Mittel- und langfristig hoffen wir auf einen Lerneffekt“, sagt Köpping.

Oftmals gebe es auch Beschwerden, es sei gar nicht gekehrt worden. Gerade über das MAZ-Sorgentelefon und das Online-Portal Maerker.Brandenburg.de gingen viele Hinweise ein. Die werden ernst genommen und innerhalb der ersten beiden Tage nach Eingang bearbeitet.

Das sei man auch dem Auftraggeber Stadt schuldig, aus der Verwaltung kämen natürlich auch Nachfragen, warum es Beschwerden gibt und ob die Unternehmen ihren Auftrag richtig erfüllen. Die Mebra hat sich dafür nun auch technisch gerüstet , um nachweisen zu können, dass alle Aufträge vertragsgemäß erfüllt werden (siehe Infokasten).

Von André Wirsing

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